Bayer 04 Leverkusen: Taktgeber Charles Aránguiz ist unverzichtbar

Schlüsselspieler der Werkself : Aránguiz ist Bayers lädierter Dirigent

Nach Verletzungspause, zwei Trainingseinheiten und 45 Minuten gegen Mönchengladbach ist klar: Charles Aránguiz ist im Mittelfeld der Werkself unersetzbar. Doch der Chilene ist noch nicht zu 100 Prozent fit – und seine Zukunft ungeklärt.

Als Charles Aránguiz Anfang Oktober in der Schlussphase des 1:1 gegen RB Leipzig auf einer Trage vom Platz gebracht werden musste, sah alles nach einer langen Verletzungspause des Chilenen aus. Die Diagnose Haarriss im Mittelfuß plus Muskelfaserriss im Oberschenkel ließ ebenfalls nichts Gutes vermuten. Doch beim 1:2 gegen Borussia Mönchengladbach stand er einen knappen Monat später wieder zur Verfügung. Zur Halbzeit wurde Aránguiz eingewechselt – und seine Anwesenheit machte sofort den Unterschied.

Mit dem 30-Jährigen hat das Spiel der Mannschaft von Trainer Peter Bosz mehr Struktur, mehr Rhythmus, mehr Stabilität und mehr Dynamik. Der Dauerläufer schließt Lücken, attackiert unermüdlich Gegenspieler, hat ein gutes Auge für die Mitspieler, ist zweikampfstark, lauffreudig, kreativ und sicher im Passspiel. Er ist der Mittelfeldmotor der Werkself. Bosz, der nur ungerne über einzelne Spieler redet, hob die Bedeutung des Chilenen nach der Niederlage gegen den Tabellenführer explizit hervor. Dass die zweite wesentlich besser als die erste Halbzeit lief, sei vor allem der Rückkehr von Aránguiz zu verdanken gewesen, betonte der Niederländer.

„Man sieht, wie wichtig er für uns ist – obwohl er erst zwei Mal mit der Mannschaft trainiert hat und noch nicht richtig fit ist. Normalerweise kann man dann nicht 45 Minuten durchspielen, doch er hat es gemacht und uns mit all seiner Erfahrung geholfen“, lobte Bosz seinen Schlüsselspieler. Sportgeschäftsführer Rudi Völler sah es ähnlich: „Ein Spieler wie er tut uns natürlich gut“, sagte der 59-Jährige. „Er ist der Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft.“

Rechtzeitig zum Champions-League-Rückspiel gegen Atlético Madrid am Mittwoch (21 Uhr) steht der angeschlagene Taktgeber wieder zur Verfügung, wenn auch womöglich nicht über die volle Distanz. Nach der 0:1-Niederlage in der spanischen Hauptstadt vor zwei Wochen ist die Partie von herausragender Bedeutung, wenn sich das punktlose Bayer noch auf Platz drei der Gruppe D retten will – und damit in die Europa League. Das ist Kevin Volland zufolge das Ziel. „Wir müssen schauen, dass wir punkten“, fordert der Angreifer. Leverkusen habe gegen den Favoriten nicht viel zu verlieren und könne mutig auftreten. „Wir wollen mit offenem Visier spielen.“

Dafür wäre das Mitwirken von Aránguiz zweifellos hilfreich. 2020 läuft sein Vertrag aus. Im Sommer sah es erst so aus, als wolle er nach der Saison seiner Familie zuliebe nach Chile zurückkehren, doch dann mehrten sich die Anzeichen für eine Verlängerung. Noch ist offen, ob und wie es für ihn bei Bayer weitergeht. Der Verein ist jedenfalls sehr an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit interessiert. „Er ist ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft und wir versuchen alles, um ihn zu halten“, sagt Sportgeschäftsführer Simon Rolfes. Etwas Neues gebe es aber nicht zu vermelden.

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