Bayer 04 Leverkusen: Peter Bosz soll Vertrag beim Werksklub verlängern

Vertrag endet 2020 : Wieso Bayer mit Bosz verlängern will

Der Trainer der Werkself hat sich in seinem ersten acht Monaten in Leverkusen für eine langfristige Anstellung unter dem Bayer-Kreuz empfohlen. Sportdirektor Simon Rolfes kann sich eine Verlängerung des Vertrags vorstellen.

Die Fans von Bayer 04 durften in den vergangenen Monaten mit stolzgeschwellter Brust durch die Stadt laufen – schließlich bot die Werkself ihnen allen Grund dazu. Seit Anfang April hat ihr Verein kein Pflichtspiel mehr verloren, sich für die Champions League qualifiziert und ist mit Siegen im Pokal (4:1 in Aachen) und in der Liga (3:2 gegen Paderborn) erfolgreich in die neue Spielzeit gestartet. Angesichts der Bilanz ist es kaum verwunderlich, dass Sportdirektor Simon Rolfes nun angedeutet hat, den bis Saisonende gültigen Vertrag mit Trainer Peter Bosz verlängern zu wollen. „Beide Seiten sind sehr zufrieden“, betont Rolfes. Erste Gespräche sollen bereits stattgefunden haben.

Die bosz'sche Bilanz spricht für den Fachmann und bekennenden Anhänger der Philosophie der bereits verstorbenen niederländischen Fußball-Legende Johan Cruyff. In 18 Liga-Spielen mit dem Werksklub hat Bosz im Schnitt 2,06 Punkte gesammelt. Nur Dortmunds Lucien Favre und Münchens Niko Kovac (je 2,26 Punkte pro Partie) können mit ihren jetzigen Klubs ein besseres Resultat vorweisen.

Selbst der vereinsinterne Trainervergleich unterstreicht die allgemeine Zufriedenheit unter dem Bayer-Kreuz mit der Arbeit des 55-Jährigen. Weder der 2016 verstorbene Sascha Lewandowski (2,04 Punkte pro Partie), Christoph Daum (1,89) noch Jupp Henyckes (1,87), die mit ihren Statistiken zu den erfolgreichsten Bayer-Trainern in der Vereinshistorie gehören, kommen an die derzeitige Erfolgsbilanz von Bosz heran.

„Seine Philosophie deckt sich eins zu eins mit der von Bayer 04“, schwärmt Rolfes im Magazin des Werksklubs. Schnell habe er ein vertrauensvolles Verhältnis zum Niederländer aufgebaut, der seit Anfang des Jahres auf der Trainerbank sitzt. „Wenn man sich das Training anschaut, macht das einfach Spaß. Es ist ein taktischer Fußball mit hohem technischem Anspruch. Und dazu ist Peter auch noch ein sehr sympathischer Typ. Ein ruhiger Mensch, der viel Humor hat – die Zusammenarbeit mit ihm ist sehr angenehm“, sagt Rolfes.

Auch die Profis von Bayer 04 äußerten sich zuletzt durch die Bank positiv über den Nachfolger von Heiko Herrlich. „Wir haben ein System, das sehr gut zu uns passt“, sagte etwa Flügelstürmer Leon Bailey. Der Jamaikaner, der in den ersten beiden Pflichtspielen jeweils ein Tor erzielte, ist sich aber bewusst, dass sich die Werkself steigern muss, soll die Erfolgsserie ausgebaut werden. „Wir müssen das System besser umsetzen und weniger Fehler machen“, sagt Bailey.

Am Samstag (15.30 Uhr) reist die Werkself nun zum rheinischen Rivalen nach Düsseldorf. Die von Friedhelm Funkel trainierten Landeshauptstädter hatten am ersten Spieltag durch ein 3:1 in Bremen für Aufsehen gesorgt. Nur bei einem Sieg dürfte das Hochgefühl der Leverkusener Fans anhalten.

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