Bayer 04 Leverkusen: Peter Bosz stellt sich schützend vor Jonathan Tah

„Das war nicht in Ordnung“ : Bayer-Trainer Bosz stellt sich schützend vor Tah

Bayer Leverkusens Trainer Peter Bosz hat mit Verwunderung auf die scharfe Kritik an seinem Abwehrspieler Jonathan Tah nach dessen Auftritt gegen die Niederlande reagiert – und den 23-Jährigen ausdrücklich für die Leistung beim 2:0 in Nordirland gelobt.

Für Trainer Peter Bosz kam die 2:4-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande vor wenigen Tagen überraschend. Er hatte zuvor auf Deutschland als Sieger getippt. Noch erstaunter zeigte sich der Bayer-Trainer aber mit dem medialen Echo, das die Leistung seines Schützlings Jonathan Tah im Ländervergleich hervorgerufen hat. Dem Innenverteidiger war gegen Boszs Landsleute unter anderem ein Eigentor unterlaufen. Boszs Meinung nach habe sich die anschließende Kritik am Auftritt des DFB-Teams aber viel zu stark auf den 23-Jährigen fokussiert.

„Wie alle auf Jona draufgehauen haben, war nicht in Ordnung“, sagte Bosz am Dienstag. „Er hat gegen Holland schlecht gespielt – aber da war er nicht der Einzige. Da waren noch zehn andere. Ich hatte den Eindruck, dass Deutschland nur verloren hat, weil er schlecht war. Aber das war nicht der Grund.“ Umso glücklicher stimmte den Bayer-Coach, wie sein Abwehrspieler sich in der darauffolgenden Partie in Belfast nach der Einwechslung in der 40. Minute für Matthias Ginter präsentierte. Deutschland gewann am Montag mit 2:0 in Nordirland.

„Ich war darauf gespannt, wie er gegen Nordirland zurückkommen würde und wie er das Holland-Spiel mental verarbeitet hat. Und er hat von Beginn an alles richtig gemacht. Sein Passspiel war sehr sauber, sehr scharf, zudem hat er stark verteidigt. Chapeau! Das war nicht einfach, bei dem Druck.“ Zur Tatsache, dass sein zweiter Profi im DFB-Dress – Kai Havertz – erneut mehr als eine Stunde auf der Bank saß, wollte sich Bosz derweil nicht äußern. „Ich würde es auch nicht mögen, wenn Jogi Löw mir in meine Aufstellung reinreden würden“, betonte der in Apeldoorn geborene Fußballtrainer.

Am Mittwoch werden sowohl Tah als auch Havertz zurück unter dem Bayer-Kreuz erwartet. Für Donnerstag ist das nächste Mannschaftstraining mit den nach und nach zurückkehrenden Nationalspielern der Werkself angesetzt. Viel Zeit bleibt Bosz dann nicht mehr, um sein Team auf das Spiel am Samstag (15.30 Uhr) bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Borussia Dortmund vorzubereiten.

Über den Vizemeister sagte Bosz: „Dortmund hat gute Spieler, sie müssen daraus aber noch eine gute Mannschaft formen. Das ist ihnen gegen Bayern im Supercup gelungen, zuletzt bei Union Berlin nicht. Und ich hoffe, dass sie es auch gegen uns nicht schaffen.“ An der Taktik will der 55-Jährige derweil nicht viel ändern. „Unsere dominante Spielweise funktioniert auch gegen gute Mannschaften. Das haben wir letzte Saison zuhause gegen Bayern und auswärts in Dortmund gezeigt.“ Der BVB sei keine Ballbesitz-, sondern eine Umschaltmannschaft. „Wir brauchen eine sehr gute Organisation. Im Februar haben wir gut gegen sie gespielt, aber nicht gewonnen. Das müssen wir besser machen.“

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