Bayer 04 Leverkusen: Ramazan Özcan geht als mögliche Nummer eins in die ersten Spiele

Leverkusens Ersatzkeeper ohne Allüren: Ramazan Özcan ist auch ohne Konkurrenzkampf bereit

Durch den Ausfall von Lukas Hradecky kommt dem 34-jährigen Ersatztorwart eine besondere Rolle zu: Ramazan Özcan wird wohl in den ersten Pflichtspielen der Werkself den Posten zwischen den Pfosten übernehmen.

Ramazan Özcan hat die vergangenen zwei Jahre als ruhiger Ersatzmann hinter Stammtorwart Bernd Leno verbracht – und die Rolle mit Bravour erfüllt. Auch nach Lenos Wechsel zum FC Arsenal nach London rückte der 34-jährige Österreicher nicht in der internen Torwart-Hierarchie nach oben, denn in Lukas Hradecky stand der Ersatz für den abgewanderten Nationalspieler bereits fest.

Als sich der ablösefrei von Pokalsieger Eintracht Frankfurt verpflichtete Schlussmann kurz nach dem Trainingsauftakt die Weisheitszähne entfernen ließ, wurde eine Zyste in seinem Kiefer entdeckt, die ebenfalls entnommen wurde – mit der Folge, dass Hradecky einen großen Teil der Vorbereitung verpasst. Zu groß ist das Risiko einer Verletzung der Kieferstruktur. Im Trainingslager konnte er nun immerhin erste Übungen mit dem Ball absolvieren.

Özcan kommt durch den Ausfall eine neue Rolle zu: Er geht als Favorit auf die Position im Tor in das erste Pflichtspiel – wissend, dass er nach Hradeckys Genesung wieder seinen Platz auf der Ersatzbank einnimmt. Für den 34-Jährigen, der im jüngsten Testspiel gegen Basaksehir Istanbul (1:1) beim Gegentor keine gute Figur machte, ist das kein Problem. „Wir sind alle Menschen, sowas passiert“, kommentiert Öczan seinen Lapsus mit der Gelassenheit eines erfahrenen Profis. Trotzdem tue es ihm gut, dass Trainer Heiko Herrlich im Anschluss betonte, dass sich an seinem Vorsprung vor dem aus Nürnberg verpflichteten Thorsten Kirschbaum nichts geändert habe.

„Ich kämpfe nicht gegen irgendeinen hier. Ich will am Ende der Saison, dass wir alle gemeinsam feiern. Da ist mir egal, wie viele Spiele ich auf dem Buckel habe“, betont Özcan. „Ich bin topfit, kerngesund und trainiere hart.“ Er sei zwar schon 34, habe aber immer noch „Bock, im Tor den Jungs das Leben richtig schwer zu machen.“ Als neue Nummer eins sehe er sich nicht. „Ich bin einfach froh, ein Teil des Teams zu sein“, sagt er. „Wenn der Trainer sagt, er braucht mich im Kraftraum, gehe ich in den Kraftraum. Wenn er sagt, er braucht mich im Trainerteam, gehe ich ins Trainerteam. So einfach ist das.“

Und wenn Herrlich ihn im Tor braucht, geht er ins Tor – auch im ersten Pflichtspiel der Saison beim Oberligisten 1. CfR Pforzheim, wenn es am 18. August (15.30 Uhr) um den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals geht.

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