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Bayer 04 Leverkusen: Wechsel von Milot Rashica von Werder Bremen platzt in letzter Minute

Deadline-Day : Rashicas Wechsel zu Bayer 04 platzt in letzter Sekunde

Weil sich Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen nicht bei der Kaufoption einig werden, scheitert der Last-Minute-Transfer von Milot Rashica ins Rheinland. In Panagiotis Retsos verlässt ein Profi den Werksklub auf Leihbasis.

Der „Deadline-Day“ hat einen besonderen Reiz. Gerüchte überschlagen sich, Vollzugsmeldungen tickern im Minutentakt durchs Internet, ebenso Dementis oder auf den Zielgeraden gescheiterte Transfers. Bei Bayer Leverkusen blieb es bis kurz vor dem Ende der Wechselfrist um 18 Uhr ruhig. Doch ehe sich das Fenster schloss, kochte das Gerücht um Milot Rashica hoch. Verschiedene Medien vermeldeten bereits, dass der Wechsel fix sei. Doch dann platzte der Deal auf den letzten Metern. „Deadline-Day“ eben.

Immerhin lag es nicht wie 2014 beim 1. FC Köln und Eric Maxim Choupo-Moting an einem vermeintlich kaputten Faxgerät. Der Transfer des Linksaußen von Werder Bremen scheiterte daran, dass sich beide Klubs bei der Kaufoption nicht einigen konnten. „Da hatten Bremen und wir unterschiedliche Vorstellungen“, sagte Sportgeschäftsführer Rudi Völler dem „Kicker“. Letztlich habe dann die Zeit für eine Einigung gefehlt.

Der 24-jährige Kosovare sollte den Engpass in Bayers Offensive beheben, den Trainer Peter Bosz mehrfach ansprach und der sich durch die Verletzung von Stürmer Patrik Schick weiter verschärft hat. Auf dem linken Flügel sowie als vorderste oder hängende Spitze kam er bei Werder bereits zum Einsatz. Damit hätte Rashica neben seiner aus der Bundesliga bereits bekannten Qualitäten ein Hauptkriterium erfüllt: Vielseitigkeit. Seit Wochen wurde um den Bremer gepokert. Der VfL Wolfsburg und RB Leipzig waren zunächst als neue Arbeitgeber im Gespräch, dann verdichteten sich die Anzeichen für einen Wechsel in die englische Premier League, und kurz vor Schluss klinkte sich der Europa-League-Teilnehmer aus Leverkusen ein. Vergeblich.

Rashica wäre mit seiner Schnelligkeit und Technik wohl ein Spieler nach dem Geschmack von Bosz gewesen. Zumal sich die beiden noch aus gemeinsamen Zeiten bei Vitesse Arnheim kennen. Der Niederländer war 2015 Rashicas erster Trainer nach dessen Wechsel aus dem Kosovo in die Eredivisie. Bosz machte ihn schnell zum Stammspieler. Im Januar 2018 wechselte der Angreifer für sieben Millionen Euro von Arnheim an die Weser. Im ersten Jahr in Deutschland lief es nicht gut, doch dann nahm der Nationalspieler eine rasante Entwicklung und avancierte zum Leistungsträger. Für Werder absolvierte er 74 Spiele und erzielte 24 Tore.

Seit Montag, 18 Uhr, ist auch klar, dass Linksverteidiger Sead Kolasinac, der lange als Kandidat für die Werkself gehandelt wurde, nicht vom FC Arsenal nach Leverkusen kommt – wohl auch, weil sich kein Abnehmer für Wendell fand. Auf der Abgangsseite blieb es angesichts der Tatsache, dass es gleich mehrere Spieler gibt, die wechselwillig sind oder im Interesse ihrer Karriere den Verein verlassen sollten, ebenfalls bemerkenswert ruhig. Panagiotis Retsos wechselt auf Leihbasis zur AS St. Etienne. Der französische Erstligist sichert sich zudem eine Kaufoption für den Griechen.

Kandidaten wie Aleksandar Dragovic, Tin Jedvaj, Wendell und Mitchell Weiser bleiben Bayer indes vorerst erhalten. Da das Transferfenster in manchen Ländern wie etwa Portugal, Schweiz, Russland oder den Niederlanden allerdings nach wie vor offen steht, gibt es aber noch theoretische Möglichkeiten für einen Wechsel oder eine Leihe ins Ausland.