Bayer 04 Leverkusen: Was Bernd Leno vom FC Schalke 04 lernen will

Bayer kämpft um Champions League: Was Bernd Leno vom FC Schalke lernen will

Die Nummer eins der Werkself sieht in der 0:2-Niederlage beim 1. FC Köln einen "Warnschuss" im Kampf um die Champions League. Nicht schön, sondern erfolgreich will der 26-jährige Nationaltorhüter ab jetzt spielen.

Bernd Leno sieht in der 0:2-Niederlage beim 1. FC Köln einen "Warnschuss" im Kampf um die Champions League. Nicht schön, sondern erfolgreich will der 26-jährige Nationaltorhüter ab jetzt spielen.

Was haben Dortmund, Schalke, Leipzig und Frankfurt gemeinsam? Sie gehen mit einem Erfolgserlebnis in die nun anstehende Länderspielpause. Bayer 04 hingegen ist mit Ausnahme des designierten Meisters aus München die einzige Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel, die ihr Spiel am Wochenende verloren hat - ausgerechnet in Köln. Die 0:2-Niederlage im Nachbarschaftsduell wirft die ambitionierte Werkself im Kampf um die Champions League zurück. Nicht nur Torwart Bernd Leno war nach der Partie genervt von dem Rückschlag.

Die Frage, was schiefgelaufen sei, beantwortete er lakonisch: "Eigentlich alles." Von der ersten Minute an sei Leverkusen nicht im Spiel gewesen und habe zurecht verloren. Mit Blick auf die Tabelle schmerzt die Niederlage im Derby doppelt. Drei Punkte wären durch die Erfolge aller Konkurrenten eminent wichtig gewesen, um sich in der Spitzengruppe zu behaupten. So aber rangiert Bayer mit 44 Punkten auf dem fünften Platz.

Das ist freilich immer noch eine gute Ausgangslage, um die Saison mit der ersehnten Rückkehr in die Champions League enden zu lassen. Doch dafür sei Leno zufolge ein Umdenken in den letzten sieben Partien der Spielzeit notwendig. Als Vorbild nennt der 26-Jährige einen direkten Konkurrenten: den FC Schalke 04. Der nicht besonders ansehnliche, aber dafür erfolgreiche Fußball der Gelsenkirchener könne als Orientierung dienen.

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"Das ist auch ein Zeichen von Qualität, Cleverness, Abgezocktheit", sagt Leno. "Schalke spielt Woche für Woche Spiele, die man nicht anschauen will, aber sie gewinnen. Das ist, was am Ende zählt. Wir sollten uns darauf fokussieren, nicht schönen Fußball zu spielen, sondern erfolgreichen." Insofern sei die Pleite in Köln ein "Warnschuss" für die Werkself. "Die Situation in der Tabelle ist gefährlich. Wir haben noch wichtige Spiele vor der Brust gegen Frankfurt, Dortmund und Leipzig - da wird es sich entscheiden."

Angefressen war Leno auch wegen der Undiszipliniertheit seines Teamkollegen Lucas Alario, der nach einer Tätlichkeit gegen Dominic Maroh die Rote Karte sah und gestern vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro sowie drei Spielen Sperre verurteilt wurde. Auch diese Szene sei ein Zeichen mangelnder Cleverness. Es war der insgesamt vierte Platzverweis in der Saison - viel zu viele, wenn es nach Leno geht. "Klar haben wir eine junge Mannschaft, aber wir sind ja auch keine Schülertruppe. Uns dürfen keine unnötigen Roten Karten mehr passieren."

Sportchef Rudi Völler beschrieb den Aussetzer von Alario übrigens mit einer gewissen Widersprüchlichkeit. Er wolle Maroh keinen Vorwurf machen und ihn nicht kritisieren, sagte der 57-Jährige - und fügte hinzu, dass der Kölner "natürlich den sterbenden Schwan" gespielt habe, als er den Ellenbogen des Argentiniers gegen seinen Kopf bekam. Für Alario zeigte er zumindest teilweise Verständnis: "Ich kenne das auch von früher, wenn du eine halbe Stunde lang permanent festgehalten wirst und der Schiedsrichter ahndet es nicht." Dennoch dürfe man freilich trotzdem nicht die Nerven verlieren.

Im Grunde sei die Maxime für den Rest der Saison relativ einfach, betonte Völler: "Wir haben noch sieben Spiele und das Halbfinale im Pokal. Wenn wir es dabei schaffen, mit elf Spielern vom Platz zu gehen, werden wir auch noch viele Siege feiern. Davon bin ich überzeugt."

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(RP)