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Bayer 04 Leverkusen: Roger Schmidt - Verdacht der Unsportlichkeit

Bayer Leverkusen : Bayer 04: Schmidt muss Stellung zum Verdacht der Unsportlichkeit beziehen

Als gäbe es bei Bayer 04 derzeit keine wichtigeren Dinge zu bearbeiten. Drei Tage vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg ist der Innenraum-Verweis gegen Roger Schmidt in Leverkusen unfreiwillig weiter Thema. Auf RP-Nachfrage bestätigte Anton Nachreiner, der Vorsitzende des Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), dass gegen den Trainer der Werkself ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.

Das klingt zunächst einmal schlimmer als es ist. Denn noch ist nicht klar, ob dieser Vorfall eine Strafe für Schmidt beziehungsweise Bayer Leverkusen nach sich zieht. "Es besteht allerdings der Verdacht des unsportlichen Verhaltens seitens des Trainers Schmidt", erklärte Nachreiner.

Der Bayer-Coach wird daher in den kommenden Tagen zu einer Stellungnahme aufgefordert. Bis gestern lag dem Fußball-Bundesligisten aber noch kein Schreiben vor. Schmidt war bei der 1:2-Niederlage der Werkself am Sonntag bei Werder Bremen in der 65. Minute auf die Tribüne geschickt worden. Laut dem Bezahlsender "Sky" begründete der Vierte Offizielle Tobias Stieler die Maßnahme damit, dass Schmidt "unflätig vor sich hingeschimpft" habe. "Ich wusste nicht, dass ich nicht fluchen darf. Aber ich habe niemanden beleidigt. Da haben wir zuletzt anderes gesehen", entgegnete der 47-Jährige nach dem Spiel.

Wenn dem wirklich so war, ist die Reaktion von Roger Schmidt durchaus nachzuvollziehen. Und stellt die Frage nach der Verhältnismäßigkeit in den Raum - insbesondere im Vergleich zu dem, was beispielsweise Bayern-Coach Pep Guardiola in den Partien der englischen Woche an der Seitenlinie veranstaltete. Der hatte keine Skrupel, seine Coaching-Zone zu verlassen und gar bis zum Linienrichter zu laufen, um diesem seine Anmerkungen persönlich und mit einem Schulterklopfer zu überbringen.

Was Schiedsrichter Peter Sippel in seinen Bericht nach dem Bremen-Spiel über Roger Schmidt geschrieben hatte, wollte Nachreiner nicht verraten. Sollte nach der Anhörung jedenfalls Strafantrag gestellt werden, muss als nächste Instanz das Sportgericht entscheiden. Das würde dann erneut die Frage nach der Verhältnismäßigkeit aufwerfen.

(RP)