Bayer 04 Leverkusen: Wendell, Sven Bender und Bernd Leno verletzt

Drei neue Verletzte: Ein teuer erkaufter Sieg

Die Verletzungen von Wendell, Sven Bender und Bernd Leno trüben nach dem Sieg in Leipzig die Freude unter dem Bayer-Kreuz.

Obwohl sein Team soeben bei einem direkten Konkurrenten um die Champions-League-Plätze mit 4:1 (1:1) gewonnen hatte, war Bernd Leno zum Heulen zumute. Der Torwart von Bayer 04 war heftig mit Leipzigs Naby Keita zusammengestoßen und hatte sich bei der Aktion sowohl am Knie als auch am Daumen verletzt. Untersuchungen gestern ergaben, dass sich der Schlussmann eine Bänderdehnung im rechten Knie zugezogen hat. "Wir sind optimistisch, dass es bis Samstag wieder gut ist", hatte Bayers Coach Heiko Herrlich bereits nach dem Vormittagstraining gesagt - eine Einschätzung, die nach wie vor gültig ist.

Der Leverkusener Coach wird seine Defensive für das Schlüsselspiel gegen Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr) aber ohnehin umbauen müssen, denn auch Wendell und Abwehrchef Sven Bender haben die Fahrt nach Sachsen nicht unbeschadet überstanden. Der brasilianische Linksverteidiger hat sich ohne Gegnereinwirkung einen doppelten Bänderriss im linken Sprunggelenk zugezogen und wird voraussichtlich vier Wochen ausfallen. Für den 24-Jährigen ist die Saison damit wohl gelaufen. Die Diagnose bei Teamkollege Sven Bender lautet: Verstauchung des linken Sprunggelenks. Der 28-Jährige ist damit für die Partie gegen die Eintracht fraglich. "Bei Sven sieht es für das Wochenende nicht gut aus, aber für Dienstag haben wir Hoffnung", sagte Herrlich mit Blick auf das Pokalhalbfinale gegen den Rekordmeister aus München.

Offensiv braucht sich der Coach indes kaum Sorgen machen: Harmoniert der Angriff auch in den kommenden Wochen so wie am Montagabend in Leipzig, dürften alle Kontrahenten Probleme bekommen. An Selbstvertrauen sollte es den Bayer-Stürmern nach dem Gala-Auftritt bei RB zumindest nicht mangeln. Auch nicht Kevin Volland, der seine beinahe dreimonatige Torflaute eindrucksvoll beendete und mit seinem Treffer zum 4:1 in der 69. Minute den Schlusspunkt setzte.

Neben dem gebürtigen Allgäuer stach aus einer insgesamt sehr guten Werkself vor allem Julian Brandt heraus. Der 21-Jährige, der erst in der vergangenen Woche seinen Vertrag unter dem Bayer-Kreuz vorzeitig bis 2021 verlängert hatte, präsentierte sich in Topform - und sendete damit auch ein Signal in Richtung des Bundestrainers mit Blick auf die WM in Russland. "Wir wollen natürlich gegen Frankfurt den Schwung mitnehmen und die nächsten drei Punkte einfahren", sagte Torschütze Brandt, der von Leipzigs Defensive kaum zu bremsen war. "Die letzten zwei Wochen standen wir ein bisschen auf der Bremse, aber jetzt sind wir in Fahrt gekommen." Sein Rezept für einen gelungenen Schlussspurt: "Einfach weiter Gas geben."

Rudi Völler sah im Triumph in Leipzig keinen Grund, gleich euphorisch zu werden. "Wir bleiben definitiv mit den Füßen auf dem Boden. Das ist wichtig", betonte der Weltmeister von 1990 - wohlwissend, dass Bayer 04 mit Frankfurt, München und Dortmund in den kommenden zehn Tagen wegweisende Partien bevorstehen.

(RP)