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Bayer 04 Leverkusens Europa League: Nizza, Prag und Beer Sheva im Check

Bayers Europa-League-Gegner im Check : Das kommt auf die Werkself in Gruppe C zu

Auf der internationalen Bühne Fußball zu spielen, gehört seit Jahrzehnten zum Leverkusener Selbstverständnis. Am Donnerstag beginnt für Bayer 04 gegen Nizza die Europa League mit drei spannenden Gegnern. Ein Überblick.

Zwei international bekannte Mannschaften, dazu ein absoluter Außenseiter – so in etwa lässt sich Bayer Leverkusens Gruppe in der Europa League grob zusammenfassen. Für Trainer Peter Bosz und die Werkself geht es am Donnerstag mit dem Heimspiel gegen OGC Nizza los (18.55 Uhr/Dazn). Sportdirektor Simon Rolfes formulierte in der TV-Sendung „100% Bundesliga“ (RTL Nitro) am Montag klare Vorgaben an die Profis. Das Minimalziel sei, die Gruppenphase zu überstehen. „Wir haben Respekt vor den Gegnern, aber trotzdem ist klar, dass wir in die K.o.-Phase wollen. Da brauchen wir auch nicht lange drumherum zu reden.“ Wir stellen Gruppe C vor.

OGC Nizza Die erste Prüfung ist gleich die schwerste. Die Franzosen sind gut in die Saison gestartet und belegen Platz vier in der Ligue 1. Vier Siege, ein Unentschieden und zwei Niederlagen stehen nach sieben Spieltagen in der Bilanz. Am Wochenende setzte sich die Mannschaft von Trainer Patrick Vieira 3:1 gegen St. Etienne durch, wo Bayers Leihgabe Panagiotis Retsos derzeit seine Fußballschuhe schnürt und 90 Minuten gegen Nizza durchspielte. Vielleicht erkundigt sich der ein oder andere Profi der Werkself bei dem Griechen, was sie am Donnerstag zu erwarten haben.

Auf dem Papier ist der Olympique Gymnaste Club de Nice Cote d‘Azur (OGC) der stärkste Gegner in der Gruppe – nicht nur wegen des 107-maligen französischen Nationalspielers, Weltmeisters, Europameisters und Champions-League-Siegers an der Seitenlinie, der neun Jahre bei Arsenal London spielte und nach weiteren Stationen bei Juventus Turin, Inter Mailand sowie Manchester City 2011 ins Trainerfach wechselte. Nun steht Vieira vor seinem Europapokal-Debüt als Coach.

Nizzas Kader hat in jedem Mannschaftsteil herausragende Spieler zu bieten. Unter anderem Routinier Morgan Schneiderlin (30), Rechtsverteidiger Youcef Atal (24), der angeschlagene, bislang nicht eingesetzte Mittelfeldakteur Jeff Reine-Adeléide (23), Linksaußen Amine Gouiri (20) und Mittelstürmer Kasper Dolberg (22) bringen viel Qualität mit. Letzterer musste zuletzt indes mit einer Knöchelstauchung pausieren. Kapitän ist ein alter Bekannter aus der Bundesliga: Dante. Der 37-jährige Brasilianer gewann vier Meisterschaften, drei Mal den DFB-Pokal sowie 2013 die Champions League mit Bayern München und spielte auch für Mönchengladbach und Wolfsburg. Das Rückspiel in Nizza ist für den 3. Dezember angesetzt.

Slavia Prag Die Tschechen sind in ihrer Liga noch besser als Nizza gestartet und belegen ungeschlagen (fünf Siege, ein Remis) Platz zwei. Am 29. Oktober treten Bosz und sein Team in Prag gegen das von Trainer Jindrich Trpisovsky an (21 Uhr). Theoretisch müsste das eine klare Sache werden, denn Slavia ist auf jeder Position schwächer besestzt als Bayer 04. Der Marktwert der gesamten Mannschaft liegt unter 40 Millionen Euro. Dennoch ist Vorsicht geboten.

Zwar scheiterte der sechsmalige tschechische Meister Ende September in der Champions-League-Qualifikationsrunde am dänischen Vertreter FC Midtjylland (0:0/1:4) und muss sich daher mit der Europa League begnügen, doch 2019 führte der Weg bis ins Viertelfinale des Wettbewerbs. Erst gegen den FC Chelsea war Schluss (0:1/3:4). Zuvor schaltete Slavia gar den viermaligen Europa-League-Sieger FC Sevilla aus (2:2/4:3 nach Verlängerung). Das Rückspiel gegen Prag steigt am 10. Dezember in der BayArena (21 Uhr).

Hapoel Be´er Sheva Der israelische Vertreter ist der Unbekannte in Gruppe C. Nach zwei Spieltagen in der nationalen Liga steht der Klub auf Platz neun. Das Team von Trainer Yossi Abukasis musste sich ab Ende August bis Anfang Oktober durch vier Qualifikationsrunden für die Europa Leauge kämpfen. Immerhin: In den Play-offs schalteten die Israelis in Viktoria Pilsen einen dreimaligen Champions-League- und mehrfachen Europa-League-Teilnehmer aus, dessen Name nicht nur absoluten Experten der Europapokalgeschichte ein Begriff ist.

Der Kader von Be´er Sheva ist indes mit Spielern gespickt, die in Deutschland wohl eher Dritt- oder Zweitliganiveau hätten. Bosz hat in seiner Zeit bei Maccabi Tel Aviv (2016) Erfahrung in Isreal gesammelt und dürfte in etwa wissen, was auf Bayer zukommt. Die Werkself geht aber so oder so als haushoher Favorit in beide Partien. Das Hinspiel gegen den Klub, der fünfmal die Meisterschaft und zwei Mal den Pokal in seinem Heimatland gewann, ist am 5. November in Israel (18.55 Uhr), das Rückspiel am 26. November in Leverkusen (21 Uhr).