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Bayer 04 Leverkusen: Simom Rolfes kontert Kritik an Transferpolitik

Nach geplatztem Rashica-Wechsel : Rolfes kontert Kritik an Transferpolitik

Nachdem der Transfer von Milot Rashica geplatzt ist, setzt Bayer 04 die Hinrunde ohne weiteren Offensivzugang fort. Sportdirektor Simon Rolfes sieht darin kein Problem und erklärt, warum der Deal nicht zustande kam.

Die Gefühlswelt von Milot Rashica dürfte am Montagabend einigermaßen chaotisch gewesen sein. Der 24-Jährige war mit seinem Berater nach Leverkusen gereist, um den Wechsel zu Bayer abzuschließen. Eingestellt auf den nächsten Karriereschritt in einem neuen Team erreichte ihn allerdings die Nachricht, dass der Transfer geplatzt ist. Stattdessen geht es für den Linksaußen in Bremen weiter.

Beim ersten Training nach dem Transfer-Theater fehlte Rashica. Er muss das Geschehen erst verarbeiten. „Die letzten Tage waren für Milot nicht einfach, es ging viel hin und her. Daher haben wir uns dazu entschieden, ihm die Woche frei zu geben, um auf andere Gedanken zu kommen“, sagte Trainer Florian Kohfeldt. Das ist eine der Konsequenzen gescheiterten Deals. Die andere ist, dass nicht nur bei Bayers Fans Kritik an der Transferpolitik aufkeimt.

„Die Möglichkeit, ihn auszuleihen, hat sich erst am letzten Tag ergeben. Gescheitert ist der Transfer letztlich an den unterschiedlichen Vorstellungen bei der Kaufoption“, erklärt Bayers Sportdirektor Simon Rolfes den Rashica-Fehlschlag. „Am Ende kamen wir einem Kompromiss nahe, doch dann hat die Zeit gefehlt – auch für die notwendigen und vorgeschriebenen Formalitäten.“

Insgesamt sei die Lage in der ungewöhnlich langen Transferphase ohnehin zäh gewesen. „Die meisten Vereine wollten eigene Spieler am liebsten verkaufen und waren auf der anderen Seite nur an Leihen interessiert. Deswegen gab es lange Zeit nur wenig Bewegung im Markt.“ Das wiederum sei eine Folge von Corona. „Ich finde, dass wir sehr verantwortungsvoll agiert haben, denn die Effekte der Pandemie waren in den vergangenen Monaten massiv – und werden es auf absehbare Zeit auch bleiben“, betont Rolfes.

Das hat letztlich dazu geführt, dass die Werkself nach der Verpflichtung des „absoluten Wunschspielers“ Patrik Schick ohne weiteren Offensivzugang die Hinrunde fortsetzt – entgegen der Wünsche von Trainer Peter Bosz. Der hätte gerne noch einen Angreifer im Kader begrüßt. „Wir haben natürlich mit ihm darüber gesprochen, was wir machen können und was nicht. Er wusste immer Bescheid“, beschreibt Rolfes den Austausch mit dem Niederländer.

Dessen Aufgabe sei es nun, aus dem Potenzial des Kaders das Beste herauszuholen. „Ich sehe keinen Grund, unsere Saisonziele runterzuschrauben“, betont der 38-Jährige. Kritik an seiner Transferpolitik lässt der Sportdirektor nicht gelten. Daran ändert auch der Verweis auf die Erlöse aus dem Wechsel von Kai Havertz zum FC Chelsea nichts, der Bayer bei maximalen Boni knapp über 100-Millionen-Euro beschert.

 „Man muss nicht nur diese, sondern auch die vergangenen beiden Transferphasen sehen. Da haben wir mehr investiert als in den Jahren zuvor und viele Zugänge waren ein Vorgriff.“ Edmond Tapsoba, Exequiel Palacios und Florian Wirtz seien dafür drei gute Beispiele. „Wir arbeiten mit unserer Scouting-Abteilung permanent daran, die bestmöglichen Spieler für Bayer 04 zu finden und zu verpflichten“, versichert Rolfes. „Aber wir müssen uns in diesem Kontext auch an die Budgetvorgaben halten und mit den Folgen der Pandemie umgehen.“ Deswegen habe er unisono mit Sportgeschäftsführer Rudi Völler auch immer wieder betont, dass Bayer „keine verrückten Sachen“ machen wolle.

Rashica zu verpflichten, wäre nicht allzu „verrückt“ gewesen. Ob der 24-Jährige in der Winterpause erneut ein Thema wird, lässt Rolfes offen: „Das muss man zum entsprechenden Zeitpunkt neu bewerten.“