Bayer 04 Leverkusen: So profitiert Jonathan Tah von Peter Bosz

Bayers Nationalspieler im Aufwind : So profitiert Jonathan Tah von Peter Bosz

Jonathan Tah hat sich nach schwacher Hinrunde gesteigert und ist unter dem neuen Coach der Werkself aufgeblüht. Die vom Niederländer verankerte Spielidee kommt den Stärken des Nationalspielers entgegen.

In einer Abstimmung wählten die Mitglieder von Bayer 04 Jonathan Tah zum „Spieler der Saison 2017/18“. In seiner dritten Spielzeit unter dem Bayer-Kreuz entwickelte sich der Nationalspieler zu einer Bank in der Abwehrkette, blieb weitgehend verletzungsfrei und half der Werkself, sich nach einem Jahr Abstinenz wieder für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Nach der nun abgelaufenen Runde, die mit der Qualifikation für die Champions League einen versöhnlichen Abschluss fand, steht aber wohl fest: Seinen Titel als „Spieler der Saison“ wird Tah wohl nicht verteidigen.

Egal ob Kai Havertz, Kevin Volland oder der nach Dortmund gewechselte Julian Brandt – sie alle dürfen sich bei der Wahl wohl größere Chancen als Tah ausrechnen. Dass der 23-Jährige dieses Mal nicht zum Favoritenkreis zählt, liegt an der vergleichsweise schwachen Hinrunde. Tah wirkte an den ersten Spieltagen ungewohnt fahrig und fand nur mühsam in die Saison. Erst nach dem Trainerwechsel im Winter, mit dem sich auch die Aufgaben des gebürtigen Hamburgers änderten, blühte der 1,95-Meter-Hüne blühte regelrecht auf.

„Unter Trainer Peter Bosz ist es auch für ihn eine andere Art, zu verteidigen. Vorher stand er deutlich tiefer, jetzt verteidigen wir sehr hoch“, sagt Sportdirektor Simon Rolfes. Das hohe Pressing und die langen Ballbeszitzphasen kommen den Stärken des fünfmaligen A-Nationalspieler entgegen. Tah verfügt über ein bemerkenswert gutes Verständnis für den Raum, antizipert stark und ist als Absicherung für das offensiv ausgerichtete Mittelfeld beinahe unverzichtbar für die Werkself. „Er ist nun viel häufiger am Ball und eröffnet das Spiel“, betont Rolfes. „In der Rückrunde hat er große Schritte nach vorne gemacht.“

Dass sich Tah nach nur zwei Wochen Pause bereits wieder mit der DFB-Auswahl auf die EM-Qualifikationsspiele am Samstag in Weißrussland und am Dienstag gegen Estland (je 20.45 Uhr) vorbereitet, sieht der Sportdirektor als unproblematisch an. „Mit der U21 wäre er jetzt auch in der Vorbereitung auf die EM, jetzt ist er zunächst bei der A-Nationalmannschaft“, sagt der 37-Jährige. Für Tah sei die Zusatzbelastung kein Problem. „Es kann für seine Entwicklung nur gut sein, dass er sich mit den Besten misst.“

Tah selbst hat sich für den Sommer zwei Ziele gesetzt: sich bei Bundestrainer Joachim Löw in den Vordergrund zu spielen und im Anschluss mit der U21 Europameister werden. Dafür würde er gewiss auch auf den Titel als „Spieler der Saison“ verzichten.

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