Bayer 04 Leverkusen: Transfer von Exequiel Palacios wird konkret

Transfer von Exequiel Palacios wohl fix : Bayer rüstet sich für die Zeit nach Havertz

Der Jahreswechsel naht – und damit auch das obligatorische Wechseltheater. In dem Argentinier Exequiel Palacios hat Bayer Leverkusen offenbar einen der ersten großen Transfers des Winters über die Bühne gebracht.

Vor ein paar Tagen vermeldeten argentinische Medien, dass Bayer Leverkusen bei River Plate zugeschlagen habe – nicht zum ersten Mal. 2017 verpflichtete der Bundesligist nach zähem Transferstreit mit dem chronisch klammen Verein bereits Lucas Alario von dem Erstligisten aus Buenos Aires. Nun ist es der viermalige argentinische Nationalspieler Exequiel Palacios, der bereits im Winter ins Rheinland wechseln soll. Die kolportierte Ablösesumme für den 21-jährigen Mittelfeldspieler beträgt rund 22 Millionen Euro.

Peter Bosz wollte die seit Tagen in der Gerüchteküche köchelnde Personalie nicht groß kommentieren und verwies wortkarg auf das alle Jahre wiederkehrende Prinzip bei Wintertransfers. „Es ist fast Dezember und es fängt wieder an mit den Fragen“, sagte der Trainer der Werkself vor dem Spiel am Samstag beim FC Bayern München (18.30 Uhr). „Jetzt taucht der erste Name auf – und das wird in den kommenden Wochen noch häufiger passieren. Zum Glück bin ich Trainer und kein Sportdirektor.“ Insofern habe er zu dem Transferthema nicht viel beizusteuern. Dennoch fügte er vielsagend hinzu: „Gute Spieler sind bei uns immer willkommen.“

Als solcher darf Palacios ohne Frage gelten. Der Medizincheck des auch von anderen europäischen Klubs umworbenen Mittelfeldmanns soll kommende Woche in Buenos Aires stattfinden. Dass River Plate sich so frühzeitig zu einem Verkauf entschlossen hat, liegt wohl auch an der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Vereins. Dessen Trainer Marcelo Daniel Gallardo ist damit jedoch keineswegs einverstanden. „Wir haben das Jahr noch nicht beendet und haben bereits einen Spieler, der praktisch verkauft ist. Ich weiß nicht, was die Eile soll“, haderte der 43-Jährige argentinischen Medien zufolge und bezeichnete den Wechsel als „nahezu fix“.

Für Bayer wäre der Transfer ein gelungener Coup. Real Madrid soll bereits kurz vor einer Verpflichtung des Südamerikaners gestanden haben, doch Palacios brach sich Anfang 2019 das Wadenbein und der Wechsel war vom Tisch. Nun zieht es ihn zu seinem Landsmann Alario. Der 21-Jährige ist im Mittelfeld variabel einsetzbar, kann auf der Sechs, Acht oder Zehn spielen. Er ist weniger ein Spieler, der das direkte Duell sucht, sondern eher ein Stratege, der das Spiel gerne vor sich hat und die Bälle mit Umsicht und Cleverness an seine Mitspieler verteilt.

Es ist davon auszugehen, dass der Transfer – typisch für Bayer – ein Vorgriff auf den Sommer ist, wenn wohl Kai Havertz und womöglich auch Charles Aránguiz die Werkself verlassen. Ersterer wird Bayer 04 aller Voraussicht nach eine Rekordablösesumme bescheren, Letzterer zögert nach wie vor bei der Verlängerung seines bis 2020 laufenden Vertrages.

Insofern ist der Palacio-Transfer wohl bereits ein erster Blick in die Zukunft der Werkself.

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