Bayer 04 Leverkusen: Rudi Völler fordert neun Punkte aus vier Spielen

Bayer steckt im Mittelfeld fest: „Noch acht, neun Punkte“ sind Völlers Wunschziel bis zur Winterpause

Nach dem 1:1 in Nürnberg war das Wetter das bestimmende Thema. Die Werkself zeigte auf dem leidlich bespielbaren Rasen eine gute Leistung, belohnte sich aber nicht – und hinkt weiter den Ansprüchen hinterher.

Das Wetter gilt als einer der banalsten Gesprächsinhalte überhaupt. Fällt einem nichts Besseres ein, lassen sich immer ein paar Sätze über meteorologische Gegebenheiten sagen, um eine Konversation am Laufen zu halten. Es ist ein Thema, dass alle Anwesenden gleichermaßen betrifft – und daher hat auch jeder eine Meinung dazu.

Die von Rudi Völler war nach dem 1:1 (1:0) von Bayer Leverkusen beim 1. FC Nürnberg klar: „Ich hätte das Spiel nicht angepfiffen“, sagte der Sportgeschäftsführer mit Blick auf den stundenlang anhaltenden, ungewöhnlich starken Dauerregen über der Stadt, der den Rasen im Max-Morlock-Stadion in eine Pfützenlandschaft verwandelte, die viele Aktionen zu einer slapstickartigen Rutschpartie werden ließ.

„Das war zu viel Zufall und muss heutzutage nicht mehr sein.“ Er sei ein Fan von der italienischen Herangehensweise. Dort werde im Zweifelsfall der Ball vor dem Spiel hochgeworfen. Wenn er liegenbleibe und nicht rolle, gebe es eben keinen Anpfiff. „Das hatte ja spätestens in der zweiten Halbzeit mit Fußball nichts mehr zu tun“, haderte der 58-Jährige.

Bibiana Steinhaus sah es anders. Die Schiedsrichterin entschied, dass der Rasen trotz der nicht enden wollenden Endstufe des berühmten „Fritz-Walter-Wetters“ bespielbar sei. So kam es zu einer denkwürdigen Wasserschlacht im Frankenland. Kai Havertz brachte sein Team in Front (29.), Nürnbergs Georg Margreitter glich nach einer knappen Stunde aus – und hatte dabei Glück, dass Dominik Kohr seinen Schuss vom Strafraumeck unhaltbar abfälschte.

Am Ende waren die Leverkusener sichtlich enttäuscht. Die Gäste waren das bessere Team und bemühten sich trotz der widrigen Umstände stets um spielerische Lösungen für das durchnässte Dilemma. Das Team von Trainer Heiko Herrlich muss sich allerdings ankreiden lassen, nicht das 2:0 gemacht zu haben. Chancen dafür gab es genug.

Das Remis ist freilich zu wenig, um ernsthaft den Anschluss nach oben wahren zu können. Nichts Anderes ist indes der Anspruch der Werkself, die langsam aber sicher im tristen Mittelfeld der Tabelle feststeckt. Bayer 04 hat nicht einen Punkt gewonnen, sondern zwei verloren. „Noch acht, neun Punkte“ sind Völlers Wunschziel bis zur Winterpause. „Ich weiß, dass das viel ist, aber den Anspruch haben wir trotzdem. Wir wollen uns näher heranrobben.“ Am Samstag gegen Augsburg soll die gefühlt fünfte Aufholjagd der Werkself in dieser Saison beginnen (15.30 Uhr). Die Hoffnungen unterm Bayer-Kreuz liegen darauf, den Anschluss nach oben einigermaßen zu wahren – und auf der Rückrunde.

„Es war ein besonderes Spiel“, sagte Havertz, der ebenfalls unzufrieden mit dem Ergebnis war. „Es ist bitter, dass wir gegen so einen Gegner, der eigentlich nichts auf die Beine bekommen hat, nur einen Punkt holen. Es läuft im Moment alles gegen uns.“ Es sei die gesamten 90 Minuten sehr schwer gewesen, die Bälle einzuschätzen. „Man hatte immer Angst, dass ein Pass liegen bleibt.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Nürnberg - Bayer: die Werkself in der Einzelkritik

(dora)
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