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Bayer 04 Leverkusen: Sven Bender ist Bayers Fels in der Brandung

Abwehrspieler ist einsatzbereit : Sven Bender ist Bayers Fels in der Brandung

Der Abwehrchef meldet sich fit für den Rückrundenstart in Paderborn – und warnt eindringlich vor dem Schlusslicht aus Westfalen.

Rund eine Woche ist es her, dass sich Sven Bender eine Oberschenkelprellung zuzog. In Bayers Trainingslager in La Manga lief Joel Pohjanpalo auf der Jagd nach dem Ball in seinen Teamkollegen und traf ihn dabei unglücklich. Die beiden Testspiele gegen Utrecht (3:4) und St. Gallen (3:2) zum Abschluss der Woche in Spanien verpasste der Innenverteidiger. Trainer Peter Bosz sprach von einem „schlechten Ende“ des Trainingslagers und ärgerte sich über die Szene. Ein langfristiges Problem ist daraus aber nicht entstanden. Der Abwehrchef ist bereit für den Rückrundenstart in Paderborn (18 Uhr).

„Ich denke, dass ich spielen kann. Von meiner Seite aus passt es“, sagt der 30-Jährige. Mit Blick auf seinen Zusammenstoß mit Pohjanpalo schränkt er aber spaßeshalber ein: „Wenn die Woche nicht noch ein Büffel in mich reinläuft.“ Dass Bender zur Verfügung steht, ist eine gute Nachricht für die Werkself. Ohne den konstantesten Spieler der Hinrunde war Bayers Abwehrschwäche bereits in den Testspielen unübersehbar. Beinahe jeder Konter der Gegner führte mindestens zu einer hochkarätigen Chance. In Paderborn ist der Abwehrchef wieder an Bord – und er warnt eindringlich vor dem kommenden Gegner: „Wenn wir weiter eine gute Rolle in der Liga spielen wollen, müssen wir gewinnen. Paderborn spielt interessanten und guten Fußball. Wir wissen, wie schwierig diese Aufgabe ist.“

Das Hinspiel konnte Bayer 3:2 für sich entscheiden. In der zweiten Runde des Pokals trafen beide Teams ebenfalls aufeinander – und wieder hatte Leverkusen das bessere Ende für sich (1:0). Sind also aller guten Dinge drei? „Ich habe Respekt vor der Aufgabe“, betont Bender. „Paderborn ist eine starke Mannschaft. Wir dürfen aber keine Angst haben und müssen unser Spiel durchziehen.“ Einen Sieg beim Schlusslicht als Pflichtaufgabe einzustufen, wäre indes ein großer Fehler: „Am 18. Spieltag ist noch keiner abgestiegen. Sie haben immer mutig gespielt und sind meiner Meinung nach zu stark, um sie zu unterschätzen.“

Umso wichtiger sei es, dass die Werkself ihre „Hausaufgaben“ zuverlässig erledige: „Das Wichtigste ist, dass alle den Plan, den wir haben, komplett auf den Punkt umsetzen – gnadenlos und in jedem Detail. Wenn irgendwo ein Teilchen nicht funktioniert, wird es nicht stimmig.“

Dass Sven Bender eines der Teilchen ist, die fast immer zuverlässig funktionieren, hat er in der ersten Saisonhälfte unter Beweis gestellt. Mit überzeugenden Leistungen avancierte er zum stärksten Spieler des Halbjahres. Das ist freilich auch seinen Teamkollegen aufgefallen. „Sven ist ein brutal wichtiger Spieler für uns“, adelt ihn sein Zwilling und Kapitän Lars Bender. „Jeder in der Truppe weiß, dass er eine verlässliche Stütze ist und dass er seine Mitspieler stärker macht.“

Für ihn ist es unverständlich, dass der Name seines Bruders nicht auch in anderen Zusammenhängen fällt – zum Beispiel beim DFB: „Es wird in Deutschland immer viel über die Innenverteidiger-Position gesprochen, aber scheinbar ist er schon zu alt dafür, dass sein Name irgendwo auftaucht. Er hätte es aufgrund seiner Leistungen verdient.“

Sein Nebenmann Jonathan Tah profitiert ebenfalls von dem menschgewordenen Fels, an dem gegnerische Angriffe zuverlässig branden. Als Vorbild sieht er den 30-Jährigen aber nicht. Ohnehin habe Tah keine Spieler, zu denen er aufschaue. „Mein Ziel ist, alles herauszuholen, was in mir steckt. Ich orientiere mich nicht groß an jemand anderem.“ Dennoch weiß auch der Nationalspieler, was er an seinem Kollegen in der Innenverteidigung hat. „Er ist natürlich ein sehr erfahrener Spieler, von dem ich viel lernen kann und der mir mit seiner kommunikativen Art sehr hilft“, sagt Tah. „Er ist der Anführer-Typ. Es bringt mir viel, wenn ich neben ihm spiele. Aber unter Peter Bosz müssen beide Innenverteidiger viel Verantwortung übernehmen und von hinten dirigieren.“

Diese Qualitäten dürften auch am Sonntag in Paderborn gefragt sein. Bayer ist als Tabellensechster mit 28 Punkten sowie Europa-League-Teilnehmer Favorit bei dem Aufsteiger aus Ostwestfalen, der als Schlusslicht bislang erst zwölf Zähler sammeln konnte. Für Bender ist das Ziel für den ersten Spieltag des Jahres mit Blick auf die Tabelle jedenfalls klar: „Dranbleiben und Stück für Stück an die Spitzenplätze heranpirschen. Dafür brauchen wir einen Auftaktsieg.“