Bayer 04 Leverkusen: Transfergerüchte - Kommt Kerem Demirbay für Julian Brandt?

Hoffenheims Demirbay im Gespräch : Rekordsieg gegen Frankfurt - knackt Bayer nun auch seinen Transferrekord?

Leverkusens 6:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt war eine Demonstration von Bayers Offensivkraft. Die Werkself ist pünktlich zum Endspurt voll in Form. Im Hintergrund schwelt ein Transfergerücht.

Nach 20 Minuten war ungläubiges Augenreiben eine passende Reaktion, aber nach 36 Minuten brauchte es schon einen Kniff in den Arm, um sicherzugehen, dass das Geschehen auf dem Rasen real ist. Zu dem Zeitpunkt führte Bayer Leverkusen bereits 6:1 gegen Eintracht Frankfurt und stellte dabei mehrere Bundesliga-Bestmarken ein. Nach 36 Minuten sechs Tore gab es zuletzt 1964 für Borussia Dortmund gegen den FC Schalke, ein halbes Dutzend Treffer vor der Halbzeit waren zuletzt 1978 beim Mönchengladbacher 12:0-Sieg gegen den BVB zu sehen, und noch nie hat Frankfurt sechs Tore vor dem Pausenpfiff hinnehmen müssen.

Es war ein historischer Abend, der Spuren in der Tabelle hinterlässt. Die Werkself ist punktgleich mit Frankfurt und nur wegen des schlechteren Torverhältnisses auf Rang fünf. Entsprechend gab es ein kleines Manko: Die Mannschaft von Trainer Peter Bosz ließ es nach der fulminanten Halbzeit mit Treffern von Kai Havertz (2.), Julian Brandt (13.), Charles Aránguiz (28.), Lucas Alario (23./34.) sowie dem Eigentor von Martin Hinteregger (36.) ruhiger angehen. Dabei wäre noch Zeit gewesen, die Tordifferenz auszugleichen.

„Das habe ich so noch nicht erlebt“, sagte Brandt nach dem Spektakel. „Vielleicht hätten wir noch das ein oder andere Tor machen können, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.“ Er sprach seiner Mannschaft lieber ein Lob für ihre Reife aus, nach dem 2:1-Anschlusstreffer durch Filip Kostic (14.) einfach weitergemacht zu haben. „Wir haben den Frankfurtern ihren Funken Hoffnung direkt genommen“, betonte der 23-Jährige. Von einem „Fußballrausch“ wollte er aber nicht sprechen. Das gesamte Team habe harmoniert und jeder habe seinen Teil beigetragen. „Gefühlt hat alles, was wir gemacht haben, Sinn ergeben. Wir waren in einem gewissen Flow“, beschrieb Brandt.

Das gilt auch für Bayers Endspurt in der Liga. Vier Siege in Folge stehen in der Bilanz – bei 13:2 Toren. Was vor drei, vier Wochen noch utopisch erschien, ist jetzt ein realistisches Ziel: Platz vier und damit die Qualifikation für die Champions League. „Wir waren in dieser Saison noch nie in einer besseren Situation“, sagte Brandt. Er warnte aber vor den letzten beiden Spielen gegen den FC Schalke sowie bei Hertha BSC Berlin: „Da wartet harte Arbeit auf uns.“

Auch der beeindruckende Sieg konnte die stetig schwelenden Transfergerüchte freilich nicht überdecken. Brandt wird seit Wochen intensiv mit Dortmund in Verbindung gebracht. Auf seine Zukunft angesprochen, blieb der Nationalspieler bei seiner Linie, während der Saison dazu nichts sagen zu wollen: „Die kommenden zwei Wochen sind entscheidend, dann geht es erstmal in den Urlaub. Stand jetzt habe ich bis 2021 Vertrag und daran hat sich nichts geändert.“

Ein möglicher Ersatz könnte in Kerem Demirbay indes bereits gefunden sein. Dem Vernehmen nach steht der Mittelfeldspieler der TSG Hoffenheim vor einem Wechsel nach Leverkusen – für die festgeschriebene Ablösesumme von 32 Millionen Euro, was für Bayer ebenfalls eine Rekordmarke wäre.

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