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Bayer 04 Leverkusen: Zugang Exequiel Palacios hat Startschwierigkeiten

Bayer-Zugang Exequiel Palacios im Check : Mittelfeldmotor mit Startschwierigkeiten

In unserer Serie werfen wir einen genauen Blick auf Bayers Zugänge in dieser Saison. Teil 6: Exequiel Palacios. Der Argentinier wechselte im Winter für 17 Millionen Euro von River Plate Buenos Aires ins Rheinland und hatte seitdem nur wenige Einsätze für die Werkself.

Es gibt nicht viele Bundesligaprofis, die eine interkontinentale Saison hinter sich haben. Exequiel Palacios ist einer davon. Er lief in der Hinrunde in Argentinien für River Plate Buenos Aires auf. Sein letztes Ligaspiel in der Heimat absolvierte der 21-Jährige am 9. Dezember. Vier Tage später gewann er mit seinem Ausbildungsklub den argentinischen Pokal. Keine vier Wochen später traf er im spanischen La Manga ein, um mit Bayer Leverkusen das Trainingslager in der Winterpause zu absolvieren – auf der anderen Seite der Erde.

Tränenreich sei sein Abschied aus Argentinien verlaufen, sagte der für 17 Millionen Euro von River Plate losgeeiste Mittelfeldspieler in seinem ersten Interview. „Den Verein zu verlassen, war sehr schwierig. Ich habe bei meinem Abschied nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine viel geweint.“ Nach langen Gesprächen mit seiner Familie habe er jedoch die wegweisende Entscheidung getroffen, den Sprung in die Bundesliga zu wagen – Immerhin sei Leverkusen ein ambitionierter Verein mit attraktiver Spielweise. „Ich habe gesehen, dass hier etwas zusammen wächst“, sagte er im Januar.

Palacios kam mit einigen Titelgewinnen im Gepäck ins Rheinland, denn 2018 gewann er mit River Plate auch das südamerikanische Pendant zur Champions League, die Copa Libertadores. Schnell kursierten Gerüchte über einen Wechsel zu Real Madrid. Doch nach einem Wadenbeinbruch verloren die „Königlichen“ das Interesse, stattdessen klopfte Bayer Ende 2019 beim notorisch klammen Klub aus Buenos Aires an und machte Nägel mit Köpfen.

Dass Palacios als erster Spieler seit dem Karriereende von Leverkusen-Legende Bernd Schneider die Rückennummer 25 erhielt, schürte große Erwartungen an den jungen Mann. Rund zehn Jahre spielte „Schnix“ für die Werkself – und „Pala“ trat zumindest numerisch sein Erbe an. „Es ist mir bewusst, wer die Nummer getragen hat. Ich werde versuchen, sie so gut wie möglich zu repräsentieren. Es ist Ehre und Verantwortung, dieses Trikot zu tragen“, sagte Palacios damals. Und tatsächlich hinterließ er im Trainingslager einen guten Eindruck. Doch sein Durchbruch bei Bayer lässt bis heute auf sich warten.

Er startete mit der Hypothek einer Roten Karte in Argentinien bei seinem neuen Arbeitgeber. Die ersten drei Ligaspiele verpasste er gesperrt. „Exequiel hatte ein gemischtes halbes Jahr bei uns“, sagt Bayers Sportdirektor Simon Rolfes. „Er ist im Trainingslager gut rein gekommen, war dann leider gesperrt und dann ist die Mannschaft in einen Lauf gekommen und er hat nicht gespielt.“ Das habe auch an kleineren Blessuren oder Krankheiten gelegen, die regelmäßigen Einsätzen im Weg standen. Die Umstellung von Südamerika nach Europa sei zudem nicht so reibungslos wie gedacht: „Noch läuft es nicht so rund bei ihm.“

Rolfes hofft, dass der 21-Jährige in der Pause Kraft tankt und dann wieder voll angreifen kann. „Er hat eine sehr lange Saison hinter sich, weil er in Argentinien bis zum Ende gespielt hat. Das darf man nicht vergessen.“ So oder so ist der 36-Jährige von den Qualitäten des Winterzugangs überzeugt. „Er ist ein richtig guter Fußballer, der die nötige Aggressivität für das zentrale Mittelfeld mitbringt“, sagt Rolfes. „Wir müssen ein bisschen Geduld haben.“