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Bayer 04 Leverkusen steht sich mal wieder selbst im Weg

Pokal-Aus gegen Karlsruhe : Bayer Leverkusen steht sich mal wieder selbst im Weg

Die Werkself verfällt beim Pokal-Aus gegen den Karlsruher SC in altbekannte Muster. Vor dem Ligaspiel gegen den VfL Wolfsburg betont Kapitän Lukas Hradecky: „Wir lassen uns von ein, zwei Spielen nicht zerstören, was wir aufgebaut haben.“

Bei der Werkself war zuletzt viel von Lerneffekten die Rede. Nach dem 1:5 gegen Bayern München hieß es, dass man aus der Demontage die richtigen Schlüsse ziehen müsse. Es folgten ein erkämpftes 1:1 bei Betis Sevilla und ein fahrlässiges 2:2 im Derby beim 1. FC Köln. Das 1:2 gegen den Karlsruher SC im DFB-Pokal ist der vorläufige Tiefpunkt in einer Saison, die vielversprechend begann.

Die vier Pflichtspiele ohne Sieg offenbaren auf unterschiedliche Weise die Probleme der Leverkusener. Die Defensive versagt in den entscheidenden Duellen, die Offensive spielt zwar viele Chancen heraus, scheitert aber zu oft im Abschluss – und gegen den KSC kam ein grober Patzer von Lukas Hradecky hinzu. Der Torwart spielte Kyoung-Rok Choi den Ball direkt in die Füße. Der Südkoreaner hatte wenig Mühe, kurz nach dem Ausgleich durch Jeremie Frimpong (54.) die erneute Führung für Karlsruhe zu erzielen (63.), nachdem Lucas Cueto früh zum 1:0 abstaubte (4.). Was auf die Gegentore folgte, war eine Kaskade verpasster Gelegenheiten. Am Ende standen 20:6 Torschüsse, aber ein 1:2 in der Statistik.

„Das ist ein schwerer Schlag und tut weh“, sagte Hradecky. „Ich habe im entscheidenden Moment einen Fehler gemacht. Es kam in diesem Spiel alles zusammen.“ Jetzt müsse die Werkself „die Arbeitshandschuhe anziehen“ und die richtige Reaktion zeigen. Auch das ist ein Satz, der schon häufiger in Leverkusen gefallen ist – nicht nur in der aktuellen Situation. „Wir haben in der Verteidigung und in der Offensive zu viele falsche Entscheidungen getroffen“, betonte Hradecky.

Am Samstag steht das Ligaspiel gegen Wolfsburg an. Die Niedersachsen kommen mit ihrem neuen Trainer Florian Kohfeldt in die BayArena (15.30 Uhr). „Das Spiel ist ein Test für uns. Wir müssen unsere Qualität auch zeigen, wenn es nicht läuft“, sagte Hradecky. Ein Sonderlob hatte der Kapitän für die Zuschauer übrig. Zwar hallten gegen Karlsruhe auch einige Pfiffe durch das Stadion, aber insgesamt war die Stimmung in der Nordkurve eher aufbauend. „Das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans ist gut. Wir lassen uns von ein, zwei Spielen nicht zerstören, was wir aufgebaut haben.“ Seine Ansage an die Teamkollegen nach dem Pokal-Aus: „Brust raus, Kopf hoch und weitermachen.“