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Bayer 04 Leverkusen: Wie Seoane die Trainerdiskussion erlebt

„Das gehört dazu“ : Wie Seoane die Trainerdiskussion bei Bayer erlebt

Bayer Leverkusens Coach Gerardo Seoane ist nach den internen Analysen guter Dinge, die Trendwende beim kriselnden Werksklub zu schaffen. Der Schweizer gibt zudem ein Personalupdate.

In den vergangenen Tagen stand Gerardo Seoane im Fokus. Nach eingehenden Analysen der heiklen sportlichen Lage sitzt der Trainer der Werkself aber vorerst „fest im Sattel“, wie Geschäftsführer Fernando Carro unlängst betonte. Klar ist aber auch, dass Seoane in den kommenden Spielen eine Trendwende schaffen muss. Viel wurde zuletzt über ihn gesprochen, nun äußerte sich der 43-Jährige selbst zu seiner Zukunft beim kriselnden Werksklub.

„Ich fühle mich gut, bin bei Kraft und wie alle enttäuscht“, sagt der Schweizer. „Ich analysiere die Situation selbstkritisch. Mir ist klar, dass ich in der Verantwortung bin. Gewisse Sachen muss ein Trainer auf seine Kappe nehmen, andere müssen wir zusammen versuchen zu ändern.“ Ihm sei nach den internen Gesprächen wichtig gewesen, einen gemeinsamen Nenner mit den Entscheidern um Carro und Sportgeschäftsführer Simon Rolfes zu haben. „Es war für die Verantwortlichen notwendig, klar von mir zu wissen, was ich gut sehe und was weniger gut, um gemeinsam die Analysen übereinander zu legen und zu diskutieren“, gibt Seoane einen Einblick. „Das gehört dazu und ist absolut normal, um zu sehen, ob wir fußballerisch in die gleiche Richtung gehen oder total auseinander sind. Für die Zusammenarbeit ist das entscheidend.“

Da diese nun weitergeht, ist davon auszugehen, dass die Chefetage nach wie vor auf einer Wellenlänge mit dem Coach funkt. Ins Detail will Seoane dabei aber freilich nicht gehen. Was besprochen wurde, bleibe intern. „Alle nehmen die Situation sehr ernst und sind verantwortungsbewusst“, betont Seoane. „Wir haben das Gefühl, dass wir die gleichen Dinge sehen und in die gleiche Richtung gehen.“

Bayer hinkt auf Platz 15 der Bundesliga den eigenen Ansprüchen meilenweit hinterher. Fünf Punkte aus sieben Spielen sind eine ernüchternde bis enttäuschende Bilanz, die durch das Erstrunden-Aus im Pokal beim Drittligisten SV Elversberg an Schwere gewinnt. Immerhin: In der Champions League ist der Werksklub nach der Niederlage in Brügge und dem Sieg gegen Atlético Madrid auf Kurs.

Die Länderspielpause endet mit dem Gastspiel beim FC Bayern am 30. September (20.30 Uhr) – nicht unbedingt ein Aufbaugegner, auch wenn der Rekordmeister zuletzt vier Ligaspiele nicht für sich entscheiden konnte. „Ich fokussiere mich auf mich, meine Kraft und die sachliche Analyse“, betont Seoane. „Wir sehen positive Ansätze, aber auch sicher nicht darüber hinweg, was nicht gut ist. Meine Aufgabe ist, die Mannschaft zu führen – bis zum letzten Tag.“ Ob der in 20 Jahren oder in zwei Wochen kommt, wisse er nicht, aber: „Wir kennen alle das Geschäft.“

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Dazu gab der Coach noch ein Update zum Personal seines durch die Abwesenheit der Nationalspieler stark geschrumpften Kaders. Kerem Demirbay konnte mit einem Bluterguss am Schienbein nicht trainieren. Bei Amine Adli gibt es vorsichtigen Optimismus, dass er nach seinem Schlüsselbeinbruch zeitnah wieder voll einsteigen kann. Allerdings fehle noch die endgültige Freigabe der medizinischen Abteilung, dass der Franzose auch wieder in Zweikämpfe gehen und gefahrlos auf seine Schulter fallen dürfe. Karim Bellarabi ist nach seiner Verletzung am Meniskus indes noch nicht ganz so weit. „Das Knie braucht noch die richtige Kräftigung. Das wird nicht mehr lange, aber schon noch ein bisschen dauern.“