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Bayer 04 Leverkusen: Roger Schmidts Team liefert wieder Qualität

Bayer Leverkusen : Schmidts Team liefert wieder Qualität

Die Helden des Abends ließen sich Zeit. Erst mal in Ruhe duschen, den Sieg gegen Atlético Madrid und die 90 intensiven Minuten davor verarbeiten - um dann die eigene Leistung mit etwas Abstand richtig einordnen zu können.

Siegtorschütze Hakan Calhanoglu sprach nach dem 1:0-Erfolg im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League von einer regelrechten "Befreiung". Torhüter Bernd Leno, der Bayer 04 mit seinen Paraden den Sieg festhielt und neben Calhanoglu zum Mann des Spiels avancierte, freute sich über die "richtige Reaktion auf die schlechteren Spiele". Und er glaubt nach dieser Leistung fest an ein Weiterkommen. "Atlético ist auch im eigenen Stadion Favorit, aber ich denke, dass wir mit unserem Auftritt einen gewissen Eindruck hinterlassen konnten."

Nach vier Achtelfinal-Pleiten ist Leverkusen die einzige deutsche Mannschaft, die ihr Hinspiel gewann. Die Leistung der Werkself, ihr mutiges und aggressives Spiel nach vorne machen Mut, dass die Runde der letzten 16 Teams diesmal nicht Endstation sein muss. Weniger risikoreich und weniger auf totales Pressing fokussiert, als vielmehr mit intelligentem Pass- und Aufbauspiel schaffte es Bayer 04 aus einer soliden Grundordnung heraus, den Gegner zu kontrollieren. Die Mannschaft habe "mit ganzem Herzen" versucht, sich gegen den Favoriten zu behaupten, sagte Roger Schmidt. Die Tür fürs Viertelfinale steht damit offen, wenngleich der Trainer warnte: "Es ist noch nichts entschieden. Der Sieg war ein erster Schritt. Es war hart - und wird im Rückspiel noch härter." Der 47-Jährige erwartet eine hitzige Atmosphäre.

Womöglich geht seine Auseinandersetzung mit Madrids Trainergespann um Chefcoach Diego Simeone dann in die nächste Runde. Schmidt hatte sich gestenreiche Wortgefechte insbesondere mit Co-Trainer Germán Burgos geliefert. "Man kennt das von diesem Co-Trainer, wie er sich benimmt. Wenn permanent irgendwelche Karten gefordert werden, dann sage ich auch mal was dazu", erklärte Schmidt.

Simeone verließ die BayArena nicht, ohne einen Giftpfeil zu hinterlassen. Etwas herablassend ließ er ausrichten, dass er dem Rückspiel positiv entgegenblickt. "Leverkusen hatte heute die Chance, es zu Ende zu bringen. Das haben sie nicht gemacht. Ein anderes Team hätte das vielleicht geschafft."

Unabhängig solcher Aussagen ist Bayers Respekt vor Atlético ungebrochen, das zu Hause von den letzten 13 Partien nur eine verlor. Das eigene Selbstvertrauen ist indes gewachsen. "Die Leistung haben uns sicher nur wenige zugetraut. Aber wir haben die richtige Reaktion gezeigt. Jeder Einzelne hat sich aufgeopfert", sagte Kapitän Lars Bender.

Wenn Bayer 04 es am Saisonende geschafft haben sollte, sich erneut für die Champions League zu qualifizieren, dann wird man sich womöglich an diesen letzten Mittwochabend im Februar erinnern. Im Duell mit dem spanischen Meister hat die Werkself mal wieder die Qualität abrufen können, die man von ihr dauerhaft erwartet. Nach nur einem Sieg in den vergangenen sechs Bundesligapartien waren daran zuletzt Zweifel aufgekommen. "Wir hatten etwas gutzumachen", sagte Geschäftsführer Michael Schade. "Ich hoffe, dass dies der Schub war, den das Team brauchte, um mit neuem Selbstvertrauen die Aufgaben gegen Freiburg in der Liga und Kaiserslautern im Pokal anzugehen."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bayer - Atletico: Einzelkritik

(RP)