Bayer 04 Leverkusen verpasst Champions League

Trotz 3:2 gegen Hannover: Bayer verpasst Champions League

Die Werkself hat die Qualifikation zur Champions League verpasst. Am letzten Spieltag reichte dem Team von Trainer Heiko Herrlich auch nicht ein 3:2 (2:0)-Sieg gegen Hannover, um noch auf Platz vier zu klettern. Emotionaler Abschied für Stefan Kießling.

Das Trikot mit der Nummer 11 war am Samstag allgegenwärtig in der BayArena. Als die Profis den Platz zum Warmmachen betraten, trugen alle Leverkusener das Trikot von Stefan Kießling. Der 34 Jahre alte Routinier beendete nach zwölf Jahren unterm Bayer-Kreuz seine Profikarriere. Die Fans verabschiedeten ihren Liebling mit einer stadionumfassenden Choreo vor dem Anpfiff. Bei der Ehrenrunde im Anschluss an das Spiel floss nicht nur beim ein oder anderen Anhänger der Werkself eine Träne, sondern auch beim Angreifer selbst.

Passend zur durch die Abschieds-Choreografie für Kießling emotional aufgeladene Atmosphäre erwischte die Werkself einen furiosen Start. Bereits in der 3. Minute brachte Lucas Alario seine Farben mit einem sehenswertem Linksschuss aus spitzem Winkel in Führung. Im Wissen, dass nur ein Sieg mit fünf Toren Differenz die sichere Champions-League-Teilnahme bedeutet, blieb Bayer auf dem Gaspedal. Wendell vergab nur zwei Minuten später vom Elfmeterpunkt die große Chance, den Vorsprung auszubauen. Sein Schuss ging rechts am Tor vorbei. Vorausgegangen war ein Foulspiel von Hannovers Sebastian Maier an Julian Baumgartlinger (5.).

Die Niedersachsen zeigten sich beeindruckt vom Turbostart der Hausherren und schafften es in der Anfangsphase kaum aus der eigenen Hälfte. Bayer drängte indes weiter auf das zweite Tor. Julian Brandt vergab zunächst aus aussichtsreicher Position (17.), doch nur eine Minute später sorgte Alario mit seinem zweiten Treffer für das verdiente 2:0. Der Argentinier profitierte dabei von einem missglückten Rückpass von Hannovers Matthias Ostrzolek, fing den Ball ab, umkurvte 96-Keeper Michael Esser und schob ein ins verwaiste Tor. Bis zur Halbzeitpause blieb die Werkself, bei denen Dominik Kohr den verletzten Baumgartlinger ab der 23. Minute ersetzte, das gefährlichere Team, nahm aber Tempo aus der Partie, wodurch Hannover etwas mehr Ordnung fand. Von den Gästen, die den Klassenerhalt bereits in der Vorwoche klargemacht hatten, war offensiv bis auf eine Möglichkeit durch Martin Harnik (29.) nichts zu sehen.

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Nach dem Seitenwechsel blieb Leverkusen die tonangebende Mannschaft. Alario hätte beinahe per Kopf sein drittes Tor erzielt (52.), ehe Julian Brandt seine starke Leistung mit dem 3:0 (55.) krönte. Zwei Tore fehlten fortan zur sicheren Teilnahme an der Königsklasse - und Leverkusen drängte auf den nächsten Treffer. Alario, Leon Bailey und Dominik Kohr vergaben Großchancen im Minutentakt.

In der Schlussphase warf Herrlich noch einmal alles nach vorne, brachte zunächst Flügelstürmer Karim Bellarabi und dann den von den Fans geforderten Kießling (80.). Nach einem Foul an Bellarabi im Strafraum zeigte Schiedsrichter Guido Winkmann zunächst auf Elfmeter für die Werkself, nahm die Entscheidung nach Videobeweis jedoch zurück. Kießling stand bereits als Schütze bereit (85.). Das 1:3 durch Niklas Füllkrug in der 90. Minute war dann das endgültige Aus aller Leverkusener Hoffnungen auf die Champions League, das 2:3 durch Harnik nur noch Ergebniskosmetik. Aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber dem BVB, der 1:3 in Hoffenheim verlor, muss Bayer trotz des Sieges zum Saisonabschluss kommende Saison mit der Europa League vorliebnehmen.

Neben Kießling wurden vor dem Spielbeginn auch Vladlen Yurchenko und Hansi Blum verabschiedet. Während der Ukrainer den Klub nach vier Jahren und 18 Pflichtspielen mit unbekanntem Ziel verlässt, geht Zeugwart Blum nach 20 Jahren bei der Werkself in den Ruhestand. Die angekündigte Verabschiedung von Kaderspieler Marlon Frey fand indes nicht statt: Sein Vertrag könnte nun doch verlängert werden.

(sb)
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