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Bayer 04 Leverkusen: Simon Rolfes wird zur tragischen Figur

Bayer Leverkusen : Bayer 04: Rolfes wird zur tragischen Figur

Erstmals in der Rückrunde steht der Kapitän in der Startelf. Zusammen mit Hakan Calhanoglu bildet er ein stabiles Duo im zentralen Mittelfeld. Doch das 2:2 beim FC Augsburg fällt, nachdem der Ball unglücklich vom 33-Jährigen abprallt.

Die Analyse des Kapitäns war messerscharf. "Wir hatten so viele Chancen heute, auch schon in der ersten Halbzeit, um mit 2:0 in Führung zu gehen. Und nach dem 2:1 verpassen wir es, das Spiel zu entscheiden oder zumindest den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Das ist sehr ärgerlich", sagte Simon Rolfes nach dem 2:2 beim FC Augsburg und stellte damit den für jedermann augenscheinlichen Schwachpunkt in den Fokus: Die Herausarbeitung und das Verwerten von Chancen. Diese Problematik zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison der Werkself.

Wieder einmal war Bayer 04 das bessere Team, wieder einmal schlich die Mannschaft enttäuscht vom Platz. Nur ein Sieg (1:0 bei Hertha BSC) aus den ersten fünf Partien in der Rückrunde steht zu Buche. "Wir hatten es heute selbst in der Hand. Wir müssen es zu Ende bringen und uns am Ende an die eigene Nase fassen", erklärte Rolfes, der nach der Winterpause erstmals wieder in der Startelf stand. Zusammen mit Hakan Calhanoglu bildete er das neue Gespann im zentralen Mittelfeld. Lars Bender fehlte verletzungsbedingt und Gonzalo Castro wurde auf die von ihm ungeliebte Position als Rechtsverteidiger beordert. "Ich denke das mit Hakan hat gut geklappt", analysierte Rolfes erneut treffend. Calhanoglu gewann vor allem zu Beginn der Partie viele wichtige Zweikämpfe, leitete so das 1:0 durch Josip Drmic (8.) ein. Rolfes war lautes Sprachrohr auf dem Platz und bot insgesamt eine gute Vorstellung als ordnende Hand und solider Aufbauspieler. Der FCA ließ den beiden mehr Räume als üblich, was vor allem Calhanoglu im Vergleich zu den Spielen zuvor sehr zugute kam.

Nach 58 Minuten sprengte Trainer Roger Schmidt aber das Duo im Mittelfeld, brachte Stefan Reinartz als Partner für Rolfes und stellte Calhanoglu auf die Außenbahn. Eine Minute später fiel das 1:1 durch Caiuby. Reinartz rechtfertigte den Wechsel aber spätestens mit seinem Führungstreffer zum 2:1 (84.), der allerdings etwas glücklich - weil abgefälscht - zustande kam.

Zur tragischen Figur avancierte Rolfes dann in der Nachspielzeit. Von seinem Bein sprang der Ball unglücklich vor die Füße von Marwin Hitz. Und der aufgerückte FCA-Torhüter markierte das 2:2 zur Freude der Augsburger Fans unter den 28 154 Zuschauern.

"Manchmal müssen wir die Ruhe haben, den letzten Pass noch mal querzuspielen ohne Entschlossenheit zu verlieren. Und dann drückt der Mitspieler den Ball rein", sagte Rolfes und suchte nach positiven Aspekten, die man aus dem Spiel in Augsburg mitnehmen kann: "Das wir brandgefährlich sind und unsere Konter gut ausgespielt haben, kann uns Selbstvertrauen geben." Das wird auch nötig sein: Am Mittwoch kommt Atlético Madrid in die BayArena zum Achtelfinal-Hinspiel der Champions League.

"Jetzt heißt es: Durchschütteln und dann geht es weiter. Man muss immer wieder aufstehen. Das ist der Fußball - egal, wie es läuft. Das ist die Herausforderung", sagte der 33-Jährige, der aller Voraussicht nach auch gegen die Spanier von Beginn an auflaufen wird, da ein Einsatz von Bender unwahrscheinlich ist.

(RP)