Bayer 04 Leverkusen: Trainer Roger Schmidt schwärmt von Leon Bailey

Bayer Leverkusen : "Er ist ein sauschneller und technisch versierter Spieler"

Bayer Leverkusens Trainer Roger Schmidt hat das Interesse am 19-jährigen Toptalent Leon Bailey vom belgischen Klub KRC Genk bestätigt. Die Verletzung von Aleksandar Dragovic scheint indes weniger schlimm als befürchtet.

Ein, zwei Übersteiger, ein schneller Antritt, und schon ist Leon Bailey seinen beiden hilflos wirkenden Gegenspielern enteilt. "Incredible Wonderkid" - "Unglaubliches Wunderkind" heißt das Video auf der Internetplattform Youtube, in dem die vermeintlich besten Szenen des 19-jährigen Linksaußen des KRC Genk in einem dreiminütigen Clip zu sehen sind. Ob Bayer-Trainer Roger Schmidt sich das Video angeschaut hat, ist nicht bekannt. Bei einer Medienrunde in der BayArena schwärmte der Trainer der Werkself zumindest vom viel umworbenen Youngster. "Er ist ein sauschneller und technisch versierter Spieler, mit dem wir uns langfristig beschäftigen. Alles andere wäre fahrlässig", sagte der 49-Jährige.

Sollte sich Bayer tatsächlich früher oder später um die Dienste des Talents bemühen, stünde der Werksklub gewiss nicht alleine da. Gleich mehrere Vereine aus Europa sollen Interesse an einer Verpflichtung von Bailey haben. Kein Wunder, denn vor allem in der Europa League hat der gebürtige Jamaikaner in dieser Saison bereits mächtig Eindruck hinterlassen. Vier Treffer in sechs Partien stehen auf seinem Torekonto. Auch Bayer-Geschäftsführer Michael Schade sprach bereits von einem "hochinteressanten Spieler", betonte aber gleichwohl, dass man kein Angebot für den Spieler abgegeben habe.

Ob der Youngster für Bayer allerdings noch im Winter ein Thema werden könnte, konnte Trainer Schmidt gestern nicht sagen. Eine langfristige Zukunft in Belgien scheint der Jamaikaner zumindest nicht zu haben. Beim Training am Sonntag fehlte er, für die Partie des KRC Genk gegen Kortrijk am Donnerstag wurde der 19-Jährige aus dem Kader gestrichen. Ob es sich dabei um eine Disziplinarmaßnahme handelt, oder ob die Belgier keine Verletzung des Talents vor einem eventuellen Wechsel mehr riskieren wollen, war gestern unklar.

Dass Leverkusen aufgrund der neuerlichen Verletztenmisere früher oder später durchaus noch Unterstützung gebrauchen könnte, ist denkbar. Schmidt betonte gestern erneut, dass noch bis zum Monatsende Zeit für Verpflichtungen sei, merkte aber zugleich an, dass wenn alle fit sind, "keine Dringlichkeit besteht". Man wolle noch die Trainingswoche und das kommende Bundesliga-Spiel abwarten und dann entscheiden, erklärte er.

Doch fit sind eben nicht alle Profis bei Bayer. Zwar trainierten gestern wieder Lars Bender und Kevin Volland (Entzündung im Wirbelbereich des Rücken) mit dem Team. Doch Schmidt gab zu: "Wir haben ein paar Fragezeichen drin. Klar hoffen wir, dass sich alles zum Positiven wendet. Aber wir müssen auf alles vorbereitet sein." Bei Charles Aránguiz (Prellungen in Oberschenkel und Wade) etwa steht noch nicht fest, ob er bereits morgen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann.

Gute Neuigkeiten konnte der Coach zumindest hinsichtlich der Personalie Aleksandar Dragovic vermelden. Seine Verletzung aus dem Spiel gegen Berlin scheint nicht so schlimm, wie zunächst befürchtet. "Er hat sich leicht an der Sehne verletzt", sagte Schmidt. Einen Einsatz des Innenverteidigers am kommenden Samstag gegen Mönchengladbach schloss er aber aus.

Am Nachmittag gab Bayer darüber hinaus bekannt, dass Innenverteidiger Lukas Boeder bis zum Saisonende an den Drittligisten SC Paderborn verliehen wird. Sein Vertrag in Leverkusen gilt bis 2018.

(sb)
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