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Bayer 04 Leverkusen schlägt Borussia Dortmund 2:1

2:1 gegen den BVB : Leverkusen entscheidet das Topspiel für sich

Die Werkself hat ihre Durstrecke beendet und einen wichtigen Sieg gelandet. Moussa Diaby bringt die Mannschaft von Trainer Peter Bosz früh in Führung, Julian Brandt gleicht spät aus – und dann schlägt die Stunde von Florian Wirtz.

Dortmund zu Gast in Leverkusen – das ist eine Partie, die nicht nur Spektakel verspricht, sondern meistens garantiert. Die Vorzeichen brachten zusätzliche Würze in das Duell: Mit 29 Punkten lagen die Teams vor dem Anpfiff gleichauf im Verfolgerfeld hinter den Bayern und Leipzig. Mit dem 2:1 (1:0)-Erfolg hat sich die Werkself etwas abgesetzt und gleichzeitig die Durststrecke von vier Ligaspielen ohne Sieg beendet.

Dass sich beide Mannschaften viel vorgenommen hatten, war schnell zu sehen. Florian Wirtz prüfte Roman Bürki nach knapp zwei Minuten aus der zweiten Reihe, Marco Reus setzte einen Abschluss ebenfalls aus der Distanz rechts neben Lukas Hradeckys Kasten (4.). Die Intensität des Verfolgerduells war von der ersten Sekunde an hoch, das Tempo des Balls auf dem frisch verlegten Rasen in der BayArena ebenfalls – zur Freude von Trainer Peter Bosz, der das zuvor mangelhafte Grün mehrfach als Nachteil für seine Fußballidee beschrieb. So kam der anstelle von Patrik Schick in der Leverkusener Startelf stehende Lucas Alario zum nächsten Versuch, der allerdings links am Pfosten vorbeiging (9.).

Dortmund attackierte früh, Bayer setzte auf schnelles Kurzpassspiel, um sich der Attacken zu entziehen. Das Gefühl, dass jeder Ballverlust oder jeder Fehlpass unmittelbar zu Zählbaren führen könnte, war allgegenwärtig. Doch es war ein wunderbarer Diagonalball von Leon Bailey, der kurz hinter der Mittellinie gutes Auge für den startenden Moussa Diaby bewies und den Ball über fast alle Schwarz-Gelben hinweg sicher zum Franzosen brachte. Eine perfekte Ballannahme sowie einen etwas glücklichen Abschluss später stand es 1:0 für die Gastgeber (14.). Bürki war noch mit den Füßen dran.

Dortmund brauchte ein paar Minuten, um sich davon zu erholen, doch dann ging es munter weiter. Erst rutschte Erling Haaland am zweiten Pfosten knapp an einer scharfen Hereingabe vorbei (24.), dann segelte der mit zu viel Effet versehene Distanzschuss des Ex-Leverkuseners Julian Brandt in die menschenleere Nordkurve (25.) Es blieb ein unterhaltsames Spiel auf hohem Niveau. Nächster Beweis: Die Doppelchance von Diaby, dessen Schuss aufs kurze Eck Bürki nur abprallen lassen konnte, und Alarios geblockter Nachschuss (27.). Es hätte bereits 2:2, 3:1 oder auch 1:2 stehen können. So aber blieb es beim knappen Vorsprung für die Werkself.

Diabys nächster unwiderstehlicher Sololauf ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem er Manuel Akanji und Mats Hummels abschüttelte, blieb ihm jedoch nur noch die Kraft für einen relativ harmlosen Schuss in Bürkis Arme (35.). Beim nächsten Versuch des Franzosen hatte der Schweizer ein bisschen Mühe (43.), deutlich mehr dann allerdings bei Alarios Riesenchance per Kopf kurz vor dem Halbzeitpfiff. Die Flanke kam ­– natürlich – von Diaby. Der knappe Rückstand war zu dem Zeitpunkt schmeichelhaft für den BVB.

Die Gäste kamen mit Nachdruck aus der Kabine, aber trotz einiger guter Situationen und Abschlüsse vorerst nicht zum Ausgleich, weil entweder die Genauigkeit fehlte oder ein Leverkusener im Weg stand. Dann kam allerdings Brandt mit einem Präzisionsschuss von der rechten Strafraumkante, der wie gemalt flach ins linke lange Eck einschlug (67.). Auf Jubel verzichtete der Nationalspieler aus Respekt vor seinen ehemaligen Kollegen.

Die Partie war nun wieder offen und nach einigem Hin und Her mit hohem Unterhaltungsfaktor war es Wirtz, der zuletzt drei Spiele geschont wurde und vor dem Gegentor nicht gut aussah, der nach einem Konter den Siegtreffer markierte (80.) – ein Rückschlag, von dem sich der BVB nicht mehr erholte. Vorlage: Diaby

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