Bayer 04 Leverkusen: Simon Rolfes kann sich weitere Transfers vorstellen

Bayers Sportdirektor kann sich weitere Transfers vorstellen : Diesen Gladbacher Spieler findet Rolfes „ziemlich gut“

Der Sportdirektor von Bayer 04 spricht beim rheinischen Fußball-Gipfel der RP über die Zugänge, den Markt und den Kader der Werkself. Der 37-Jährige verrät zudem, welchen Spieler von Borussia Mönchengladbach er „ziemlich gut“ findet.

Für Max Eberl ist klar, welchen Spieler der Werkself er gerne im Trikot von Borussia Mönchengladbach sehen würde: Kai Havertz. Das jedenfalls sagte der Sportdirektor des Europa-League-Teilnehmers beim Fußballgipfel der Rheinischen Post in Düsseldorf, an dem Vertreter der vier Bundesligisten aus dem Rheinland teilnahmen. Bayers Sportdirektor Simon Rolfes konterte mit der Aussage, dass Gladbachs Denis Zakaria doch auch ein ziemlich guter Spieler sei, den er sich auch gut in Leverkusen vorstellen könnte. Doch zu einem Spielertausch wird es nicht kommen, denn es bleibt beim Konjunktiv. Ohnehin waren die Antworten auf die Frage, welchen Spieler des jeweils anderen Teams man gerne in den eigenen Reihen sehen würde, eher augenzwinkernd gemeint.

Trotzdem deutete Rolfes an, dass Leverkusen womöglich noch etwas vorhat, ehe sich das Transferfenster Anfang September schließt – auch, wenn er dabei so vage wie möglich blieb. Markige Sprüche oder vollmundige Ankündigungen sind seit jeher nicht sein Fall. „Man weiß nie, was auf dem Transfermarkt passiert“, sagte der 37-Jährige. „Dass sich noch etwas tut, kann sein, muss aber nicht.“ Aber auch ohne weitere Veränderungen im Team sei Bayer für eine anspruchsvolle Saison mit Dreifachbelastung gerüstet. „Wir haben alle das Gefühl, dass wir einen guten Kader haben. Außer Julian Brandt haben wir keinen Stammspieler abgegeben und uns weiter verstärkt.“ Im Gegensatz zu den Vorjahren sei jede Position doppelt besetzt – auch in der Abwehr.

Zu den Saisonzielen äußerte sich Rolfes zurückhaltend. Angesprochen auf die zuletzt betont selbstbewussten Aussagen von Spielern und Fans sagte er, dass es viele ambitionierte Klubs in der Liga geben würde – das gelte nicht nur für den „Platzhirschen“ aus München und dessen Dauerrivalen Borussia Dortmund, sondern freilich auch für Leipzig oder Gladbach. Insofern beschreibt der Sportdirektor des Werksklubs seine Hoffnung für die Spielzeit eher abstrakt. „Attraktiver Fußball, der die Fans begeistert ist neben dem Gewinnen von Spielen unser Anspruch.“ Bayer 04 habe dafür die richtigen Spieler – und in Peter Bosz auch den passenden Trainer.

Deutlicher wurde Rolfes bei der Frage, inwiefern auch persönliche Aspekte bei Transfers im Multimillionengeschäft Fußball eine Rolle spielen. Dass er bis 2015 selbst noch für die Werkself auf den Rasen stand und zum Beispiel auch gegen die Sommerzugänge Nadiem Amiri und Kerem Demirbay noch selbst gespielt habe, sei zumindest ein kleiner Pluspunkt in Gesprächen. „Ich habe den Vorteil, dass ich noch nicht so lange raus bin und natürlich macht es die Sache einfacher, wenn man glaubwürdig vermitteln kann, wie der Verein funktioniert, welche Möglichkeiten er bietet und warum Bayer Leverkusen genau der richtige Schritt für einen Spieler ist.“ Das sei aber nur ein Faktor von vielen. Bei Spielern, denen das nicht wichtig sei, müsse man indes vorsichtig sein.

Am Samstag startet Leverkusen gegen Aufsteiger SC Paderborn in die Liga (15.30 Uhr). In den Vorjahren endete der erste Spieltag mit einer Niederlage. Dieses Mal soll alles anders werden. Dass die Werkself über die deutlich höhere individuelle Klasse verfügt, garantiere aber längst noch keinen Sieg, betonte Rolfes. „Wir müssen noch schneller spielen, um mehr Räume zu kreieren. Paderborn ist schon ein anderer Gegner“, hatte Rolfes bereits nach dem Pokalerfolg gesagt.

Mehr von RP ONLINE