Bayer 04 Leverkusen: Peter Bosz steht mit neuem System vor alten Problemen

Kommentar : Neues System, alte Probleme

Unser Autor findet, dass die Handschrift des neuen Trainers Peter Bosz gegen Mönchengladbach durchaus erkennbar war. Es fehlte jedoch abermals ein Torjäger.

Nach 90 spannenden Fußballminuten fasste Dieter Hecking die Stimmungslage in den Katakomben der BayArena treffend zusammen, denn Optimismus bestimmte im Lager der Werkself die Nachbetrachtung der 0:1-Niederlage. „Das wird schon, Kevin!“, raunte er dem hadernden Angreifer zu. Dass der Trainer der Fohlen-Elf, die gerade äußert glücklich drei Punkte zum Rückrundenauftakt aus Leverkusen entführte, zum Trostspender wurde, sagt viel über das erste Pflichtspiel unter Peter Bosz aus.

Die Handschrift des neuen Trainers war klar erkennbar. Bayer 04 spielte den angekündigten und erwarteten dominanten, ballsicheren und technisch überzeugenden Offensivfußball im 4-3-3. Pressing und hohes Verteidigen sind das Gebot der Stunde. Auch die „Restabsicherung“ nach hinten funktionierte in vielen Szenen bereits ziemlich gut. Immerhin gelang es dem Tabellendritten vom Niederrhein nicht allzu oft, wirklich gefährlich zum Abschluss zu kommen. Einzig ein Tor wollte der Werkself nicht gelingen – ein allzu bekanntes Problem, an dem schon die Vorgänger des Niederländers zu knabbern hatten. Die mangelnde Stärke im Abschluss zieht sich wie ein roter Faden durch die vergangenen Jahre unterm Bayer-Kreuz.

Seit Chicharitos Abgang im Sommer 2017 fehlt ein klassischer „Knipser“, der zuverlässig Tore liefert. Zwar verfügt Bayer 04 zweifellos über reichlich Offensivkraft, doch eine Qualität geht der Mannschaft bisweilen ab: Killerinstinkt. Ob man den trainieren kann, werden die kommenden Spiele zeigen.

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