Frühere Bayer-Verteidiger Was machen eigentlich. . .Lars und Sven Bender? 

Leverkusen · Mit dem TSV Brannenburg dominieren die Zwillingsbrüder Lars und Sven Bender derzeit die Kreisklasse in Bayern. Inzwischen sind die ehemaligen Verteidiger von Bayer 04 Leverkusen zudem als Trainer beim DFB angestellt.

Sommer 2021: Lars und sein Bruder Sven Bender (r.) gehen nach ihrem letzten Spiel als Profi in Dortmund gemeinsam vom Rasen.

Sommer 2021: Lars und sein Bruder Sven Bender (r.) gehen nach ihrem letzten Spiel als Profi in Dortmund gemeinsam vom Rasen.

Foto: Jörg Schüler/Bayer 04 Leverkusen/Jörg Schüler

2009 trennten sich zum ersten Mal in ihrer beider Leben die sportlichen Wege von Lars und Sven Bender. Während Letztgenannter seine von zahlreichen Titeln gesäumte Karriere bei Borussia Dortmund begann, zog es seinen zwölf Minuten älteren Zwillingsbruder zu Bayer 04. Beim Werksklub avancierte Lars zur Klublegende und zum Ehrenspielführer. Seit 2017 sind die beiden Defensivspezialisten fußballerisch wiedervereint. Ihre letzten Jahre als Profis verbrachten sie – mal mehr, mal weniger erfolgreich – gemeinsam in Leverkusen, ehe sie 2021 einen Schlussstrich zogen und sich im Alter von 32 Jahren aus der Bundesliga verabschiedeten.

Dem Fußball ist das Brüderpaar, das 2016 mit der deutschen Olymiaauswahl Silber in Rio gewann, treu geblieben. Seit nun anderthalb Spielzeiten schnüren Lars und Sven die Schuhe für ihren Jugendverein TSV Brannenburg in der Kreisklasse Inn/Salzach 1 in Bayern. Derzeit führt der TSV die Liga trotz einer Partie weniger als der ärgste Verfolger SV Tattenhausen mit fünf Punkten Vorsprung an. Im letzten Spiel vor der Winterpause feierten die Brannenburger einen 6:0-Heimsieg gegen den SV Pang. Mann des Spiels war ohne Zweifel Lars Bender. Der langjährige Rechtsverteidiger der Leverkusener, der insgesamt 342 Partien für die Rheinländer bestritt, erzielte einen lupenreinen Hattrick und sorgte damit für die Entscheidung. In den zwölf Jahren zuvor waren ihm in allen Wettbewerben 27 Treffer für Bayer gelungen.

Doch nicht nur auf dem Platz, sondern inzwischen auch am Spielfeldrand haben die beiden für ihren Einsatz und Mentalität bei den Fans beliebten Brüder eine neue Aufgabe übernommen. Seit Sommer diesen Jahres arbeiten sie im Nachwuchsbereich des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und sammeln dort Erfahrungen. Lars ist als Co-Trainer zuständig für die U15 und assistiert Marc-Patrick Meister sowie Mario Himsl. Sein Ziel lautet, die als Spieler national wie international gesammelten Erfahrungen an die größten Talente des Landes weiterzugeben – und zugleich selbst als Coach zu reifen. Sven Bender verfolgt dasselbe Ziel, wird aber aktuell in der U16 an der Seite von Michael Prus und Janis Hohenhövel als Co-Trainer eingesetzt.

„Der Fußball hat uns sehr viel gegeben und letztlich unser komplettes bisheriges Leben geprägt“, werden Lars und Sven im Internet auf der Seite des DFB zitiert. „Wir haben nach unserer Karriere eine Auszeit gebraucht und gemerkt, dass wir nun auch etwas zurückgeben wollen.“ Der Anruf des DFB sei daher zur rechten Zeit gekommen. „Wir haben in unserer aktiven Laufbahn schon viel hinterfragt und gerne Verantwortung übernommen. Jetzt ist es an der Zeit, diese in einer neuen Rolle zu übernehmen.“

Aktuell schaffen es beide, die neuen Trainerjobs sowie das Dasein als Kreisklasse-Fußballer unter einen Hut zu bringen. Während der in seiner Profilaufbahn häufig verletzte Lars noch kein Ligaspiel beim TSV Brannenburg verpasst hat, stand Sven bei immerhin zehn von zwölf Partien auf dem Rasen. In Leverkusen, Dortmund und natürlich auch beim TSV 1860 München, der ersten Profistation der beiden, werden sie die Karrierewege der Brüder gewiss mit Interesse verfolgen.

Tipp Im Sommer 2021 hat Bayer 04 einen Dokumentationsfilm zum Karrieende der Zwillinge veröffentlicht, der auch heute noch über den Youtube-Kanal des Werksklubs abrufbar ist. Der Titel lautet: „Bender – die Unzertrennlichen. Lars und Sven sagen Servus“.