Bayer 04 Leverkusen: Peter Bosz will Hannover 96 schachmatt setzen

Pflichtaufgabe beim Vorletzten : Peter Bosz will Hannover 96 schachmatt setzen

Bayer-04-Trainer Peter Bosz warnt davor, die abstiegsbedrohten Hannoveraner zu unterschätzen. Während Karim Bellarabi und Kapitän Lars Bender wohl wieder mitwirken können, droht Sven Bender auszufallen.

Trainer Thomas Doll wirkt bereits ratlos, Präsident Martin Kind zeichnet ein verheerendes Bild von der Mannschaft und Manager Horst Heldt plant intern bereits für die 2. Liga: Die Macher von Hannover 96, Leverkusens Gegner am Sonntag (18 Uhr), stehen vor einem Scherbenhaufen. Es droht der sechste Abstieg in der Vereinsgeschichte. 15 Punkte hat der Vorletzte aus Niedersachsen in dieser Spielzeit erst gesammelt – und damit einen weniger als die Werkself in der Rückrunde. „Wenn ich aber eins gelernt habe, dann, dass es in der Bundesliga keine einfachen Spiele gibt. Und das wird auch gegen Hannover so sein“, sagt Peter Bosz.

Der 55-Jährige wird seine Mannschaft sicherlich auch an das Hinspiel erinnert haben. Das endete trotz einer mehr als halbstündigen Überzahl der Leverkusener 2:2. Erst ein Treffer von Karim Bellarabi in der vierten Minute der Nachspielzeit bescherte dem Werksklub die Punkteteilung. Der Held aus dem ersten Vergleich beider Teams steht nach überstandener Verletzung ebenso wie Kapitän Lars Bender (beide Faserriss) vor einer Rückkehr in den Kader. Beide nahmen am Freitag am Mannschaftstraining teil. Auszufallen droht hingegen Sven Bender. Der hatte sich beim 2:0-Erfolg gegen Freiburg eine Platzwunde am Kopf zugezogen. „Für ihn wird es knapp“, sagt Bosz.

Trotz des womöglichen Ausfalls des Abwehrchefs geht Leverkusen als klarer Favorit in die Begegnung beim Vorletzten, der zuletzt mit 1:5 gegen Stuttgart unter die Räder kam. Gewiss habe auch Bosz die Unruhe beim kommenden Kontrahenten bemerkt, „aber das kann auch gefährlich für uns sein“, versichert er. Allzu viele Gedanken an den Gegner und dessen Probleme wollte Bosz aber nicht verschwenden. „Ich kann die Mannschaft darauf vorbereiten, wie wir spielen wollen. Und was ich erwarte, wenn wir auf diese Weise spielen. Das ist das, womit ich mich beschäftige.“

Zuletzt funktionierte diese Denkweise erstaunlich gut. Die Werkself hat sechs der vergangenen sieben Liga-Spiele gewonnen. Darauf ausruhen können sich die Leverkusener Profis aber nicht, betont Bosz. „Von alleine wird nichts kommen. Wir müssen hart arbeiten und unser Spiel immer wieder verbessern. Die Gegner schauen unsere Partien und versuchen, Lösungen für unsere Spielidee zu entwickeln. Dann müssen wir wieder Lösungen für ihre Antworten finden. Das ist ein bisschen wie Schach.“

Bleibt man bei dem von Bosz gewähltem Sprachbild, ist Tin Jedvaj derzeit eine wichtige Figur auf dem vom Niederländer bespielten Leverkusener Schachbrett. Der kroatische Vizeweltmeister verdrängte als Linksverteidiger zuletzt den dort lange Zeit gesetzten Wendell auf die Ersatzbank. „Beide haben gezeigt, dass sie dort spielen können“, wollte Bosz seine nächsten Züge nicht verraten und erklärte: „Wir sind glücklich, dass wir für viele Positionen mehrere gute Spieler haben.“

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