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Bayer 04 Leverkusen: Peter Bosz und Lukas Hradecky kritisieren den Rasen

Nach Punkteteilung gegen Bremen : Bosz und Hradecky kritisieren Bayers Rasen

Das Grün in der BayArena ist nach intensiven Wochen in keinem guten Zustand. Doch das ist freilich nicht der einzige Grund für Bayer Leverkusens dürftiges 1:1 gegen Werder Bremen.

Spätestens in der Halbzeit wurde das Problem sichtbar. Die Fußballer der Werkself und die der Gäste aus Bremen waren in ihren Kabinen, doch sie hinterließen deutliche Spuren im Rasen. Angestellte des Vereins nutzten die 15-minütige Pause, um die schlimmsten Verheerungen zu beseitigen, die Stollen und Grätschen verursacht hatten – vergeblich. Auch nach dem Seitenwechsel war das Grün von braunen Stellen durchzogen.

„Es kann nicht sein, dass wir so zuhause spielen müssen und auch sollen. Wir mussten es, weil der Platz einfach so schlecht war. Das macht die Aufgabe schwieriger“, wetterte Lukas Hradecky nach dem 1:1 (0:0) gegen Werder Bremen, das seiner Ansicht nach zu sehr aus Kampf und zu wenig aus Spiel bestanden hat. Hauptgrund dafür seien die Platzverhältnisse gewesen. Trainer Peter Bosz ist natürlich ebenfalls der desolate Zustand des Rasens aufgefallen. „Es war nicht einfach, auf diesem schlechten Platz Chancen herauszuspielen“, sagte der Niederländer.

Seine Spielweise erfordert gute Bedingungen für schnellen, gepflegten und von sicherem Passspiel geprägten Fußball. „Es ist nicht einfach, gegen so tief stehende Mannschaften Räume zu finden. Da braucht man einen Top-Platz, auf dem der Ball schnell laufen kann und den haben wir im Moment nicht.“ Das ist bemerkenswert, weil der Rasen vor nicht allzu langer Zeit erneuert wurde. Am 28. November 2020 veröffentlichte der Werksklub ein Video, wie das neue Grün verlegt wurde.

In der kurzen Dokumentation sagte Felix Duden, Geschäftsführer der für den Rasen verantwortlichen Tecarena-Plus GmbH, dass es in dieser Saison besonders schwierig sei, den Zustand des Platzes auf Topniveau zu halten, weil vor allem um den Jahreswechsel herum viele Heimspiele in kurzer Zeit anstünden. „Im Vorgriff auf diese Extremsituation haben wir uns dazu entschieden, den Rasen in der Länderspielpause in einem optimalen Zeitfenster auszutauschen – speziell mit Blick auf das Wetter, das im November und Dezember immer schlechter wird.“

Aber das schwache Spiel nur auf die Rahmenbedingungen zu schieben, ist ein unzureichender Erklärungsansatz. Das ist auch Bosz bewusst. „Wir haben nicht das Niveau erreicht, das wir in den vergangenen drei Monaten immer wieder erreicht haben. Normalerweise sind wir in der Lage, Räume zu nutzen. Das war heute nicht der Fall“, sagte der Trainer. „Sie haben gut verteidigt und wir waren am Ende nicht zwingend genug“, lautete das Fazit von Mittelfeldspieler Kerem Demirbay, der trotz des erneuten Dämpfers im Kampf um die Champions-League-Plätze mit Blick auf die noch lange Saison „die Köpfe oben halten und das Positive rausnehmen“ will. Immerhin habe die Leidenschaft „absolut gestimmt“.

Die wird auch wieder notwendig sein, um am Dienstag gegen Eintracht Frankfurt (20.45 Uhr) ins Achtelfinale des DFB-Pokals einzuziehen – trotz des Rasens. Ob Florian Wirtz, der gegen Bremen nach zuletzt vielen Einsätzen in Folge geschont wurde, dann wieder dabei ist, lässt Bosz offen. Man wolle bei dem 17-jährigen Top-Talent, das in dieser Saison zum Leistungsträger der Werkself avanciert ist, schonen und kein Risiko eingehen. In den Worten des 57-Jährigen klang durch, dass Wirtz womöglich angeschlagen, aber nicht verletzt ist. Etwas Muskuläres sei es aber nicht, betonte der Coach – eher eine Art Überbelastung: „Wir müssen bei Flo ein bisschen aufpassen. Es ist nichts Schlimmes, aber wir müssen gucken, wie lange es dauert.“

Nicht nur Bosz wird hoffen, dass Wirtz schnellstmöglich wieder spielen kann, denn die Personaldecke der Werkself ist weiter dünn. „Natürlich ist er ein guter Spieler, aber wir hatten auch gegen Bremen gute Spieler auf dem Platz, mit denen wir schon einige starke Spiele gemacht haben.“ Die vielen Ausfälle dürften keine Ausrede sein.

Frankfurt hat indes sein Formtief überwunden und am Samstag in Mainz den dritten Ligasieg in Serie gefeiert. Zwei Elfmetertreffer von André Silva verhalfen der Eintracht zum 2:0-Erfolg. Dass die Hessen die Werkself zum Jahresauftakt schon einmal besiegen konnten, dürfte ihrem Selbstbewusstsein weiteren Auftrieb geben.