Bayer 04 Leverkusen: Werkself fährt mit breiter Brust nach Wolfsburg

Nach Sieg gegen Atlético : Bayer fährt mit breiter Brust nach Wolfsburg

Der Sieg gegen Atlético Madrid gibt der Werkself Auftrieb. Jonathan Tah sieht in der Partie eine Blaupause für die anstehenden Aufgaben.

Jonathan Tah hat bislang eine wechselhafte Saison hinter sich. Noch weit bis in die Sommerpause hinein spielte er für Nationalmannschaft und U21, dann startete er nach kurzem Urlaub verspätet in die Vorbereitung. Zunächst war der Nationalspieler trotz Formschwäche in der Innenverteidigung gesetzt, doch dann erkrankte er und musste anschließend mit der Ersatzbank Vorlieb nehmen – unter anderem beim bisher letzten Ligasieg der Werkself in Augsburg Ende September. Im Interview mit dem Klub-TV von Bayer 04 erklärte er nun die Hintergründe seiner eher unfreiwilligen Auszeit.

„Der Trainer hat mich zwei Spiele hintereinander rausgenommen, weil ihm ein paar Punkte nicht gefallen haben, bei denen er sehen wollte, dass ich daran arbeite“ sagte der 23-Jährige ohne weitere Details zu nennen. „Man kann sich dann entscheiden, ob man beleidigt ist und weiter auf er Bank sitzt, oder die Kritik für sich annimmt. Das habe ich in den letzten Spielen gezeigt und versucht umzusetzen, was er gesagt hat.“ Peter Bosz formulierte es auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Wolfsburg in seiner gewohnt spielerschützenden Art: „Ich habe ihm eine Pause gegönnt, weil er zwar fit, aber nicht mehr so frisch war, wie man es sein muss.“ Näher ging der Trainer der Werkself nicht darauf ein.

Tah ist neben Kai Havertz und Nadiem Amiri erneut in die Nationalmannschaft berufen worden. Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw spielt in der EM-Qualifikation am 16. November gegen Weißrussland und drei Tage später gegen Nordirland. Bosz sieht die Nominierung als Bestätigung für seine Spieler. „Ich bin froh, dass er wieder eingeladen ist. Das ist super für ihn.“ Das gelte freilich auch für die anderen 13 Bayer-Akteure, die ab Montag mit ihren jeweiligen Nationalteams unterwegs sind. „Wir sind alle stolz darauf“, betont Bosz.

Vorher steht aber noch das tabellarisch bedeutsame Spiel in Wolfsburg an. Für Leverkusen geht es darum, den Abstand nach oben zu verkürzen. „Klar schaut man auf die Tabelle und die Punkte. Noch ist es sehr eng und jeder Sieg und jede Niederlage können in unterschiedliche Richtungen weisen“, sagt Tah. „Die Liga ist zur Zeit sehr ausgeglichen und ich finde, dass es keine Mannschaft gibt, die konstant gut gespielt hat. Wir dürfen jetzt nicht den Anschluss verlieren.“

Dabei helfen wird freilich der Rückenwind durch den 2:1-Sieg in der Champions League gegen Atlético Madrid unter der Woche. Für den Innenverteidiger ist der Erfolg eine Blaupause dafür, wie die Werkself künftige Spiele angehen sollte. „Wir haben gekämpft, aber auch guten Fußball gespielt. Das gibt uns ein gutes Gefühl. Vielleicht ist der Sieg gegen Madrid ein kleiner Wendepunkt für uns. Wir haben oft gut gespielt, aber keine Punkte gesammelt. Jetzt haben wir gut gespielt und uns auch dafür belohnt.“

Mehr von RP ONLINE