Bayer 04 Leverkusen verliert gegen Heracles Almelo, Unentschieden gegen Vitesse Arnheim

Doppel-Test : Bayer 04 verliert gegen Almelo, Unentschieden gegen Arnheim

Zwei Spiele, kein Erfolg: Bayer 04 Leverkusen hat das Testspiel gegen Heracles Almelo verloren und gegen Vitesse Arnheim unentschieden gespielt. Trainer Peter Bosz musste obendrein mehrere Spieler angeschlagen auswechseln.

In der 56. Minute gibt es für Ana Christina und Paulo Henrique kein Halten mehr. Leidenschaftlich feuern sie ihren Sohn an. Der stürmt nach einem Pass von Cem Türkmen frei auf das Tor von Heracles Almelo zu, hebt den Kopf, schaut sich eine Ecke aus und vollendet sauber zum 1:2-Anschluss für die Werkself. Vor exakt einem Jahr gab Paulinho gegen Fortuna Sittard sein Debüt im Trikot der Werkself. Nun ist er der nicht nur von seinen Eltern bejubelte Torschütze. Sein Treffer änderte allerdings nichts an der 3:4 (0:1)-Niederlage gegen den niederländischen Erstligisten in der ersten Partie des Doppeltestspieltags am Sonntag. Gegen Vitesse Arnheim folgte ein 1:1 (1:1).

Die Tests der Werkself sorgen bislang nur bedingt für Begeisterung. Einem 4:0-Erfolg gegen den Wuppertaler SV folgten drei Niederlagen gegen Sittard (0:1), Eupen (3:4), Watford (1:2) sowie ein Unentschieden gegen Eibar (2:2). Für Bayers Trainer Peter Bosz waren die Ergebnisse bislang sekundär. Wichtiger seien ihm, dass Fortschritte sichtbar werden – und dass sich die Fehler aus den vorigen Partien nicht wiederholen. Das war am Sonntag nicht zwingend der Fall. „Ich bin nicht zufrieden. Wir sind jetzt in der vierten Vorbereitungswoche und müssen auch Spiele gewinnen“, sagte er.

Gegen Almelo musste der Coach den ersten Wechsel bereits vor dem Anstoß vollziehen. Statt Joel Pohjanpalo rückte Panagiotis Retsos in die Startelf. Bosz zufolge handelte es sich bei dem Wechsel um eine Vorsichtsmaßnahme, um den nach wie vor heiklen Genesungsprozess des Finnen nicht zu gefährden. Der zweite Wechsel folgte nach gut 20 Minuten. Mitchell Weiser humpelte mit Schmerzen am Zeh vom Platz, nachdem er einen Schlag abgekommen hatte. Eine genaue Diagnose steht noch aus. U19-Spieler Samed Onur ersetzte ihn.

Bis dahin sahen die knapp 800 Zuschauer eine muntere Partie, in der Heracles durch einen schönen Sololauf nebst Abschluss ins lange Eck von Silvester van der Water in Führung ging (10.). Bayer 04 kam seinerseits unter anderem durch Ayman Azhils Latten- sowie Leon Baileys Pfostentreffer zu guten Gelegenheiten (2./14.). Nach einer etwas ruhigeren Phase auf dem Rasen erzielte Almelo durch Juniore Mauros trockenen Schuss von der Strafraumgrenze das zweite Tor des Tages (41).

Leverkusen war bis dahin zwar weitgehend spielbestimmend und ballsicher, jedoch offensiv zu ineffektiv – und die Gäste wussten ihre Chancen konsequent zu nutzen. Nach dem Seitenwechsel bot sich ein ähnliches Bild. Die Werkself war am Drücker, hatte bei Alexander Merkels Großchance allerdings Glück, dass der Ball links am Tor vorbeiging (52.). Kurz danach brachten Paulinho und Leon Bailey mit einem Doppelschlag den Ausgleich für die Gastgeber (58.). Doch die Freude währte nicht lange, denn Cyriel Dessers brachte Almelo erneut in Front (61.) und stellte durch Adrian Szöke den Zwei-Tore-Abstand wieder her (82.). Lucas Alario markierte per Foulelfmeter schließlich den Endstand einer ereignisreichen Partie.

Im zweiten Sonntagstest gegen Vitesse Arnheim setzte Bosz auf eine nominell deutlich stärkere Anfangsformation. Bayer begann mit entsprechend viel Druck, erspielte sich einige Gelegenheiten, ließ es aber zunächst erneut an Präzision vermissen. Die Niederländer machten es besser und gingen quasi mit ihrer ersten erwähnenswerten Chance durch Max Clark in Führung (28.). Sven Bender antwortete zeitnah mit einem Kopfballtor nach einer Ecke von Kerem Demirbay (32.).

Vor und nach der Halbzeit spielte sich das Geschehen vor allem zwischen den Strafräumen ab. Bayer hatte immer wieder Möglichkeiten, in Führung zu gehen, doch weder Kai Havertz (55.) noch Moussa Diaby (55.) oder Kevin Volland (62./64.) kamen zum Erfolg. So blieb es beim 1:1. Kapitän Lars Bender erlebte das nicht mehr auf dem Platz mit – er blieb zur Pause in der Kabine.

Mehr von RP ONLINE