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Bayer 04 Leverkusen: Schnappt sich der Werksklub Santiago Arias?

Bayer-Gerüchtecheck : Schnappt sich der Werksklub Santiago Arias?

In Bayer Leverkusens Gerüchteküche checken die RP-Reporter die neuesten Transfergeschichten rund um die Werkself. Heute: Santiago Arias von Atlético Madrid.

Es ist inzwischen verbrieft, dass der Werksklub noch vor Ablauf der Transferperiode am 5. Oktober aktiv werden möchte. Dass das nicht die schlechteste Idee ist, hat das doch recht biedere torlose Remis zum Bundesliga-Start am Sonntag in Wolfsburg verdeutlicht. Unter anderem ist Bayer 04 auf der Suche nach einem Rechtsverteidiger. In den Fokus sollen die Klubverantwortlichen um Sportdirektor Simon Rolfes dabei einen kolumbianischen Nationalspieler genommen haben: Santiago Arias von Atlético Madrid.

Das Gerücht Wie „Kicker“ und „Bild“ übereinstimmend berichten, müsste der Werksklub zwischen zehn und zwölf Millionen Ablöse für den 28-Jährigen zahlen. Im Raum steht eine Leihe mit anschließender Kaufoption für den aufnehmenden Verein. Ein vermeintliches Dementi von Atlético-Sportdirektor Andrea Berta am Sonntag („Wir sprechen mit der Roma, Everton und PSG, aber nicht mit Leverkusen.“) könnte sich laut „Kicker“ als Verhandlungstaktik erweisen. In Leverkusen würde Arias (53 Länderspiele) wohl die Rolle des in Wolfsburg nicht einmal mehr im Kader stehenden Mitchell Weisers übernehmen und als Nachfolger des verletzungsanfälligen Lars Bender aufgebaut werden. Arias’ Vertrag bei Madrid gilt noch bis 2023.

Die Situation Im Alter von 19 Jahren wechselte Arias von seinem Heimatverein in Kolumbien zum portugiesischen Spitzenklub Sporting Lissabon, 2013 schloss sich der 1,77 Meter große Außenverteidiger für elf Millionen Euro Ablöse der PSV Eindhoven an. In der niederländischen Eredivisie etablierte sich Arias schnell als Stammspieler, erzielte in 136 Einsätzen neun Tore. 2018 folgte der Wechsel nach Spanien zu den Madrilenen. Als Stammkraft wurde Arias mit Atlético auf Anhieb Vizemeister, verlor den Platz in der ersten Elf allerdings in der vergangenen Saison und bestritt nur 18 von 50 möglichen Pflichtspielen. Unter anderem wirkte er beim 2:1-Erfolg Madrids in der Vorrunde der Champions League über 90 Minuten in der BayArena mit.

Die Einschätzung der RP-Reporter Niemand weiß, wie lange Bayers ehemaliger Kapitän Lars Bender noch seine Fußballschuhe für den Werksklub schnüren wird – geschweige denn als Profi weitermachen möchte. Der Vertrag des 31-Jährigen ist nur noch bis Sommer 2021 gültig, über sein Karriereende macht sich der Führungsspieler bereits seit einiger Zeit Gedanken. Mitchell Weiser spielt unter Coach Peter Bosz inszwischen keine Rolle mehr, ein Ersatz für die rechte Abwehrseite wird also auch mit Blick auf die nächsten Jahre zwingend benötigt. Arias ist zwar nicht als Spieler bekannt, der durch zahlreiche Flankenläufe sowie Torvorlagen besticht, verfügt dafür aber über einen guten Spielaufbau, solides Abwehrverhalten sowie keine signifikanten Schwächen – ähnlich wie Lars Bender. Mit 28 Jahren geht Arias sicher nicht mehr als Talent durch, doch im Kader der Werkself stehen ohnehin viele junge, entwicklungsfährige Profis. Arias ist international erfahren, zudem kennt Bosz die Qualitäten des zweimaligen kolumbianischen WM-Teilnehmers aus seiner Zeit als Trainer in der Eredivisie.

Sollte sich Madrid tatsächlich auf eine Leihe mit Kaufoption einlassen, hielte sich das Risiko für die Leverkusener zudem in Grenzen. Das nötige Kleingeld besitzt Bayer für einen Transfer in dieser Größenordnung nach dem Verkauf von Kai Havertz sicher, hätte zudem noch Spielraum für einen weiteren Verteidiger mit linkem Fuß sowie einer Offensivkraft. Sowohl aus Sicht des Spielers aus der des Klubs würde der Transfer Sinn ergeben.