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Bayer 04 Leverkusen, Transfers: Patrik Schick allein reicht Peter Bosz nicht

Bayer-Coach fordert Zugänge : Patrik Schick allein reicht Peter Bosz nicht

Der 24-jährige Stürmer aus Tschechien ist bislang Bayer Leverkusens einziger Offensivzugang. Trainer Peter Bosz ist das zu wenig. Gerüchte um Olympique Marseilles Rechtsaußen Florian Thauvin halten sich hartnäckig.

Die Frage, was für ein Spieler Patrik Schick eigentlich ist, beantwortete Julian Nagelsmann zunächst mit einem Witz: „Ein teurer. Deswegen haben wir ihn nicht mehr.“ Der Trainer von RB Leipzig kennt den Tschechen noch aus der vergangenen Saison, in der er auf Leihbasis für die Sachsen auf Torejagd ging. Gegen seinen ehemaligen Klub war Schick bei Leverkusens 1:1 gegen Leipzig zwar kein Treffer vergönnt, doch der 24-Jährige spielte stark und war an vielen Offensivaktionen beteiligt.

„Er ist ein guter, fleißiger Spieler, der viel arbeitet, viel läuft und sich immer in den Dienst der Mannschaft stellt. Das hat man im Spiel gesehen“, betonte Nagelsmann. „Aber auch er hat noch einige Entwicklungsfelder, in denen er noch deutlich besser werden kann.“ Für die künftigen Gegner der Werkself sei das keine gute Nachricht. Auch Bayers Trainer Peter Bosz lobte Schicks erstes Spiel über 90 Minuten für Bayer, bat aber um Geduld: „Die Mitspieler und ich müssen ihn noch besser kennenlernen. Das braucht Zeit.“ Doch mit jedem Training und jedem Spiel werde der 26,5-Millionen-Euro-Zugang von der AS Rom besser integriert.

Doch Schick allein ist Bosz nicht genug. Aus Mangel an Alternativen nahm er Leon Bailey, der die Vorbereitung verpasste und erst seit einer Woche mit der Mannschaft trainiert, in den Kader und wechselte ihn ein. „Ich habe ihn reingenommen, weil wir sonst fast keine anderen Stürmer haben“, sagte der Niederländer – eine offensichtliche Forderung an Simon Rolfes, nach weiteren Verstärkungen für die Offensive zu suchen.

Der wiederum wiegelte im Fußballtalk „Doppelpass“ auf Sport1 ab und übte sich in Sachen Transfers in Zurückhaltung. Doch Bayers Sportdirektor preschte zumindest in einer Personalie vor: Florian Wirtz. Der 17-Jährige kam im Winter aus der Jugendabteilung des 1. FC Köln zur Werkself. Der Wechsel sorgte für einigen Wirbel zwischen den rivalisierenden Vereinen. Mittelfristig wird ihm von vielen Beobachtern eine zumindest ähnliche Entwicklung wie Kai Havertz zugetraut.

 „Wir sind froh, dass wir ihn haben. Er fühlt sich wohl bei uns und hat den Schritt im Winter sicher nicht bereut“, sagte Rolfes. „Er bekommt bei uns Spielzeit auf sehr hohem Niveau. Ich glaube, dass wir als Verein eine gute Perspektive haben, ihn länger zu halten.“ Zu weiteren Transfers sagte der 38-Jährige: „Wir schauen, wie wir uns verstärken können und welche Optionen es gibt. Aber auch nur, wenn wir wirklich davon überzeugt sind. Wir werden keine verrückten Sachen machen.“

Ein Gerücht, das sich hartnäckig hält, ist das um Florian Thauvin von Olympique Marseille. Der französische Nationalspieler ist Linksfuß, kann auf beiden Flügeln und im offensiven Mittelfeld spielen. Der Vertrag des 27-Jährigen, der vergangene Saison häufig verletzt war, läuft noch bis 2021. Marseille zeigte bislang kein Interesse an einer Verlängerung mit dem Fan-Liebling, der auf 242 Einsätze für Olympique kommt (80 Tore/54 Vorlagen). Zuletzt zeigte sich Thauvin auch einem Wechsel ins Ausland gegenüber aufgeschlossen. Mit einem Marktwert um die 30 Millionen Euro wäre er wohl kein Schnäppchen – aber auch keine allzu „verrückte Sache“.