1. Sport
  2. Fußball
  3. Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen plötzlich Bayern-Jäger Nummer eins

Bayer Leverkusen : Werkself plötzlich Bayern-Jäger Nummer eins

Ganz Fußball-Deutschland ließ sich vom Bundesliga-Gipfeltreffen zwischen Borussia Dortmund und Bayern München in seinen Bann ziehen, nur ausgerechnet der dritte Titelaspirant schaute in die Röhre.

Ganz Fußball-Deutschland ließ sich vom Bundesliga-Gipfeltreffen zwischen Borussia Dortmund und Bayern München in seinen Bann ziehen, nur ausgerechnet der dritte Titelaspirant schaute in die Röhre.

Nach erfolgreicher Arbeit in Berlin waren die Spieler, Trainer und Verantwortlichen von Bayer Leverkusen gerade auf dem Heimweg, als die Bayern den BVB entzauberten. Und so kam es, dass die Leverkusener mit vier Punkten Rückstand plötzlich Bayern-Jäger Nummer eins waren, als sie aus dem Flugzeug stiegen.

Bayer-Sportchef Rudi Völler ärgerte sich nicht, dass er das Top-Duell nicht live sehen konnte. "Wenn man bei Hertha BSC gewinnt, dann kann man das sehr gut verkraften", sagte Völler unmittelbar nach dem clever herausgespielten 1:0 (1:0)-Arbeitssieg beim Aufsteiger.

Die Leverkusener sahen das Top-Duell des Spieltags äußerlich auch deshalb so gelassen, weil sie selbst ihre Hausaufgaben erledigt hatten. "Nicht überragend, aber verdient", wie Völler richtig feststellte. Es reichte, um sich im Rennen um die Meisterschale vor den BVB zu schieben. "Wir versuchen, den beiden ein bisschen lästig zu sein. Das machen wir bislang sehr gut", sagte Völler.

Manch einer mag angesichts des Ballyhoo um das Top-Duell am Samstagabend die Leverkusener Titelchancen schon ein wenig vergessen haben, aber das ist dem Werksklub ganz recht so. "Ist doch gut, wenn alle nur über Bayern und Dortmund reden", meinte Emre Can.

Am Mittwochabend (20.45 Uhr/Live-Ticker) will Bayer aber in ganz Europa auf sich aufmerksam machen. Der Champions-League-Kracher gegen Manchester United sei "das Highlight schlechthin", sagte Völler, "da müssen wir alle Kraft und Wucht reinschmeißen." Dank der cleveren Spielweise gegen Hertha dürfte die Mannschaft ein wenig Kraft gespart haben. In der Defensive stand das Team von Trainer Sami Hyypiä bombensicher, vorne konnte es sich wieder einmal auf Top-Torjäger Stefan Kießling verlassen, der mit Bayers erster Torchance den Siegtreffer erzielte (29.).

Ein Wermutstropfen war allerdings die Verletzung von Nationalspieler Sidney Sam, der bereits in der vierten Minute mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt werden musste und für das Duell gegen Manchester wohl ausfallen wird. Es sei wohl "etwas kaputt", verriet Hyypiä. Dass Sams Vertreter Jens Hegeler sich gut einführte und den Siegtreffer vorbereitete, tröstete den Finnen etwas.

  • Bayer Leverkusen : Kießling eiskalt! Werkself siegt in Berlin
  • Bundesliga 13/14, 13. Spieltag : Die Reaktionen der Trainer
  • Bundesliga 13/14, 13. Spieltag : Die Elf des Tages

Sein Berliner Trainerkollege Jos Luhukay war dagegen der Verzweiflung nahe. Wie schon bei den starken Auftritten in München und gegen Schalke 04 ging Hertha gegen einen Champions-League-Teilnehmer erneut leer aus - trotz optischer Überlegenheit. "Ich ärgere mich maßlos", sagte Luhukay über das unwillkomene Deja-vu: "Wenn ich hier auf den Statistikzettel schaue, dann weiß ich, dass ich schlecht schlafen werde."

In der Tat setzte sich Hertha in fast allen Rubriken wie Ballbesitz (63:37 Prozent), Torschüsse (12:4), Ecken (9:1) durch - nur eben in der wichtigsten nicht: bei den Toren. "Es kann nicht sein", wetterte Luhukay, "dass wir von 44 Flanken nur eine gut vors Tor bekommen."

Diesen Fakt schätzte wiederum Bayer-Coach Hyypiä äußerst positiv ein. "Das ist auch wichtig für Mittwoch, denn Manchester flankt auch sehr oft", sagte der ehemalige Verteidiger.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hertha - Leverkusen: Einzelkritik

(sid)