Bayer 04 Leverkusen: Sam Schreck ist vom Praktikanten zum Profi geworden

Bayer 04-Talent Sam Schreck: Vom Praktikanten zum Profi

Sam Schreck schuftet im Trainingslager mit den Profis von Bayer 04 Leverkusen für seinen ersten Bundesligaeinsatz. Manager Jonas Boldt holte den Mittelfeldspieler einst in den Verein.

Ramazan Özcan hat keine Chance. Mit gefühlten 100 Stundenkilometern schlägt der Ball im linken Eck des Tores ein. „Sauber Sam, genau so", ruft Lars Bender in Richtung des Schützen. Der heißt mit vollem Namen Sam Francis Schreck – und ist einer von vier Nachwuchsprofis im Kader von Bayer 04. Vorstellen muss sich der 19-Jährige im Trainingslager in Österreich aber nicht. „Das ist meine dritte Sommervorbereitung hier. Ich kenne die Abläufe“, sagt der Blondschopf.

Er war 2016 aus der Jugend des FC St. Pauli unters Bayer-Kreuz gewechselt und trainiert seitdem regelmäßig bei den Profis. Die Verpflichtung des Talents war damals ein Coup, denn der offensive Mittelfeldspieler war nicht nur in Leverkusen gefragt. „Ich hatte viele Optionen und habe mir mehrere Vereine angeschaut, auch im Ausland“, sagt Schreck rückblickend. Der heutige Sportdirektor Jonas Boldt habe ihm aber „einen guten Weg in Leverkusen“ aufgezeigt. So fiel die Entscheidung pro Bayer 04.

Zwei Jahre später bereut Schreck diesen Schritt keinesfalls. Er sagt: „Kai Havertz und Benjamin Henrichs haben es auch von der Bayer-Jugend zu den Profis geschafft. Wir sind ein junges Team. Es macht Spaß.“ In 49 Partien für die U19 von Bayer 04 erzielte der ehemalige Hamburger 14 Tore. Zudem machte er sein Fachabitur – inklusive eines Praktikums. Schreck arbeitete unter anderem für BayArena-Plus, dem Event- und Konferenzcenter, sowie im Fanshop von Bayer 04. „Es ist etwas ganz anderes, aber es hat mir gutgetan und geholfen, noch disziplinierter zu sein“, sagt Schreck. Sein Traum vom Leben als Fußballprofi sei so noch einmal verstärkt worden. „Das Leben als Fußballprofi ist gut, man sollte es genießen und so lange spielen, wie man kann. Ich nehme alles mit, alle Eindrücke“, sagt er.

Um sich bei der Werkself durchzusetzen, will Schreck weiter an seinem Spiel sowie seiner Athletik feilen. „Ich muss noch an meinem Körper arbeiten, auch wenn das im Vergleich zu Beginn meiner Zeit in Leverkusen schon besser geworden ist. Zudem muss mein Kopfballspiel und mein Defensivverhalten noch besser werden“, sagt er. Sein Ziel: schon in dieser Spielzeit einige Bundesliga-Einsätze für die Werkself zu absolvieren. Das erscheint angesichts des qualitativ hochwertigen Kaders von Trainer Heiko Herrlich ambitioniert. Schreck weiß das.

„Die Konkurrenz ist groß. Ich hoffe einfach, dass ich so viel Einsatzzeit wie möglich bekomme. Ich kann einfach nur Gas geben, darauf sollte ich mich konzentrieren.“ Von einem Leihgeschäft, ähnlich wie bei Dominik Kohr, der beim FC Augsburg die nötige Bundesliga-Reife für die Werkself sammelte, hält Schreck nicht viel. „Ich hatte Optionen, aber mich dafür entschieden, mich hier durchzusetzen und nicht verleihen zu lassen.“ In Zell am See hat Schreck noch bis Sonntag die Chance, Heiko Herrlich von seinen Qualitäten zu überzeugen – und seinem Ziel ein großes Stück näher zu kommen.