Bayer 04 Leverkusen Peter Bosz will Heimbilanz aufbessern

Nur drei Siege in der BayArena : Bosz will Bayers Heimbilanz aufbessern

Der Trainer der Werkself ist nur mit einem Sieg gegen den kriselnden Klub aus Düsseldorf zufrieden. Zudem äußerte sich der 56-jährige Niederländer nach der Leihe von Joel Pohjanpalo zum HSV zu weiteren potenziellen Abgängen.

Da waren’s nur noch zwei. Joel Pohjanpalo hat sich erwartungsgemäß bis zum Saisonende vom Werksklub an den Zweitligisten Hamburger SV verleihen lassen. Damit stehen Trainer Peter Bosz für die Rückrunde in Lucas Alario und Kevin Volland noch zwei Mittelstürmer zur Verfügung. Dem Niederländer zufolge sei der Transfer des Finnen zu dem vom Ex-Leverkusener Jonas Boldt als Sportvorstand geführten hanseatischen Aufstiegskandidaten nur möglich gewesen, da die Position in der Angriffszentrale die einzige im Kader gewesen sei, für die es statt einer Doppel- eine Dreifachbesetzung gegeben habe. Konkret heißt das nun für die am 31. Januar (18 Uhr) schließende Wintertransferphase und den Werksklub: Bayer 04 gibt nur noch Spieler ab, sollte entsprechender Ersatz bereits fix sein.

Bosz ist es wichtig, dass ihm für jede Position im Kader mindestens zwei Kandidaten zur Verfügung stehen – auch mit Blick auf die drei Wettbewerbe, in denen Bayer noch aktiv ist. „Wir geben nur noch Spieler ab, wenn wir Ersatz dafür haben“, betonte er. Der 56-Jährige stellte darüber hinaus klar, dass potenzielle Zugänge auch eine gewisse Qualität besitzen müssten. „Wir haben nur gute Spieler im Kader, deswegen benötigen wir auch guten Ersatz.“ Zuletzt sollen sich vor allem die Innenverteidiger Aleksandar Dragovic und Panagiotis Retsos im Wunsch nach mehr Spielzeit über einen möglichen Vereinswechsel erkundigt haben. Bosz: „Ich kann mir vorstellen, dass es den ein oder anderen Spieler gibt, der auch gerne wechseln würde“, erläuterte er. „Aber wir müssen auf unsere Mannschaft schauen.“

Die empfängt am Sonntag (18 Uhr) im ersten Heimspiel des neuen Jahres Fortuna Düsseldorf in der BayArena. Als Zehnter der Heimtabelle ist die Werkself in der Hinserie vor allem den eigenen Fans einiges schuldig geblieben. Das sieht auch der Coach so. „Wir haben Zuhause zu viele Punkte verloren. Sonntag haben wir die Möglichkeit, ein klein wenig etwas daran zu ändern. Und das wollen wir auch machen.“ Auf die Frage, wie sein Team das schaffen wolle, antwortete Bosz zunächst nicht ganz ernst gemeint: „Mindestens ein Tor mehr schießen als der Gegner“. Dann wurde er aber doch konkreter: „Wir erwarten Düsseldorf kompakter als Paderborn.“

Der zuletzt acht Mal in Serie auswärts sieglose Klub aus der Landeshauptstadt werde versuchen, schnell zu kontern. „Das wird ganz anders als letzte Woche in Paderborn“, sagte Bosz. Ausreden werde er nicht gelten lassen. „Wir müssen das Spiel gewinnen. Nicht nur, um unsere Heimbilanz zu verbessern – wir brauchen die Punkte. Nur mit einem Sieg sind wir zufrieden.“ Die von Friedhelm Funkel trainierten Düsseldorfer reisen derweil mit zwei Co-Trainern an, die auf eine Vergangenheit beim Werksklub zurückblicken können: Thomas Kleine bestritt zwischen 2001 und 2003 zehn Bundesliga-Spiele für die Werkself, und Axel Bellinghausen trug in der Jugend fünf Jahre das Trikot mit dem Bayer-Kreuz.

Das Aufeinandertreffen mit dem Tabellenvorletzten verpassen werden neben Paulinho, der derzeit mit Brasiliens U23-Nationalmannschaft an einem Qualifikationsturnier in Kolumbien für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio teilnimmt, auch Charles Aránguiz (Faserriss) und womöglich Wendell. Ein Einsatz des beim 4:1-Erfolg zuletzt in Paderborn gelb-rot-gesperrt fehlenden Linksverteidigers Wendell ist noch fraglich. Erst beim Training am Samstag wird Trainer Bosz entscheiden, ob der an Sprunggelenksproblemen laborierende Brasilianer wieder in den Kader rückt.