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Bayer 04 Leverkusen: Werkself lässt die Vorlagen der Konkurrenz liegen

Werkself ohne Durchschlagskraft : Bayer lässt die Vorlagen der Konkurrenz liegen

Bayer Leverkusens Torwart Lukas Hradecky ist enttäuscht von dem 0:0 in Bremen und beklagt mangelnde Effektivität in der Offensive. „Der Punkt hilft Bremen ein bisschen mehr als uns“, sagt er.

Die Enttäuschung war Lukas Hradecky anzusehen. Nach der Nullnummer in Bremen war Bayers Torwart der einzige Profi der Werkself, der sich äußerte – vermutlich auch, weil seine Teamkollegen damit beschäftigt waren, sich von der physisch intensiven Partie zu erholen. Mehrere Profis verließen den Rasen im Weserstadion verletzt oder angeschlagen. „Wenn du gegen einen Abstiegskandidaten spielst, weißt du, dass ein Kampf angesagt ist“, sagte der Finne. „Wir hatten die Möglichkeiten und die Räume, aber leider hat die Effektivität gefehlt. Wir sind für drei Punkte gekommen, aber das ist uns nicht gelungen.“

Das ist mit Blick auf die Tabelle umso ärgerlicher für Leverkusen. Union Berlin hat in Wolfsburg verloren (0:3), Mönchengladbach hat das Samstagabendspiel in München komplett vergeigt und erwies sich als äußerst entgegenkommender Gast zur Meisterfeier des FC Bayern (0:6). Der Umkehrschluss: Bayer hätte ein Sieg gereicht, um Platz sechs endgültig zu sichern. Aber durch das 0:0 ist diese Entscheidung vertagt. Eine andere ist indes durch die Ergebnisse der anderen Spiele gefallen. Mit Platz vier wird die Werkself in dieser Saison nichts mehr zu tun haben.

„Der Punkt hilft Werder ein bisschen mehr als uns“, sagte Hradecky, der sich über sein insgesamt achtes Zu-Null-Spiel in dieser Bundesligasaison nicht so recht freuen konnte. „Wenn man mich nicht sieht, bedeutet das, dass ich ein gutes Spiel gemacht habe.“ Im Endeffekt sei das aber egal angesichts der verpassten Chance, das letzte noch verbliebene Ziel dieser achterbahnartigen Spielzeit vorzeitig zu erreichen.

„Der Anfang unserer Saison war sehr gut und wir haben uns schon Gedanken gemacht, dass wir Champions League spielen werden“, sagte Hradecky. Doch dann ging alles schief. Verletzungspech suchte die Werkself heim, die Ergebnisse blieben aus, Trainer Peter Bosz geriet unter Druck und konnte die Wende nicht mehr herbeiführen. Nach dem 0:3 bei Hertha BSC Berlin zog der Werksklub Ende März die Reißleine und Hannes Wolf übernahm als Interimstrainer. Nun bleibt noch Platz sechs, bestenfalls Platz fünf als Ziel einer Saison mit „sehr turbulenten Zeiten“, wie es der Schlussmann umschrieb. „Wenn es am Ende für die Europa League reicht, ist es okay.“

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Dass auch Platz sechs in den Wettbewerb führt, liegt am DFB-Pokalfinale, das der sichere und der wahrscheinliche Champions-League-Teilnehmer Leipzig sowie Dortmund am 13. Mai bestreiten. Denn wenn sich der Pokalsieger über die Liga für die Champions- oder Europa League qualifiziert hat, spielen die Mannschaften auf Platz fünf und sechs in der Europa League – und der Siebte landet in den Play-offs der neuen Conference League.

Ein Punkt am kommenden Samstag gegen Union Berlin (15.30 Uhr) könnte Bayer wegen der deutlich besseren Tordifferenz (+16) bereits ausreichen, um Gladbach (+7) und Union (+6) auf die Plätze zu verweisen, die zwei Spieltage vor dem Saisonende je fünf Punkte Rückstand haben. Allerdings: endgültig durch ist Bayer unter Umständen auch dann noch nicht. Insofern hilft nur ein Heimsieg gegen die Hauptstädter, um am 22. Mai ohne Druck zum Saisonfinale nach Dortmund fahren zu können.