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Bayer 04 Leverkusen: Wie Lukas Hradecky die Werkself führen will

Neuer Kapitän : Wie Lukas Hradecky die Werkself führen will

Mit der Wahl von Lukas Hradecky zum neuen Kapitän hat Bayers Trainer Gerardo Seoane eine Fehlentscheidung aus der Vorsaison korrigiert. Der Schlussmann empfindet das Amt als große Ehre und will positiv auf die Mannschaft einwirken.

Schon während des Testspiels gegen Rot-Weiß Oberhausen war Lukas Hradecky auffällig mitteilsam. Immer wieder gab Bayers Nummer eins Kommandos und lobte seine Mitspieler bei gelungenen Aktionen. Dass er dabei die Kapitänsbinde trug, war bereits ein Indiz für die Entscheidung, Charles Aránguiz als Anführer der Mannschaft abzulösen. Bestätigt hat es der Schlussmann nach dem 3:1 (3:0)-Sieg gegen den Regionalligisten.

„Das ist etwas ganz Großes für mich – und eine verantwortungsvolle Aufgabe“, sagte Hradecky, der sich der Schwere seines neuen Amts bewusst ist. „Wir brauchen jeden Spieler mit seiner besten Qualität. Es ist jetzt auch meine Verantwortung, das aus jedem herauszuholen.“ Der 31-Jährige hat klare Vorstellungen, wie er die Werkself führen will: „Mit meiner eigenen Art und Weise, positiver Laune und guter Energie.“ Aber er habe auch keine Angst davor, ernsthafter zu werden und klare Worte zu finden, wenn es notwendig werde. „Vielleicht muss ich mir noch einige Tipps bei Lars und Sven Bender holen, wie man das eigentlich macht“, sagte er lachend – und fügte postwendend hinzu, dass er als Vizekapitän der finnischen Nationalmannschaft bereits Erfahrung als Führungsspieler habe.

Die Entscheidung, Hradecky zum Kapitän zu machen, geht auf Gerardo Seoane zurück. Julian Baumgartlinger, Jonathan Tah und der nun ehemalige Leader Charles Aránguiz sollen den Keeper in seiner neuen Rolle unterstützen. Dass der Chilene die Binde los ist, korrigiert eine Fehlentscheidung des ehemaligen Bayer-Trainers Peter Bosz. Aránguiz war nach dem Rückzug von Lars Bender als Kapitän vor gut einem Jahr auf den ersten Blick eine gute Wahl. Der Mittelfeldspieler ist bissig, laufstark, geht voran, scheut keinen Zweikampf und kann an guten Tagen die Mannschaft durch seine Präsenz mitreißen.

Ein Problem war indes, dass er in der Vorsaison von Ende Oktober bis Mitte Januar verletzt passen musste und danach lange brauchte, um zumindest in die Nähe guter Form zu kommen. Zudem gilt der Chilene als „stiller Krieger“, der auf und neben dem Platz alles andere als ein Wortführer ist – was vielleicht auch an der Sprachbarriere liegt. Für die lateinamerikanischen Spieler im Kader sei der 32-Jährige nach wie vor ein wichtiger Ansprechpartner, betonte Hradecky. Hinzu kämen Tah und Baumgartlinger als weitere Spieler mit Anführerqualitäten. „Wir haben genug Leaderfiguren in der Mannschaft. Auch von ihnen muss mehr kommen – und von mir.“

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Seoane begründet seine Entscheidung damit, dass Hradecky sein Anforderungsprofil für das Kapitänsamt erfülle. „Er ist ein Spieler, der Verantwortung übernimmt, auch in der Kabine, und in seinem Verhalten ein Vorbild ist. Zudem hat er in der Vergangenheit mit vielen guten Leistungen einen wichtigen Beitrag geleistet“, betont der Trainer der Werkself. Dass die Wahl auf einen Torwart fiel, der im idealfall relativ weit vom eigentlichen Geschehen auf dem Platz entfernt ist, sei kein Problem.

Mit dem Ansatz, dass der Kapitän der verlängerte Arm des Trainers sei, kann der Schweizer ohnehin nicht viel anfangen. „Der Kapitän ist für mich Vertreter der Mannschaft beim Trainer, Wortführer auf dem Platz bei Anspielen und ein wichtiger Ansprechpartner für die Medien. Es kommt aber auch nicht nur darauf an, wer die Binde trägt. Wir wollen Führungspersönlichkeiten auf verschiedenen Positionen haben.“