Abwehrchef in Bremen Robert Andrich ist Bayers Mann für alle Fälle

Bremen · Mit Robert Andrich in der Innenverteidigung feiert Bayer Leverkusen einen überzeugenden 3:0-Erfolg in Bremen. Der 29-Jährige beweist einmal mehr seine Flexibilität. War das schon ein Testlauf für die Zeit ab Januar?

  Foto: Bayer 04

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Mit dem achten Bundesliga-Sieg in einer Saison in Serie hat die Mannschaft von Bayer 04 einmal mehr einen Vereinsrekord aufgestellt. Souverän setzte sich die Werkself mit 3:0 (2:0) beim SV Werder Bremen durch und eroberte die am Vorabend vom FC Bayern München übernommene Tabellenführung gleich wieder zurück. Dabei überraschte Leverkusens Trainer Xabi Alonso an der Weser vor allem mit einer Änderung in der Startformation.

Als die Mannschaftsaufstellungen die Runde machten, wunderte sich der ein oder andere vielleicht: Robert Andrich stand bei den Gästen in der Startelf, Abwehrchef Jonathan Tah nahm auf der Bank Platz. Bislang hatte der spanische Coach des Werksklubs nur in seltenen Ausnahmen an seiner ersten Elf für die Bundesliga gerüttelt. Der Wechsel von Tah zu Andrich erstaunte allerdings nur auf den ersten Blick.

„Rob ist ein richtig guter Spieler und er kann da spielen. Daher ist es eine gute Variante. Er hat es auch richtig gut gemacht, baut gut auf, hat ein sicheres Passspiel und verhält sich clever in den Räumen“, sagte Bayers Sportgeschäftsführer Simon Rolfes zur Umstellung der Dreierabwehrkette, in der neben Andrich Odilon Kossounou und Piero Hincapie spielten. Vor wenigen Tagen hatte Andrich beim Test der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes in Österreich sein Länderspieldebüt gefeiert – ein weiterer Faktor, weshalb Alonso ihm in Bremen den Vorzug gab.

Der 29-jährige Profi sei in Folge seiner Premiere bei der A-Nationalmannschaft „mit einer guten Energie“ zurück unters Bayer-Kreuz gekehrt, betonte Alonso. Auch der Leverkusener Coach bescheinigte dem als defensiven Mittelfeldspieler verpflichteten Allrounder und inzwischen mehrfach – zuletzt beim 2:1-Heimsieg gegen München im März – in der Abwehrzentrale eingesetzten Profi eine gute Partie. „Es war nicht unsere typische Dreierkette, aber sie können so spielen.“

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Foto: dpa/Oliver Weiken

Als gelungene Probe für die Zeit während des Afrika-Cups, wenn Umstellungen angesichts des zu erwartenden Fehlens von Edmond Tapsoba und Kossounou zwangsläufig notwendig sein werden, wollte Rolfes die Version mit Andrich als zentralen Defensivanker indes nicht werten. „Das war kein Test, sondern eine gute Entscheidung für dieses Spiel“, sagte der 41-Jährige. Etwas anders sah das Kapitän Lukas Hradecky, der es durchaus für möglich hielt, dass das Kontinentalturnier in die Entscheidung des Trainers mit reingespielt hat. So oder so freute er sich mit Andrich über dessen gelungene Saisonpremiere als Innenverteidiger. „Wir wissen, dass er hinten überall spielen kann. Vielleicht ist er auf der Position sogar am stärksten.“

Auch Andrich selbst durfte nach dem durch ein Bremer Eigentor sowie Treffer der Außenverteidiger Jeremie Frimpong und Alejandro Grimaldo geschafften Sieges zufrieden gewesen sein. Nachdem er in der vergangenen Spielzeit noch unangefochtener Stammspieler unter Alonso auf der Sechserposition war, hat er diesen Status mittlerweile an Granit Xhaka verloren. Gleichwohl der gebürtige Potsdamer gerne mehr Einsatzzeit bekommen würde, füllt er seine Rolle als Back-up tadellos aus, kam bisher vor allem in der Europa League und im DFB-Pokal zum Zug.

Einen Andrich für alle Fälle in der Hinterhand zu haben, dürfte Bayers Verantwortlichen nicht nur mit Blick auf den Afrika-Cup gefallen – selbst wenn im nächsten Bundesliga-Heimspiel am Sonntag (17.30 Uhr) gegen Dortmund vermutlich wieder Tah auf seine angestammte Position zurückkehren wird. Auf Andrich ist eben Verlass.

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