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Bayer 04 Leverkusen tritt am Samstag zum Topspiel in Mönchengladbach an

Vier Ligaspiele ohne Sieg : Bayer braucht Punkte gegen den Winterblues

Vor dem Topspiel am Samstag bei Borussia Mönchengladbach gibt sich Bayer Leverkusens Trainer Gerardo Seoane zuversichtlich. Vier Ligaspiele ohne Sieg in Serie sind für die Werkself zwar keine neue, aber unschöne Erfahrung.

An seinen ersten Sieg als Trainer in der Bundesliga wird sich Gerardo Seoane wohl immer gerne erinnern. Es war ein 4:0 gegen Mönchengladbach. Die Werkself ging auch mit etwas Glück früh 2:0 in Führung, bei der Borussia lief im wohl kleinsten aller Rhein-Derbys hingegen nicht viel zusammen. Kurz gesagt: Für die „Fohlen“ war es ein Nachmittag zum Vergessen. Am Samstag steht das Rückspiel an (18.30 Uhr).

Bayer zehrt noch heute von der starken Phase in der Hinrunde, die mit dem Heimsieg gegen Gladbach ihren Anfang nahm, aber mit dem 1:5 gegen den FC Bayern ein jähes Ende fand. Der Pleite gegen den Rekordmeister folgte ein Tief, in dem Bayer vier Ligaspiele ohne Sieg blieb. Aktuell steckt Seoanes Mannschaft in einer vergleichbaren Situation. Seit dem 2:5 bei Eintracht Frankfurt knirscht es nachhaltig im Getriebe der Werkself. Die seitdem erneut vier sieglosen Partien in Serie kosteten Leverkusen den vierten Platz.

Für Seoane ist das aber kein Anlass für Alarmismus. Er habe „keine Kopfschmerzen“, wenn er auf die Tabelle schaue, betont der Coach. „Es gibt noch viele Spieltage und die Tabelle wird sich immer wieder verändern. Mein Blick ist nicht auf das Ziel, sondern auf den Weg gerichtet. Es ist wie ein Marathon.“ Die Trainingswoche gibt dem 43-Jährigen Zuversicht, dass sich die Mannschaft wie in der Hinrunde selbst aus dem Schlamassel ziehen kann. Die Profis seien selbstkritisch und einsichtig nach dem 2:2 gegen Union Berlin. Die Motivation sei hoch. Die fehlenden Siege der vergangenen Spiele aufzuzählen, bringe nichts. Klar ist aber auch: Bayer braucht einen Sieg gegen den Winterblues.

Nadiem Amiri, der beim erinnerungswürdigen 4:0 gegen Gladbach zum Endstand traf, bleibt allen Transfergerüchten zum Trotz ein Teil in Seoanes Plan für das Topspiel. Der 25-Jährige steht vor einem Wechsel in die italienische Serie A. Der CFC Genua ist im Abstiegskampf auf der Suche nach Verstärkungen, Amiri ist mit seinen geringen Einsatzzeiten in Leverkusen unzufrieden. Seoane lassen die Spekulationen um seinen Mittelfeldspieler aber kalt.

„Es ist Januar und das Transferfenster ist offen. Das gehört dazu“, sagt der Schweizer. „Ich habe die Meldungen auch gelesen. Ein bisschen was ist dran, ein bisschen ist dazugedichtet. Aber das interessiert mich als Trainer einen Tag vor dem nächsten Spiel nicht.“ Vielmehr sei er froh, dass Amiri gesund aus seiner Covid-Quarantäne zurückgekehrt und eine Option für das Spiel in Mönchengladbach sei. „Er ist Spieler von Bayer 04 und ich bin froh, dass er dabei ist“, betont Seoane. Alles weitere sei mit der sportlichen Leitung des Werksklubs zu klären.

Patrik Schick, der unter der Woche aus Gründen der Belastungssteuerung dosiert trainiert hat, ist ebenfalls fit und einsatzbereit. Unlängst wurde der Torjäger zum Bundesligaspieler des Monats Dezember gekürt – eine Auszeichnung, der Seoane nicht allzu viel abgewinnen kann. „Dafür gibt es keine Punkte“, sagt er. Zwar freue er sich für Schick, „aber das ist für Stürmer nur möglich, wenn seine Mitspieler ihn füttern.“ Er sehe darin den Auftrag an den Tschechen, weiterhin stark zu performen. „Einzelauszeichnungen sind schön, aber wir leben vom Kollektiv. Das steht im Vordergrund.“

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In Gladbach erwartet der Trainer ein intensives Spiel. Die Borussia gehe nach dem 2:1-Sieg beim FC Bayern sicher mit breiter Brust in das Duell. „Wir haben einige Spiele von ihnen gesehen und wissen, dass sie eine starke Mannschaft haben“, sagt Seoane, „aber wir wissen auch, wie man ihnen Probleme bereiten kann.“