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Bayer 04 Leverkusen: Werksklub ist seit dem Neustart nur Mittelmaß

Platz 9 in Re-Start-Tabelle : Leverkusen seit Neustart nur Mittelmaß

Sieben Punkte aus sechs Liga-Spielen hat Bayer 04 zuletzt gesammelt. Das reicht vor der letzten Partie am Samstag gegen Mainz nur für Platz fünf. Auf dem Rasen fehlt es an Profis, die das Team mit Leistung und Willen antreiben.

Die Stimmung unter dem Bayer-Kreuz hätte kaum besser sein können. Vor der Corona-Zwangspause im März eilte die Werkself von einem Sieg zum nächsten. Und auch der Neustart vor etwas mehr als einem Monat begann mit Siegen in Bremen (4:1) und Gladbach (3:1) verheißungsvoll. Die Mannschaft von Trainer Peter Bosz schien, als würde sie die unerwartete Auszeit besser als andere Teams verkraftet haben. Doch der erste Eindruck täuschte. In der Tabelle nach dem Wiederbeginn ist der Werksklub nach der 0:2-Pleite bei Hertha BSC nur noch Mittelmaß – und das Saisonziel Champions-League-Qualifikation akut gefährdet.

Sieben Punkte aus sechs Spielen sammelte der Werksklub zuletzt in der Liga. Das reicht nicht, um als Vierter in den letzten Spieltag zu gehen. Vor dem Liga-Finale gegen Mainz am kommenden Samstag (15.30 Uhr) steht die Werkself nun mit dem Rücken zur Wand. Sie muss nicht nur selbst gegen die Rheinhessen gewinnen, sondern zugleich auf einen Sieg von Hertha BSC im Parallelspiel in Gladbach hoffen.

Dass es das Bosz-Team nicht mehr selbst in der Hand hat, hat es sich selbst zuzuschreiben. Das 1:4 Ende Mai gegen Wolfsburg hätte ein Warnschuss sein sollen, war es aber nicht. Schon beim 1:0-Sieg im darauffolgenden Spiel in Freiburg gewann Bayer einzig dank eines genialen Moments von Kai Havertz, von dessen Leistungen Wohl und Wehe des Werksklubs abhängiger sind, als es sollte. Beim 2:4 gegen den Serienmeister aus München war Leverkusen ohne Chance, das 1:1 bei in der Rückrunde desolaten Schalkern enttäuschend. Der Derbysieg gegen Köln war zwar verdient, muss aber in die Kategorie Pflichtsieg eingeordnet werden. Das 0:2 in der Hauptstadt wiederum unerklärlich.

Der Werkself fehlte es in den vergangenen Partien an Spielern, die auch in schwierigen Situationen ein Team mitreißen können. Sven Bender, Lukas Hradecky oder auch Kevin Volland ist diese Rolle noch am ehesten zuzutrauen. Allerdings saß Abwehrchef Sven Bender in Berlin angeschlagen nur auf der Bank, Hradeckys Möglichkeiten als Torhüter sind ohnehin begrenzt und Volland nach Syndesmoseriss noch nicht wieder der Alte. Kapitän Lars Bender hat zudem seit dem Neustart verletzungsbedingt kein Spiel absolviert. Den anderen fehlt es derzeit entweder an Klasse, Form, Erfahrung, oder dem Naturell eines Führungsspielers. Gewinnt die Elf von Coach Bosz, gelingt ihr das in der Regel wegen ihrer spielerischen Überlegenheit oder genialen Momenten eines ihrer Top-Spieler. Schafft es ein Gegner wie Berlin am Samstag jedoch, der Wekrself fußballerisch „auf die Nerven“ zu gehen, knickt Bayer allzu leicht ein. Erst zwei Mal gelang es Leverkusen in dieser Spielzeit, einen Rückstand zu drehen – bei 14 Versuchen.

Sollte Bayer die Qualifikation für die Champions League verpassen, würde sich das freilich auch auf die Transfermarktaktivitäten in diesem Sommer auswirken. Dem Vernehmen nach soll der Werksklub auf der Suche nach einem Rechtsverteidiger bei Benfica Lissabon fündig geworden sein. Der portugiesische U21-Nationalspieler Tomas Tavares ist wohl ein Kandidat, steht aber noch bis 2024 unter Vertrag. Die Ablöse für den 19-Jährigen soll zwischen 20 und 25 Millionen Euro liegen. Ein Transfer wäre wohl nur bei Erreichen der Königsklasse realisierbar.