Bayer 04 Leverkusen: Rudi Völler schöpft Mut aus der Vergangenheit

Vor Duell bei Atlético Madrid : Rudi Völler schöpft Mut aus der Vergangenheit

Vor dem Abflug nach Madrid erinnert Bayer Leverkusens Sportgeschäftsführer an die vergangenen Duelle mit dem Gegner der Werkself am Dienstag. „Sie haben sich immer schwer gegen uns getan“, sagt der 59-Jährige.

An den 17. März 2015 erinnert sich kein Fan der Werkself gerne. Bayer 04 spielt im Champions-League-Achtelfinale bei Atlético Madrid. Das Hinspiel hatte die damals von Roger Schmidt trainierte Mannschaft 1:0 gewonnen, nach 120 Minuten im Estadio Vicente Calderon hat der spanische Meister jedoch ausgeglichen. Es geht ins Elfmeterschießen. Hakan Calhanoglu, Ömer Toprak und Stefan Kießling vergeben vom Punkt – und Leverkusen muss die Heimreise als Verlierer antreten. Es ist ein weiteres bitteres Kapitel der an Dramen nicht armen Europapokalhistorie des Werksklubs.

Bislang trafen beide Vereine sechs Mal aufeinander. Nur einmal ging Bayer nach der regulären Spielzeit als Sieger vom Platz (1:1, 1:1, 1:0, 0:1, 2:4, 0:0). Trotzdem schöpft Bayers Sportgeschäftsführer Rudi Völler Mut aus der Vergangenheit. „Das ist ein unbequemer Gegner, aber auch eine Mannschaft, die sich immer schwer gegen uns getan hat“, sagt der 59-Jährige.

Am frühen Dienstagabend (18.55 Uhr) geht es für die Werkself eigentlich nur noch darum, den Einzug in die K.o.-Runde als weiterhin denkbares Szenario zu erhalten – und zu beweisen, dass die Champions League nicht doch eine Nummer zu groß für Bayer ist. Die Ausgangslage ist nach den Niederlagen gegen Lokomotive Moskau (1:2) sowie Juventus Turin (0:3) mindestens schwierig. „Natürlich wissen wir, dass wir nach zwei Spielen noch keinen Punkt haben und in einer gewissen Drucksituation sind“, sagt Völler, der gleichzeitig daran erinnert, dass auch nach der Partie in Madrid noch neun Punkte in Gruppe D zu vergeben sind.

Auf keinen Fall darf sich die Mannschaft von Trainer Peter Bosz, der nun im neunten Versuch endlich seinen ersten Sieg in der Königsklasse verbuchen will, einen Auftritt wie zuletzt in Frankfurt leisten. Bei der 0:3-Niederlage am Freitag agierte Leverkusen in der ersten halben Stunde erschreckend schwach und ließ sich von der Eintracht in jeder Hinsicht den Schneid abkaufen.

Das ist nicht nur angesichts der Tatsache bemerkenswert, dass bei einem Sieg die Tabellenführung gewunken hätte, sondern auch, weil die Spieler hinterher sagten, sie hätten genau gewusst, was auf sie zukommt. Trotzdem blieb eine entsprechende Reaktion aus. „Wir müssen aus der Niederlage in Frankfurt lernen. Wenn es uns gelingt, über 90 Minuten ein gutes Spiel zu machen, haben wir auch gegen Atlético eine Chance. Die Qualität dafür haben wir. Das haben wir oft genug gezeigt“, betont Völler.

Die Personalsorgen machen die Mission Madrid indes nicht einfacher. In Wendell und Daley Sinkgraven fallen beide nominellen Linksverteidiger im Kader aus, Mittelfeldmotor Charles Aránguiz wird ohnehin noch mehrere Wochen fehlen, ebenso wie Leon Bailey, der sich kurz nach seiner Genesung vom ersten den zweiten Muskelfaserriss zuzog. Aber auch Madrid kann nicht in Bestbesetzung auflaufen. Besonders schmerzt der Ausfall des portugiesischen Jungstars João Félix.

Völler erwartet so oder so eine typische Atlético-Partie: „Sie spielen rustikal, robust und haben im neuen Stadion das Publikum im Rücken. Wir müssen richtig dagegenhalten – sonst wird das nichts.“

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