Bayer 04 Leverkusen: So lief die Woche der Werkself in La Manga

Bilanz des Trainingslagers : So lief Bayers Woche in La Manga

Acht Tage verbrachte die Werkself im milden Klima Südostspaniens. Neben den Trainings, Go-Kart-Fahren und vielen Gesprächen zwischen Trainer Peter Bosz und seinen Spielern standen auch zwei Testspiele auf dem Programm. Ein Fazit.

Am Samstagnachmittag ist die Werkself wieder in Deutschland angekommen. Spieler, Trainer sowie Funktionsteam brachten einige Erfahrungen mit nach Leverkusen, die bei der Vorbereitung auf den Rückrundenstart am 19. Januar in Paderborn (18 Uhr) helfen sollen. Wir geben einen Überblick.

Das lief gut Nicht nur wegen seiner beiden Treffer im Testspiel gegen den FC Utrecht (3:4) stand Kai Havertz in La Manga im Fokus. Der 20-Jährige äußerte sich mit keiner Silbe zu seiner schwachen Hinrunde, seinen Zielen oder etwaigen Zukunftsplänen. Dafür sprachen andere über ihn. Trainer Peter Bosz lobte Havertz nach dem Test, in dem Kevin Volland ebenfalls einen Treffer erzielte, ausdrücklich: „Das ist der Kai, den wir kennen.“ Kapitän Lars Bender nahm Havertz vor öffentlicher Kritik in Schutz, nachdem ihn Fans Mitte Dezember bei seiner Auswechslung beim 0:1 gegen Hertha BSC ausgepiffen hatten, und Sportgeschäftsführer Rudi Völler hob hervor, dass sich der Nationalspieler im Trainingslager höchst motiviert zeige: „Ich bin mir sicher, dass er eine Top-Rückrunde spielt.“ An Streicheleinheiten für das formschwache Eigengewächs mangelte es nicht.

Ebenfalls einen guten Eindruck haben unter anderem Moussa Diaby, Lucas Alario sowie Winterzugang Exequiel Palacios hinterlassen, der von Bosz vor allem für eine Einstellung im Test gegen den FC St. Gallen (3:2) gelobt wurde. „Das war kein Spiel für Weicheier, aber er hat das voll angenommen“, sagte der 56-Jährige. Das Wichtigste sei, dass fast alle Spieler 90 Minuten durchgespielt hätten. Der Trainer haderte jedoch mit der Konteranfälligkeit und den damit einhergehenden sechs Gegentoren aus zwei Testspielen. „Es gibt vieles, das wir noch verbessern müssen“, räumte Bosz ein, der sein Team in dieser Woche noch am Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag zum Training bittet.

Das lief nicht gut Für Charles Aránguiz war das Trainingslager beendet, bevor es angefangen hat. Am Sonntag mit den anderen Südamerikanern nach Absprache mit dem Verein verspätet angereist, musste der Chilene bereits am Montag mit Wadenproblemen nach Leverkusen für genauere Untersuchungen abreisen. Diagnose: Muskelfaserriss. Der Schlüsselspieler wird der Werkself in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung stehen.

Nach seiner längeren Verletzungspause offenbarte zudem Mitchell Weiser einige Schwächen. Der 25-Jährige braucht nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk offenbar noch Zeit. Allerdings: Lucas Alarios Treffer zum 3:2 gegen St. Gallen bereitete Weiser mit Übersicht vor. Zuvor trafen Leon Bailey (1:1) sowie Joel Pohjanpalo (2:2) in einem Spiel auf mäßigem Niveau, in dem Bayer zwei Mal einen Rückstand drehte.

Abwehrchef Sven Bender verpasste die Testspiele wegen einer Oberschenkelprellung, nachdem er im Abschlusstraining mit Pohjanpalo zusammenprallte. Sein Einsatz zum Ligastart ist wohl nicht in Gefahr. „Man hat mir gesagt, dass es für die kommende Woche kein Problem ist“, sagte Bosz vor der Abreise. Ein Problem mit der Einstellung seiner Spieler hatte er bei der Einheit am Donnerstag allerdings sehr wohl. Nach seiner Meinung nach zu lascher Leistung in der ersten Übung trommelte er das Team zusammen und gab ihm in deutlichen Worten mit, dass es im Hotel womöglich Freizeit habe, auf dem Platz allerdings alles andere als das. Danach war plötzlich deutlich mehr Zug in den Aktionen.

Was gab es sonst? Ein Dauerthema ist die im Raum stehende Vertragsverlängerung mit Bosz. Während der Woche in La Manga konnte kein Vollzug vermeldet werden. Aber beide Seiten betonten mehrfach, an einer über den Sommer hinausgehenden Zusammenarbeit interessiert zu sein. Gut möglich, dass die Verlängerung bis 2022 in der kommenden Woche bekanntgegeben wird.

Juristen beschäftigten sich derweil mit Palacios, der in seinem letzten Ligaspiel für River Plate nach einem groben Foulspiel die Rote Karte sah. Seit Donnerstag steht fest, dass die Sperre verbandsübergreifend gilt. Er wird die Partien in Paderborn, gegen Düsseldorf und in Hoffenheim verpassen und erst am 8. Februar gegen Dortmund in der Liga einsetzbar sein. Zuvor ist noch das DFB-Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart (5. Februar). Weil er in seinem letzten Copa-Libertadores-Spiel nach Tätlichkeit Rot sah, droht ebenfalls eine Sperre für die Europa League. Die Entscheidung der Uefa zur Causa Palacios steht noch aus.

Rot-Schwarze Bleifüße Als Teambuilding- und Zerstreuungsmaßnahme ging es für die Profis am Mittwoch auf eine Go-Kart-Bahn. In zwei Gruppen fuhren sie um die Wette. Den ersten Durchgang entschied Ramazan Öczan für sich, den zweiten Jonathan Tah – knapp vor Bosz, der sich allerdings über einen vermeintlichen Frühstart seines Innenverteidigers beschwerte und vor dem Wort „Disqualifikation“ nicht Halt machte. Allerdings erkannte der Coach an: „Er war schon sehr schnell unterwegs.“ So oder so schien die Aktion allen Beteiligten große Freude bereitet zu haben – unabhängig von der Frage, wer letztendlich gewonnen hat.

Nicht nur Wendell hatte beim Go-Kart-Turnier der Werkself auf einer Bahn in Murcia seinen Spaß. Foto: Jörg Schüler/Bayer 04/Jörg Schüler
Kevin Volland machte wie das Team insgesamt einen motivierten Eindruck – das gilt allerdings auch für Niklas Lomb, der sich dem Angreifer entgegenwirft. Foto: Jörg Schüler/Bayer 04

Fazit des Trainers „Wir haben gut trainiert und die Plätze waren top“, sagte Bosz. Er habe mit allen Spielern ausführlich sprechen können und die Abläufe seien so gewesen, wie er es sich gewünscht habe. Abgesehen von der Verletzung von Aránguiz und der Blessur von Bender sei alles gut gelaufen: „Die Bedingungen sind sehr gut.“