Bayer 04 Leverkusen: Wo es bei der Werkself noch hakt und klemmt

Schwache Testspielphase : Bei der Werkself hakt und klemmt es noch

Sieben Tests hat Bayer Leverkusen in den vergangenen Wochen absolviert. Die bislang dürftigen Ergebnisse offenbaren, worauf es in den finalen 14 Tagen der Vorbereitung ankommt. Trainer Peter Bosz ist nicht besorgt, aber verärgert.

Wer gesehen hat, wie die Spieler der Werkself nach dem fußballerisch mäßig unterhaltsamen 1:1 gegen Vitesse Arnheim Richtung Kabine schritten, wusste sofort, dass keiner der Akteure sonderlich zufrieden war. Das ist auch angesichts der bisherigen Testspielergebnisse verständlich. Nach dem 4:0-Erfolg gegen den Regionalligisten Wuppertaler SV in der ersten Vorbereitungswoche gelang der Mannschaft von Trainer Peter Bosz in sechs weiteren Spielen kein Sieg. Stattdessen setzte es 14 Gegentore. Auch, wenn insgesamt ebenso viele eigene Treffer gelangen, ist das eine Bilanz, die den Coach verärgert.

„Wir sind in der vierten Woche. Und da müssen wir auch mal gewinnen“, sagte der Niederländer. „Ich bin nicht beunruhigt, aber das war schon ärgerlich. Es liegt noch viel Arbeit vor uns.“ Eines der größten Mankos benannte Bosz ohne lange nachdenken zu müssen:  „Wir hatten zu viele Ballverluste.“ Bayer sei unter seiner Regie eine betont offensive Mannschaft, die sich solche Schwächen nicht erlauben dürfe. „Wir wollen immer Druck auf den Ball ausüben und nicht mit elf Mann hinter dem Ball stehen. Das heißt aber auch, dass man Räume weggibt. Das ist nicht einfach, da muss alles stimmen – und das ist noch nicht so“, haderte der Coach.

In der Tat waren unnötige Ballverluste und die Konterstärke des Gegners beim 3:4 gegen Heracles Almelo Hauptgrund für die Niederlage. Immerhin überzeugte der Angriff der Werkself in dieser Partie. Paulinho spielte erneut im offensiven Mittelfeld und krönte seine gute Leistung mit dem Treffer zum 1:2. Der erst seit einigen Tagen wieder im Training befindliche Leon Bailey erzielte den Ausgleich, Lucas Alario stellte per sicher verwandeltem Foulelfmeter den Endstand her. Die U19-Spieler Cem Türkmen, der mit zwei Vorlagen sowie einigen guten Pässen glänzte, und Ayman Azhil, der nicht nur wegen seines Aluminiumtreffers in der Anfangsphase auffiel, empfahlen sich dabei für weitere Spielminuten.  Der zweite Test mit einer nominell deutlich besser aufgestellten Startelf verflachte nach munterem Beginn zunehmend. Letztlich blieb es trotz einiger gefälliger Kombinationen bei einem Kopfballtor von Sven Bender nach einer Ecke.

Ein Defizit war die Chancenverwertung, doch auch Positionsspiel und Kreativität ließen trotz Kai Havertz, Moussa Diaby, Karim Bellarabi, Kevin Volland und Kerem Demirbay auf dem Platz zu wünschen übrig. Auch defensiv passte längst nicht immer alles. Testspiele seien dafür da, Spieler an ihr „Top-Niveau“ heranzuführen, wie Sportdirektor Simon Rolfes erklärte. Davon ist die Werkself knapp zwei Wochen vor dem Pokalspiel bei Alemannia Aachen allerdings weit entfernt.

Viel Zeit bleibt Bosz nicht. Hilfreich beim Überwinden der Testspielkrise wäre freilich ein Sieg beim letzten Gegner der Vorbereitung am Sonntag. Dann ist der spanische Champions-League-Teilnehmer FC Valencia zu Gast in der BayArena.