Bayer 04 Leverkusen: Wechselgedanken bei Aleksandar Dragovic

Österreicher denkt über Wechsel nach : Dragovic unzufrieden mit seiner Rolle bei Bayer 04

Durch die Sperre von Jonathan Tah könnte der Innenverteidiger gegen Schalke in die erste Elf rücken. So oder so will sich der Österreicher im Winter mit den Klubverantwortlichen zusammensetzen und über seine Zukunft sprechen.

In der österreichischen Nationalmannschaft ist er seit Jahren eine feste Größe und Stammspieler. Seine Rolle bei der Werkself könnte hingegen kaum unterschiedlicher sein. Denn dort ist Aleksandar Dragovic einmal mehr nur Ergänzungsspieler. Ein Umstand, der den 28-Jährigen ins Grübeln kommen lässt – vor allem mit Blick auf die erste paneuropäische Europameisterschaft 2020 und seinen Platz im ÖFB-Team. „Ich brauche Spiele für die EM, ganz klar“, betont er. In der Winterpause werde er sich mit den Klubverantwortlichen zusammensetzen. „Und dann wird man sehen, was die Zukunft bringt.“

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der gebürtige Wiener mit serbischen Wurzeln unzufrieden mit seiner Rolle im Team zeigt. Bereits im vergangenen März erklärte der Abwehrspieler, dass sein Reservistendasein beim Werksklub „auf Dauer keine Lösung“ sein könne. Ein Abschied aus Leverkusen im Sommer schien denkbar. Dragovic jedoch blieb, wechselte vor wenigen Monaten dann aber seinen Berater. „Jeder will spielen, das ist klar“, sagt er. „Ich kann nichts anderes sagen, als dass ich weiter hart an mir arbeite und versuche, mich zu verbessern.“ Alles andere liege „in Gottes Hand, beziehungsweise in der des Trainers“, betont Dragovic.

In der vergangenen Saison kam der 1,86-Meter-Mann in 30 von 45 Pflichtspielen zum Einsatz. In der aktuellen Spielzeit bestritt der 80-fache Nationalspieler bislang wettbewerbsübergreifend erst neun Partien. Gegen den FC Schalke (Samstag, 18.30 Uhr) könnte der 2016 für rund 18 Millionen Euro aus Kiew unters Bayer-Kreuz gewechselte Profi nun seinen sechsten Startelfeinsatz feiern. Positionskollege Jonathan Tah sah beim 2:1-Erfolg in München wegen einer Notbremse die Rote Karte und wurde vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bunds für zwei Spiele gesperrt. Eine Chance? „Keine Ahnung. Ich kann nur im Training mein Bestes geben. Alles andere muss der Trainer entscheiden. Mehr kann ich nicht machen.“

Sollte Coach Peter Bosz erneut einen anderen Profi vorziehen – das griechische Talent Panagiotis Retsos stünde ebenfalls bereit –, dürfte Dragovic seinen Unmut über seinen Status als Ergänzungsspieler wohl weiter untermauern. Bereits in der Spielzeit 2017/18 ließ er sich nach England zu Leicester City verleihen, um Spielpraxis zu sammeln. Sein Vertrag in Leverkusen endet 2021. „Natürlich wäre es mir lieber, wenn ich jede Woche spielen würde“, sagt Dragovic. Er sei fit und habe im Nationalteam, mit dem er im November die Europameisterschaftsteilnahme sicherstellte, gute Leistungen gebracht.

Allen Unmuts zum Trotz will der 28-Jährige eines jedoch auf keinen Fall: Unruhe in die Mannschaft bringen, die nach den Siegen in Moskau und bei den Bayern derzeit obenauf ist. „Es bringt nichts, zu jammern“, betont Dragovic. „Wir haben jetzt Selbstvertrauen getankt, dürfen uns aber nicht auf den Erfolgen ausruhen, sondern weiter hart arbeiten, trainieren und Punkte sammeln.“