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Bayer 04 Leverkusen: Sechs Unentschieden belasten die Heimbilanz

Bayer Leverkusen : Sechs Unentschieden belasten Bayers Heimbilanz

Einen Punkt gewonnen, aber drei Plätze in der Tabelle verloren. Ein 0:0 und die immer gleiche Frage: Was ist aus Leverkusener Sicht von diesem torlosen Remis gegen Borussia Dortmund zu halten? Es war alles andere als schön anzusehen, es war auch nicht dazu taugte, für die eigene Spielweise zu werben. Und es war nicht dazu geeignet, die eigene Bilanz in der BayArena aufzupolieren.

Denn die sechs Unentschieden in den letzten zehn Spielen vor eigenem Publikum sind es, die das Remis gegen Borussia Dortmund unter dem Strich als zu wenig dastehen lassen. Und die schlimmstenfalls auch den Sprung auf die Spitzenplätze, die zur Teilnahme an der Champions League berechtigen, gefährden könnten. Nun will nach nur einem Spieltag in der Rückserie noch niemand allzu schwarz malen. Gegen die ebenfalls mit Gegenpressing agierenden Dortmunder waren gewiss andere Qualitäten gefragt als nur Schönspielerei. Bayers Profis zeigten sich nach der Partie aber selbstkritisch. "Mit dem Punkt müssen wir leben und können wir nach diesem kampfbetonten Spiel auch", fand Stefan Kießling. "Was aber sicher richtig ist, dass sechs Unentschieden zu Hause zu wenig sind und uns damit wichtige Zähler fehlen. Zumal wir oft genug die dominantere Mannschaft waren."

Insbesondere in den Partien gegen Frankfurt, Mainz oder Paderborn muss sich die Werkself den Vorwurf gefallen lassen, zu wenig Ertrag eingefahren zu haben für den hohen Aufwand, den sie betreibt. 29 Punkte nach 18 Spieltagen sind nicht die Welt. Die Konkurrenz hat indes aufhorchen lassen.

Das größte Manko wurde gegen Dortmund noch einmal deutlich: In der Offensive agieren die Leverkusener nicht zwingend genug. Um die Räume im engen Mittelfeld zu umgehen, setzte Bayer 04 bei eigenem Ballbesitz auf lange, hohe Bälle. Nicht zuletzt deshalb blieben Torchancen Mangelware. Wenn es gefährlich wurde, dann meist, wenn Karim Bellarabi mit seinem schnellen Antritt einen Vorstoß über die rechte Seite wagte.

Wie so oft, kam der letzte Pass aber nicht an. Und wie so oft, wurden falsche Entscheidungen vor dem gegnerischen Tor getroffen, die eine bessere Chance zunichte machten. "Das kennen wir leider aus der Vorrunde", erklärte Kießling, der ebenso wie sein Sturmpartner Josip Drmic keine torgefährliche Szene hatte. Beide waren mehr als Wühler in der Dortmunder Hälfte gefordert als dass sie ihrer eigentlichen Aufgabe nachgehen konnten. "In der Hinserie war es desöfteren so, dass wir nicht wie erhofft Chancen kreieren konnten. Umso wichtiger wäre es, dass von den wenigen Möglichkeiten auch eine reingeht."

Einen Vorwurf wollte Gonzalo Castro dennoch niemand machen, der die beiden besten Gelegenheiten nicht nutzen konnte. Sein misslungener Heber über Roman Weidenfeller hätte Leverkusen womöglich einen erfolgreicheren Start in die Rückrunde beschert.

Stattdessen ist Bayer 04 im Kampf um die Champions League direkt unter Druck geraten. Schalke 04, Borussia Mönchengladbach und FC Augsburg sind vorbeigezogen. Die Signale, die alle drei sendeten, hat man in Leverkusen durchaus vernommen. Castro warnte: "Es ist für uns aktuell völlig uninteressant, nach oben zu schauen", sagte der 27-Jährige. "Wir sollten erstmal genug Punkte sammeln. Dann können wir darüber reden, ob wir das Potenzial haben, die Spitze anzugreifen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bayer - Dortmund: Einzelkritik

(RP)