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Bayer 04 Leverkusen: Sardar Azmoun macht Fortschritte im Training

Winterzugang wieder am Ball : Azmoun arbeitet für sein Debüt bei Bayer

Bayer Leverkusens Winterzugang Sardar Azmoun ist nach überstandener Mandelentzündung im individuellen Training. Der 27-jährige Iraner ist auch menschlich bei der Werkself angekommen.

Vor der Einheit am Dienstag war Sardar Azmoun bereits bester Laune. Mit einem Netz voll Bälle marschierte der Iraner am Vormittag grinsend Richtung Trainingsplatz. Kaum auf dem Rasen angekommen, begannen auch schon seine individuellen Übungen mit und ohne Ball, während die Werkself nebenan vor allem an ihren defensiven Abläufen feilte. Wie gut der Winterzugang von seinen Teamkollegen aufgenommen wurde, zeigte eine Szene nach dem Training. Azmoun war Teil einer kleinen Gruppe um Jonathan Tah und Jeremie Frimpong, die ein bisschen herumalberte und lachend Richtung Kabine ging. Der 27-Jährige flachste mit, als wäre er schon seit Jahren Teil der Mannschaft.

„Am Montag gab es schon noch ein paar lange Gesichter bei uns allen“, sagte Trainer Gerardo Seoane. „Es hat eine gemeinsame, selbstkritische Aufarbeitung gebraucht.“ Gemeint ist freilich das 2:3 in Mainz, das Bayers bislang guten Lauf in der Rückrunde jäh ausgebremst hat. „Wir wissen, dass wir Punkte hätten mitnehmen können, aber wenn wir die Leistung analysieren, gab es auch einige Aspekte, die im Vergleich zu den Spielen davor nicht auf dem gleichen Niveau waren.“ Entsprechend seien die Trainingsinhalte zum Start der Woche.

Dass Azmoun gut in Leverkusen angekommen ist, bestätigte der Coach. „Alle versuchen, die Integration von neuen Spielern zu beschleunigen“, erklärte Seoane. So sei der 27-jährige Torjäger, der in der Winterpause von Zenit St. Petersburg ins Rheinland wechselte, längst Teil der gemeinsamen Videositzungen, Besprechungen und Aktivierungen. „Die verletzten und neuen Spieler werden in vielen Teilen integriert, damit alles gemeinsam geschieht – das verbindet. Er ist gut aufgenommen worden. Es ist wichtig, dass die Spieler ein gutes Gefühl haben.“

Der Iraner kam Anfang Februar für kolportierte 2,5 Millionen Euro zur Werkself. Eigentlich sollte er erst im Sommer, dafür aber ablösefrei wechseln, doch der Transfer wurde auch auf das Drängen von Zenit vorgezogen. Beim russischen Meister war man nicht angetan davon, wie Azmoun den Deal mit Bayer im Wintertrainingslager in Dubai entgegen der Corona-Regeln des Klubs durchgezogen hat. Zum anderen wollten die St. Petersburger wenigstens noch eine kleine Summe für ihren Topscorer erhalten, dessen Marktwert bei geschätzten 25 Millionen Euro liegt.

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Nachdem alle Formalitäten geklärt waren, kam er in Leverkusen an – allerdings mit Trainingsrückstand. Zuletzt bremste ihn zudem eine Mandelentzündung aus. Der Infekt ist nun überstanden, trotzdem ist es freilich noch ein vergleichsweise weiter Weg Richtung 100 Prozent. Seoane schließt aber nicht aus, dass Azmoun am Samstag gegen Bielefeld (15.30 Uhr) sein Debüt geben könnte. „Wir sind noch in der Stufe Reha“, sagte der Coach. „Das ist natürlich nicht zu vergleichen mit dem, was im Mannschaftstraining auf dem Platz abgeht.“ Es gebe noch ein paar weitere Stufen, die der Zugang durchlaufen müsse, ehe er für den Spieltagskader in Frage komme. „Mal schauen, ob es reicht oder nicht. Aber wenn, geht es ohnehin nur um einen Kurzeinsatz.“

Nicht auf dem Platz waren am Dienstagvormittag indes Daley Sinkgraven (Erkältung) und Robert Andrich, der wegen einer Reizung im Knie individuell arbeitete. Bei beiden hängt die Einsatzfähigkeit für den Samstag vom weiteren Verlauf der Trainingswoche ab. Kein Thema für das Spiel gegen die Arminia sind hingegen Patrik Schick (Faserriss in der linken Wade), Julian Baumgartlinger (Aufbautraining nach Knie-OP) und Andrey Lunev (Syndesmoseriss).