Kader wird breiter Bayer wappnet sich für die Champions League

Leverkusen · Der Deutsche Meister aus Leverkusen verpflichtet in Aleix Garcia einen gestandenen Profi mit Führungsqualität für das Mittelfeld. Der Spanier bringt neben seinen Stärken am Ball auch viel Bewunderung für den Werksklub mit.

  Leverkusens Zugag Aleix Garcia gilt als klassicher „Box to Box“-Spieler.

Leverkusens Zugag Aleix Garcia gilt als klassicher „Box to Box“-Spieler.

Foto: AP/Joan Monfort

Endlich wieder Champions League: Als Deutscher Meister ist Bayer Leverkusen selbstverständlich Teil des illustren Kreises, der in der kommenden Saison um die prestigeträchtigste Trophäe des Vereinsfußalls spielt. Der neue Modus der Königsklasse hält aber nicht nur Duelle gegen die Topteams Europas bereit, sondern auch gleich acht Vorrundenspiele. Um gewappnet zu sein, stellt der Werksklub seinen Erfolgskader noch breiter auf: In Aleix Garcia wechselt der bisherige Kapitän des FC Girona zur Mannschaft von Trainer Xabi Alonso, die am 14. Juli mit der Leistungsdiagnostik in die Vorbereitung einsteigt.

Die Intensität war in der vergangenen Spielzeit mit insgesamt 53 Partien bereits extrem hoch für die Profis. Umso beeindruckter ist Garcia davon, dass Bayer die Double-Saison mit nur einer Niederlage im Finale der Europa League beendet hat. „Die ersten Eindrücke sind top“, sagte der 26-Jährige im Klub-TV. Mit seiner ehemaligen Mannschaft wurde er überraschend Dritter in der spanischen LaLiga. „Es war eine perfekte Saison mit Girona. Wir haben Geschichte geschrieben. Aber Bayer hat in Deutschland und Europa einen überragenden Job gemacht. Ich wollte Teil dieses großen Vereins sein, um große Dinge zu erreichen und Titel zu gewinnen. Ich habe Bayer 04 wie vermutlich die Fußballfans in ganz Europa bewundert für die außergewöhnlichen Leistungen in der vergangenen Saison.“

Als Kapitän des spanischen Überraschungsteams bringt der zentrale Mittelfeldspieler Erfahrung als Führungsspieler mit. Die Fans der Werkself will er aber vor allem mit Einsatz überzeugen. „Ich werde 90 Minuten für dieses Trikot und diesen Klub rennen und mein Bestes geben.“ Sein Landsmann Alejandro Grimaldo habe ihm im Kreis der Nationalmannschaft nur Gutes über seinen neuen Arbeitgeber erzählt und alle seine Fragen zum Werksklub beantwortet. „Er hat mir viel erklärt – und alles klang positiv. Das hat mir bei meiner Entscheidung geholfen.“ Aus dem endgültigen EM-Kader der Spanier wurde indes gestrichen.

Garcia hat bis 2029 in Leverkusen unterschrieben, die kolportierte Ablösesumme liegt bei rund 18 Millionen Euro. Sportgeschäftsführer Simon Rolfes lobt die Übersicht und strategischen Fähigkeiten des Zugangs, der auch in stressigen Situationen auf dem Rasen ballsicher und schnell im Passspiel ist. Damit verfügt Alonso über eine Alternative für Granit Xhaka, der in der vergangenen Spielzeit im Grunde unersetzbar war und daher nur äußerst selten verschnaufen konnte – und wenn, hatte das Fehlen des Mittelfeld-Maestros meist unübersehbare Auswirkungen auf die Spielstruktur der Leverkusener. In Garcia, Xhaka, Robert Andrich sowie Exequiel Palacios hat der Coach nun vier starke Optionen für die neuralgische Position in seinem System, was die notwendige Rotation erleichtern dürfte.

Wie wichtig kluge Belastungssteuerung ist, hat die vergangene Saison bewiesen, die kommende wird nicht weniger intensiv. „Aleix besitzt Führungsqualitäten, die für uns in den kommenden Jahren sehr wertvoll sein werden“, sagte Rolfes. „Wir sind froh, dass wir ihn verpflichten konnten. Er ist ein wichtiger Faktor bei der Verwirklichung unserer ambitionierten Ziele.“