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Bayer 04 Leverkusen schärft die Sinne für den SC Freiburg

Hinrundenabschluss : Bayer 04 schärft die Sinne für Freiburg

Das letzte Spiel des Jahres hat es noch einmal in sich: Die Werkself und ihr Trainer Gerardo Seoane sind am Sonntag in Freiburg gefordert. Im Breisgau wird es erneut auch auf den Torinstinkt von Stürmer Patrik Schick ankommen.

Für Gerardo Seoane schließt sich am Sonntag zumindest ein kleiner Kreis. Als neuer Trainer von Bayer Leverkusen traf er im ersten Testspiel der Vorbereitung auf den SC Freiburg. Die Partie im Juli war für beide Bundesligisten Teil des Sommertrainingslagers in Österreich. Am Sonntag geht es für ihn und die Werkself zum Abschluss der Hinrunde in den Breisgau. Um 15.30 Uhr wird die Partie im südwestlichen Zipfel Baden-Württembergs angepfiffen.

Der Schweizer freut sich auf das Wiedersehen mit seinem Freiburger Pendant Christian Streich. „Er ist ein fantastischer Trainer, der mehr als das Maximum aus dem SC Freiburg herausholt.“ Beeindruckender als das Sportliche sei für den 43-Jährigen aber das Menschliche. „Im Sommer beim Testspiel habe ich ihn kennengelernt, er hat mich sehr gut empfangen und ich hatte sofort ein gutes Gespräch mit ihm. Ich glaube, dass diese Persönlichkeit für alle ein Vorbild sein kann.“

Sobald der Ball am Sonntag rollt, geht es aber freilich vor allem um die Punkte, um das Ergebnis, um einen guten Jahresabschluss für die Werkself. Seoane hat mit der Mannschaft in den vergangenen Monaten viel erlebt. Die Englischen Wochen in drei Wettbewerben waren extrem fordernd, es gab grandiose Siege, aber auch krachende Niederlagen und das bittere Aus im Pokal gegen den Zweitligisten Karlsruher SC.

Mit einem Zwischenfazit der bewegten Monate tut sich der gebürtige Luzerner indes schwer. „Wir sind im Drei-Tages-Rhytmus und voll fokussiert auf das Jetzt. Insgesamt haben wir tolle Leistungen gesehen, aber ebenso Spiele, bei denen es Verbesserungspotenzial gab – auch bei den Siegen.“ Im Januar und Februar, wenn es weniger Englische Wochen gebe, gehe es auch darum, das erste Halbjahr bei Bayer aufzuarbeiten. „Ich denke aber, dass es nicht gut ist, im Dezember ein Fazit zu ziehen, wenn die Meisterschaft erst im Mai zu Ende ist.“ Der Fokus auf das Hier und Jetzt offenbart zum Ende der Hinrunde eine der schwierigsten Aufgaben der Liga.

Der SC Freiburg hat erst 15 Gegentore kassiert, also eins weniger als der FC Bayern und so wenige wie kein anderes Team. Zum Vergleich: Bayers Torwart und Kapitän Lukas Hradecky musste bereits 26 Mal hinter sich greifen. Vor allem der starken Offensive hat es Bayer zu verdanken, trotz der defensiven Anfälligkeit als Tabellendritter in den Spieltag zu gehen – zwei Punkte vor dem kommenden Gegner, der zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten um einen Platz im internationalen Fußball avanciert ist.

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Einer, auf den es am Sonntag besonders ankommen wird, ist Patrik Schick. Der Tscheche ist aktuell in starker Form und hat zuletzt acht Tore in Folge erzielt, vier beim 7:1 gegen Greuther Fürth und jeweils einen Doppelpack beim 2:5 in Frankfurt sowie beim 2:2 zuletzt gegen Hoffenheim. „Er ist ein sensationeller Spieler mit hohen technischen Qualitäten und starker Physis“, lobt Seoane seinen Stürmer. Schick steht trotz eines Bänderrisses im Sprunggelenk, der ihn drei Ligaspiele außer Gefecht gesetzt hat, bei 16 Saisontoren. „Das hat ihm eine mentale Pause gegeben, die vielleicht auch nötig war. Jetzt tritt er sehr frisch auf und ist in einem guten Rhythmus.“ Dazu verfüge Bayer in Florian Wirtz, Amine Adli oder Moussa Diaby über herausragende Vorlagengeber, die ein Mittelstürmer immer auch brauche, um glänzen zu können. Letzterer wird allerdings das Hinrundenfinale verpassen. Er sah gegen Hoffenheim Gelb-Rot und ist gesperrt.