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Bayer 04 Leverkusen: Werkself startet ihr Trainingslager in Österreich

Nasser Start des Trainingslagers : Bayer Leverkusen kommt vom Regen in den Regen

Das erste Training der Werkself in den Alpen wird von Niederschlägen begleitet – und die Wetterprognose ist düster. Tin Jedvaj ist nicht Teil des 25-köpfigen Kaders. Der Kroate steht steht vor einem Wechsel zu Lokomotive Moskau.

Lukas Hradecky war bestens gelaunt. Vor dem Abflug nach Salzburg am Freitagvormittag verlieh Bayers Nummer eins seiner Vorfreude Ausdruck, wieder bei der Mannschaft zu sein, trainieren zu können und sich mit der Werkself auf die kommende Saison vorzubereiten. „Jetzt geht es wieder los, der Urlaub hat gut getan und jetzt kommen wir mit voller Motivation zurück“, sagte der finnische EM-Fahrer in einer Grußbotschaft bei Twitter. „Es wird schön, wieder ein bisschen Fußball zu spielen. Ich freue mich auf die neuen Zeiten.“

Gemeint ist damit wohl vor allem die Arbeit mit dem neuen Trainer Gerardo Seoane, der Bayer nach der eher missratenen Vorsaison wieder in die nachhaltige Erfolgsspur führen soll. Das Ziel ist klar: Nach zwei Jahren Abstinenz soll Leverkusen nächste Saison wieder in der Champions League spielen. Die Grundlagen dafür werden auch im Trainingslager in Zell am See/Kaprun gelegt. Insgesamt 25 Spieler sind dabei – 20 Profis und fünf Talente aus der U19 (siehe Infokasten). Sie werden in den kommenden Tagen intensiv gefordert. Die erste Trainingseinheit hat Seoane wenige Stunden nach der Ankunft im Fünf-Sterne-Hotel „Tauern Spa“ angesetzt.

Um 16.30 Uhr ging es mit leichter Verspätung unter wolkenverhangenem Himmel auf dem Rasen des Alois-Latini-Stadion los. Ein paar Zuschauer hatten sich trotz des zeitweise starken Regens am Trainingsplatz eingefunden, um mit Abstand einen Blick auf die Profis zu werfen. Die Nahbarkeit aus Zeiten vor der Pandemie gibt es so freilich nicht mehr.

Die Wettervorhersage für die Region lässt indes kaum Gutes erahnen. Tief „Bernd“, das in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit Rekordregen für eine Jahrhundertkatastrophe gesorgt hat, hängt nun zum Teil über Österreich fest, wo ebenfalls bereits Unwetterwarnungen herausgegeben werden. Im Salzburger Land, wo der Bayer-Tross gastiert, sind am Wochenende Gewitter mit bis zu 150 Liter Niederschlag pro Quadratmeter angesagt – und akute Überschwemmungsgefahr. Derweil hat der Werksklub verkündet, sich an der Katastrophenhilfe in Leverkusen beteiligen zu wollen.

„Die Ereignisse und deren Ausmaß machen betroffen, umso mehr, weil sie sich vor unserer Haustür ereignen“, betont Fernando Carro, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bayer 04. „Jetzt ist es vor allem wichtig, dass wir schnell und unbürokratisch einander helfen. Dazu sind wir im ständigen Austausch mit der Stadt Leverkusen, der Bayer AG und unseren Fans, die sich bereits seit Tagen in und rund um Leverkusen engagieren.“ Eine der ersten Entscheidungen in diesem Zusammenhang: Bayer 04 wird sich mit einer Soforthilfe-Spende an der von der Bürgerstiftung der Stadt ins Leben gerufenen Aktion „Leverkusen hilft!“ beteiligen.

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Das Trainingslager steht also unter meteorologisch schwierigen Vorzeichen – vom Regen in den Regen. In den kommenden Tagen werden sich Team und Trainer dennoch besser kennenlernen. Seit Anfang Juli ist der Schweizer im Amt. Einige Einheiten hat er mit dem durch Länderspielreisen, Urlaube sowie Verletzungen dezimierten Kader bereits hinter sich. Was Seoane für ein Trainertyp ist, hat er bei einer Medienrunde vergangene Woche beschrieben. „Ich kann natürlich auch fordernd und klar sein. Eine Mannschaft braucht Spaß, Freiraum, aber auch klare Leitplanken und Ernsthaftigkeit“, sagte der 42-Jährige. „Der Trainer muss auf diesem Klavier verschiedene Tasten spielen können. Ich versuche, mit den Spielern eine gute Beziehung aufzubauen, damit sie sich trauen, mit dem Trainer gewisse Dinge zu besprechen.“

Nicht mit nach Österreich geflogen ist Tin Jedvaj, der wohl kurz vor einem Wechsel zu Lokomotive Moskau steht. Die Gerüchte, dass der Kroate Bayer zeitnah verlassen wird, halten sich bereits seit Tagen. Dass er nicht bei der Mannschaft ist, dürfte ein eindeutiges Indiz sein, dass der Transfer kurz bevor steht.

Neues gibt es auch von Kristoffer Ajer. Der Wunschkandidat für die Innenverteidigung soll sich bereits mit den Verantwortlichen des Werksklubs einig gewesen sein, doch dann grätschte Premier-League-Aufsteiger FC Brentfort dazwischen. Der Klub ist offenbar bereit, die von Celtic Glasgow geforderte Ablöse von gut 15 Millionen Euro für den 23-Jährigen zu bezahlen und lockt Ajer zudem mit einem höheren Gehalt. Noch ist der Wechsel aber nicht offiziell bestätigt.