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Bayer 04 Leverkusen: Simon Rolfes kündigt Transfers mit Qualität an

Bayers Sportdirektor im Gespräch : Simon Rolfes kündigt Transfers mit Qualität an

In der Innenverteidigung klafft noch eine Lücke im Kader der Werkself. Bayer Leverkusens Sportdirektor erklärt, worauf es bei der Verpflichtung neuer Spieler ankommt. Derweil verhindert Dauerregen in den Alpen zwei Trainingseinheiten.

Tief „Bernd“ beeinflusst die Vorbereitung von Bayer 04 weiterhin nachhaltig. Heftige Regenfälle in Österreich hatten den Rasenplatz im Alois-Latini-Stadion für den Sonntag unbespielbar gemacht. Chefcoach Gerardo Seoane ordnete kurzerhand eine Einheit im Kraftraum des Team-Hotels „Tauern Spa“ an. „Der Platz ist trotz des Regens in einem guten Zustand“, sagte Sportdirektor Simon Rolfes. „Wir sind zuversichtlich, dass wir an diesem Montag wieder dort trainieren können.“ Falls nicht, gibt es Pläne, auf einen Kunstrasenplatz im Umkreis auszuweichen. „In den vergangenen eineinhalb Jahren haben wir ja gelernt, dass wir flexibel sein müssen.“

Seit Freitag bereitet sich die Werkself zum insgesamt achten Mal in Zell am See/Kaprun auf die neue Saison vor. Der Kader, mit dem Trainer Seoane inmitten der Alpen arbeitet, ist nach der Ankunft von EM-Fahrer Julian Baumgartlinger am Sonntag auf nunmehr 20 Profis und fünf Jugendspieler angewachsen. Wann nach den Verpflichtungen von Torhüter Andrej Lunev und Linksverteidiger Mitchel Bakker der nächste Zugang eintrifft, konnte Rolfes indes nicht prognostizieren. Der 39-Jährige betonte aber: „Es ist klar, dass wir uns in der Verteidigung verstärken wollen und dass wir dort auch etwas machen.“ Auf Nachfrage, ob er davon ausgehe, dass der neue Mann noch vor dem ersten Pflichtspiel im Pokal beim 1. FC Lokomotive Leipzig (Samstag, 7. August, 15.30 Uhr) zum Team stoße, antwortete Rolfes schlicht: „Ja, davon gehe ich aus.“

 Bei der Suche nach einem Profi für die Abwehrzentrale zählt für Rolfes indes nur ein Merkmal: Qualität. „Es geht nicht darum, einen Spieler zu verpflichten, der bereits 30 Jahre oder älter ist“, sagte der Ehrenspielführer der Werkself. „Es gibt auch junge Spieler, die schon so gut sind, dass sie einer Mannschaft Stabilität verleihen können: Weil man weiß, dass man mit ihnen Fußball spielen kann.“ Die Rolle dieser Profis kann sich auf dem Platz klar von der unterscheiden, die sie im Alltag einnehmen. Als Beispiel nannte Rolfes den jetzigen Chelsea-Star Kai Havertz. „Er hat mit 19 Jahren auf dem Platz schon dominiert und war auch ein Sicherheitsfaktor für die Routiniers im Team. Weil diese wussten: Den Havertz kann ich immer anspielen.“

Was den Transfermarkt betrifft, habe sich Bayer durch die Einnahmen in den Vorjahren zwar gewisse Möglichkeiten geschaffen, unterliege aber auch Zwängen. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie spüre der Werksklub wie alle anderen auch. Rolfes: „Wir sind schon handlungsfähig, aber wir müssen schauen, dass wir nach der Transferperiode in Balance sind.“

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Neue Möglichkeiten könnte der Verkauf von Tin Jedvaj ergeben. Der Innenverteidiger steht vor einem Abschied zum russischen Erstligisten Lokomotive Moskau. Die Reise ins Trainingslager hatte der 25-Jährige bereits nicht mehr angetreten. Einen neuen Stand bei den Verhandlungen – die Ablöse soll bei rund fünf bis sechs Millionen Euro liegen – gebe es laut Rolfes aber nicht. „In den nächsten Tagen fällt eine Entscheidung. Aber es hat natürlich eine gewisse Aussagekraft, dass er hier nicht dabei ist.“

Ohne Jedvaj und ohne den verletzten Edmond Tapsoba, den Rolfes nach dessen Syndesmoseriss nicht vor Ende September zurückerwartet, steht aktuell nur noch Panagiotis Retsos für die Abwehrzentrale zur Verfügung. Nach dem Trainingslager, das am Freitag mit einem Testspiel gegen den SC Freiburg (14 Uhr) abschließt, sollen EM-Viertelfinalist Patrik Schick und Copa-América-Teilnehmer Charles Aránguiz wieder in Leverkusen aufschlagen. Auch Joel Pohjanpalo, der aktuell wegen einer Corona-Infektion außen vor ist, soll dann wieder ins Training einsteigen.